Stapler im Speditionsgewerbe

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Speditionen sind Unternehmen, die sich auf den Versand von Gütern und Waren und damit verbundene logistische Dienstleistungen spezialisiert haben. Dabei werden bis heute noch rund drei Viertel der gesamten Transportleistung auf der Straße erbracht, auch wenn besonders in den Bereichen Im- und Export die Schiene, das Flugzeug oder – in den deutschen Städten mit eigenem Binnenhafen –Schiffe ebenfalls genutzt werden.

Die Aufgaben einer Spedition gehen dabei mittlerweile vielfach weit über die des klassischen Frachtführers hinaus, der vor allem für die pünktliche Auslieferung des Ladegutes beim Empfänger verantwortlich ist. Vielmehr lagern immer mehr Unternehmen Teilprozesse wie den Wareneingang, die Lagerung und die Feinverteilung an Speditionen aus, die dementsprechend nicht mehr nur den Warenumschlag übernehmen, sondern auch umfangreiche logistische Dienstleistungen erbringen.

Gabelstapler beläd LKW © industrieblick, fotolia.com
Gabelstapler beläd LKW © industrieblick, fotolia.com

Um dabei trotz eines hohen Wettbewerbs- und Marktdrucks wirtschaftlich erfolgreich zu sein und zu bleiben, braucht es neben qualifiziertem Personal und einer adäquaten IT-Ausstattung auch technische Unterstützung in Form von Staplern und anderen FFZ. Die eingesetzten Geräte müssen besonders robust und leistungsfähig sein, denn oft kommt es im Tagesgeschäft auf Minuten an. Ein defekter Stapler oder eine leere Batterie können den entscheidenden Unterschied ausmachen und besonders bei Kunden mit Just-in-time-Produktion, verbunden mit reduzierten Lagerbeständen, eine teure Kettenreaktion auslösen.

Doch selbst im üblichen Tagesgeschäft sind die Timeslots für die LKW-Rampen meist eng getaktet. Dazu müssen in den Stoßzeiten mehrere Staplerfahrer gleichzeitig Fracht verladen, oft unter räumlich beengten Verhältnissen. Denn nicht immer werden die Waren vom LKW zunächst zwischengelagert. Häufig werden sie von einem anliefernden LKW auf mehrere andere verteilt – alles unter Zeitdruck und mit zusätzlichen Herausforderungen für den Fahrer, etwa dem Prüfen oder Erstellen von Belegen oder der Verladescannung.

Da insbesondere im Straßengüterverkehr Paletten das am häufigsten eingesetzte Ladehilfsmittel sind, stellen die umzuschlagenden oder zu transportierenden Güter in der Regel keine besonderen Anforderungen an den Stapler. Ob Euro-, Düsseldorfer- oder Einwegpaletten, Rollcollies oder Gitterboxen: Allen gemeinsam ist die Möglichkeit, sie zum Transport zu unterfahren und sie dicht an dicht im Hänger oder Sattelzug zu positionieren. So lässt sich einerseits der Frachtraum optimal ausnutzen, gleichzeitig ist ein schneller Zugriff beim Entladen möglich.

Um Zeit zu sparen, werden häufig auch mehrere Paletten übereinander verfahren, so dass bei einem Transportmanöver gleich zwei oder noch mehr Ladungsträger mitgenommen werden. Um diesen Zeitvorteil voll ausnutzen zu können, muss die eingesetzte Staplertechnik wendig sein, schnell agieren und feinfühlig reagieren. Aus diesem Grund werden beim innerbetrieblichen Transport meist Frontstapler eingesetzt, da es hier auf Geschwindigkeit und eine hohe Tragfähigkeit ankommt. Im Bereich der Verladung kommen entweder Frontstapler oder Hubwagen zum Einsatz, wobei letztere den Vorteil des geringeren Eigengewichts bieten und damit in jedem Fall genutzt werden können, um die Paletten auf der Ladefläche zu bewegen.

Wenn hingegen die Beladung seitlich von der Rampe aus erfolgt, sind Frontstapler in der Regel die schnellere Alternative, zumal in diesem Fall die Paletten zum besseren Entladung am Zielort häufig längs eingelagert werden. Einige Speditionen setzen zudem LKW mit Mitnahmestaplern ein, nutzen also ihr eigenes FFZ, um Ladevorgänge verzögerungsfrei abzuwickeln.

Mitnahmestapler © Palfinger AG
Mitnahmestapler am LKW angehängt © Palfinger AG
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Jeden Tag alles richtig machen – eine Herausforderung auch für die Technik

In Speditionen ist es wie bei allen Logistikunternehmen besonders wichtig, die Arbeitsprozesse möglichst optimal und sicher zu gestalten. Denn der Marktdruck ist hoch und der Wettbewerb stark – wirtschaftlich überleben und sich entwickeln kann nur, wer günstiger als die Konkurrenz ist und außerdem seine Qualitätsversprechen erfüllt: die richtige Ware in der richtigen Menge, zum richtigen Zeitpunkt, in der richtigen Qualität und zu den richtigen Kosten an den richtigen Ort zu liefern. Diese sogenannten „6 R der Logistik“ stellen die Oberziele jedes Logistikunternehmens dar und sind damit auch für Speditionen die entscheidenden Erfolgskriterien.

Um diese Ziele zu erreichen und dabei insbesondere die richtigen Kosten zu gewährleisten, sind speditionelle Prozesse heute meist in eine komplexe Prozesslandkarte eingebunden und setzen auf die Unterstützung durch IT-Systeme wie ERP, Lagerverwaltungssysteme, Versandsysteme sowie den elektronischen Datenaustausch mittels standardisiertem EDI. Zwar erfolgt etwa die Belegerstellung oder die Routenplanung in der Regel im Büro und nicht auf der operativen Abwicklungsfläche in Halle oder Hof, doch zumindest die Verladescannung oder die Erzeugung und Anbringung von Packlabeln müssen vom Staplerfahrer oder Verlader erledigt werden. Aufgrund des besonders in Stoßzeiten hohen Durchsatzes müssen die Fahrer dabei nicht nur routiniert und sicher mit dem Fahrzeug umgehen können, sondern auch die erforderlichen Geräte wie Scanner sowie Barcode- oder Belegdrucker bedienen.

Gabelstapler im Lebensmittel Großhandel © Kadmy, fotolia.com
Gabelstapler im Lebensmittel Großhandel © Kadmy, fotolia.com

Die eingesetzten FFZ müssen schnell und sicher agieren können und sowohl in der Kurzdistanz direkt an der Ladebordwand als auch bei Fahrten über längere Distanzen überzeugen. Wendige Frontstapler mit zusätzlicher Ausstattung für den Einsatz auf dem Verladehof ermöglichen selbst die Entladung eines mit 33 Paletten komplett belegten Sattelzugs in deutlich weniger als einer Stunde. In weniger zeitkritischen Bereichen wie der Verpackung oder Kommissionierung unterstützen Hubwagen die Mitarbeiter bei ihren Tätigkeiten.

Um logistische Prozesse an den Schnittstellen ebenfalls zu optimieren, setzen viele Speditionen mit eigenem Fuhrpark auf LKW mit Mitnahmestapler. Der Stapler wird am Heck befestigt und bietet dem Fahrer die Möglichkeit, selbständig seine Fracht zu laden oder zu löschen, ohne beim Kunden oder Lieferanten auf ein verfügbares Gerät warten zu müssen. Mitnahmestapler sind besonders leichte und kompakte Varianten, meist mit drei, selten auch mit vier meist luftgefederten Rädern. Diese sind größer und grober profiliert, damit der Stapler auch auf unebenem Gelände einen sicheren Stand findet. Geräte mit Allradantrieb bieten eine besonders hohe Traktion auf regennassem oder matschigem Untergrund.

Mitnahmestapler im Einsatz © Palfinger AG
Mitnahmestapler im Einsatz © Palfinger AG

Besondere Herausforderungen für Mensch und Maschine

Die Aufgaben einer Spedition haben sich in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich erweitert. Die Betrachtung von Supply Chains, also Lieferketten, führt zunehmend dazu, dass Speditionsbetriebe neben Frachtdienstleistungen auch weitere logistische Nebenleistungen erbringen, etwa die Zwischenlagerung von Waren und Gütern, die Kommissionierung, die Verpackung und die Etikettierung. Dies wiederum führte dazu, dass viele Speditionen heute enger in die Wertschöpfungskette ihrer Kunden eingebunden sind – mit allen sich daraus ergebenden Chancen und Risiken.

Ein Staplerfahrer in einer Spedition muss heute nicht nur einen Staplerschein besitzen und einen Auflieger schnell und sicher entladen können, sondern viele zusätzliche Aufgaben übernehmen. Viele Staplerarbeitsplätze in Speditionen sind mit einem mobilen Scanner ausgestattet, der die Information über eine erfolgte Be- oder Entladung direkt an das angeschlossene IT-System übermittelt. Auch die Erzeugung von Frachtdokumenten oder Barcodelabeln zur Identifikation der einzelnen Packstücke wird teilweise von den Staplerfahrern übernommen. Diese zusätzlichen Aufgaben und technischen Einrichtungen am Gerät dürfen jedoch nicht dazu führen, dass darunter die Arbeitssicherheit leidet. Daher müssen mobile Geräte so montiert werden, dass sie weder die Sicht behindern noch eine Gefährdung beim Ein- und Aussteigen darstellen.

Doch nicht nur an den Faktor Mensch stellt die logistische Vernetzung hohe Anforderungen. Auch die Stapler müssen den typischen Herausforderungen im Speditionsalltag gewachsen sein. Diese liegen insbesondere in häufig sehr hohen Gewichten, die über kurze oder mittlere Distanzen transportiert werden müssen. Hierbei ist die Tragfähigkeit des Staplers entscheidender als die Hubhöhe, denn meist müssen die Paletten nur bodennah oder in Stapeln zwischengelagert werden.

Yale Schubmaststapler im Einsatz
Schubmaststapler im Einsatz © Yale

Es liegt auf der Hand, dass sich die maximale Tragfähigkeit und der Energieverbrauch – der wiederum damit die Laufzeit und die maximale Umschlagleistung pro Stunde oder pro Schicht bestimmt – gegenseitig beeinflussen: Je höher die Tragfähigkeit, desto größer ist auch der Energiehunger des Gerätes – selbst dann, wenn die tatsächliche Zuladung weit unterhalb der Kapazität bleibt, die Leistungsreserven also nicht ausgenutzt werden.

Dieser Zusammenhang wird in der Praxis meist deutlich kritischer bewertet als beispielsweise die damit verbundenen höheren Energiekosten. Denn diese liegen selbst bei Hochleistungsstaplern bei nur ungefähr einem Cent pro umgeschlagener Palette. Wenn jedoch der Stapler aufgrund einer leeren Batterie nicht einsatzbereit ist, erhöht das die Standzeit und sorgt so direkt und indirekt für erhebliche Mehrkosten. Daher lohnt sich im Vorfeld ein Blick auf die eingesetzte Batterietechnologie.

Lange Zeit gab es dabei kaum eine Alternative zur Blei-Säure-Batterie, die für leichte bis schwere Einsätze geeignet ist und eine lange Lebensdauer aufweist. Ihr weiterer Vorteil: Durch die Bleizellen im Akkumulator bringt die Staplerbatterie auch gleich das erforderliche Gegengewicht auf die Waage. Allerdings muss die Batterie regelmäßig mit destilliertem Wasser aufgefüllt werden. Unterbleibt dies, verkürzen sich Lebensdauer und Laufzeit drastisch. Des Weiteren sind beim Umgang mit Bleiakkumulatoren verschiedene Sicherheitsaspekte zu berücksichtigen, da sich bei den Ladevorgängen Knallgas bilden und eine explosionsgefährliche Atmosphäre schaffen kann.

Inzwischen gibt es mit Gelakkumulatoren eine wartungsfreie Alternative, die auch die Problematik der Gasentweichung deutlich entschärft. Die Gelakkus sind jedoch weniger leistungsfähig als klassische Blei-Säure-Batterien und eignen sich daher vor allem für den Einschichtbetrieb. Für intensive Einsätze über zwei oder mehr Schichten sind sie nicht geeignet.

Einen gänzlich neuen Weg beschreiten Lithium-Ionen-Akkumulatoren, die von immer mehr Staplerherstellern angeboten werden. Diese sind ebenfalls wartungsfrei und ermöglichen eine erhebliche Verkürzung der Ladezeiten, wodurch Stapler, die damit ausgerüstet sind, selbst im Dreischichtbetrieb eingesetzt werden können. Allerdings entfällt bei dieser Batterietechnologie das Gegengewicht, da die Li-Ion-Akkus vergleichsweise leicht sind.

Still Stapler mit Lithium-Ionen-Technologie © STILL
Stapler mit Lithium-Ionen-Technologie © STILL

Lithium-Eisenphosphat-Akkumulatoren sind eine relativ junge Entwicklung, die etwa vom chinesischen Hersteller BYD erforscht und zur Marktreife gebracht wurde. Batterien auf Eisenphosphat-Basis sind ausreichend schwer, weisen eine hohe Energieeffizienz und kurze Ladezyklen auf, enthalten keine Schwermetalle oder Säuren und leiden nicht unter dem gefürchteten Memory-Effekt. Sie lassen sich also auch wiederholt oder dauerhaft teilweise aufladen, ohne dass die Kapazität eingeschränkt wird. Dazu sind die Akkublöcke sehr robust, wartungsfrei und erzeugen keine Emissionen.

Tipps für die Auswahl geeigneter FFZ im Speditionsgewerbe

Die Entscheidung für oder gegen ein bestimmtes Staplermodell hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Welche Tätigkeiten müssen absolviert werden?
  • Welche Gewichte sind dabei zu bewegen?
  • Welche Höhenunterschiede sind zu überwinden?
  • Wie viele Paletten müssen pro Schicht/pro Einsatz bewegt werden?
  • Müssen lange Strecken zurückgelegt werden oder erfolgt nur die Be-/Entladung direkt am Gerät?
  • Wie beengt sind die Platzverhältnisse in der Halle oder auf dem Ladehof?
  • Müssen mobile Arbeitsgeräte wie Scanner oder Drucker mitgeführt werden?

Neben den Leistungsaspekten, die gut anhand von Datenblättern der Hersteller bewertet und verglichen werden können, sind jedoch oft noch weitere Aspekte zu berücksichtigen. Denn ein wichtiges Kriterium zur Ermittlung der Wirtschaftlichkeit sind etwa die Wartungs- und Reparaturkosten während der gesamten Nutzungsdauer. Diese lassen sich durch einen Wartungs- oder Servicevertrag mit dem Hersteller begrenzen, daher sollten die Verfügbarkeit und der Leistungsumfang in den Gesprächen mit Anbietern erfragt werden und ebenfalls in die Entscheidung einfließen.

Gabelstapler Wartung © corepics, fotolia.com
Gabelstapler: Auch die Wartungskosten berücksichtigen © corepics, fotolia.com

Da auf dem Betriebsgelände meist nicht auszuschließen ist, dass sich Fremdpersonal dort aufhält, ist eine Zugriffsicherung der Geräte auch unter Arbeitssicherheitsaspekten sinnvoll. Heute sind das entweder PIN-Codes oder persönliche Schlüsselkarten, die vom Fahrer zunächst eingegeben oder vor die Leseeinheit gehalten werden, um das Gerät starten zu können. Die dabei gesammelten Daten helfen auch dabei, die Wirtschaftlichkeit der gesamten Flotte auszuwerten, indem über einen längeren Zeitraum sehr genau ausgewertet werden kann, welches Gerät welche Laufleistung erbracht hat.

Spezifische Unterschiede zwischen verschiedenen Modellen oder Herstellern lassen sich indes nur bei einer Probefahrt ermitteln. So unterscheiden sich etwa Frontstapler meist nur unwesentlich in ihrem Fahrverhalten oder der Lenkung, allerdings können etwa die Sicht oder die Positionierung der Bedienelemente und sekundären Schalter einen deutlichen Unterschied ausmachen, der erst beim direkten Umgang mit dem Stapler auffällt. Bei einem solchen Termin sollten auch der Ein- und Ausstieg und die Anzeigen bewertet werden, da auch dieses Faktoren sind, die sich im Tagesgeschäft auf die Arbeitsgeschwindigkeit und Arbeitssicherheit auswirken.

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