Stapler in der Holzindustrie

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Rund 32 Prozent der Gesamtfläche Deutschlands sind mit Wald bedeckt. Holz zählt damit auch hierzulande zu den wichtigen Wirtschaftsgütern. Die deutsche Holzwirtschaft verzeichnet jährlich Umsätze im zwei- bis dreistelligen Milliardenbereich, und das mit steigender Tendenz. Denn als nachwachsender Rohstoff hat Holz gerade in den letzten Jahren einen neuen Aufschwung erlebt, etwa als Baustoff für energieeffiziente Häuser. Im Möbelbau und für die Herstellung von Papier ist Holz unverzichtbar, und auch als Bioenergieträger wird es immer bedeutsamer, insbesondere als Scheitholz, Hackschnitzel oder industriell gefertigte Pellets.

Teleskopstapler in der Holzindustrie © Merlo Deutschland GmbH
Teleskopstapler in der Holzindustrie © Merlo Deutschland GmbH

Die Holzindustrie stellt hierzulande den bedeutendsten Zweig der Holzwirtschaft dar. Sie sichert die Be- und Verarbeitung, Behandlung und Veredelung von Rohholz. Davon entfallen rund drei Viertel auf die Sägeindustrie, also die Verarbeitung von Roh- zu Schnittholz. Die deutsche Sägeindustrie ist mit Abstand der größte Abnehmer von Rohholz, insbesondere von Nadelholz. Laubholz wird in Deutschland deutlich weniger verarbeitet. Vor allem in der Furnierindustrie werden hochwertige Hölzer gebraucht.

Vom Wald in die Verarbeitung

Damit aus einem Baum Möbelstücke, Arbeitsplatten oder Furniere hergestellt werden können, müssen zunächst die gefällten Baumstämme möglichst kosteneffizient gesammelt, verdichtet und zum Sägewerk oder anderen Unternehmen der Holzindustrie transportiert werden. Die dabei eingesetzten Geräte wie Front- oder Seitenstapler müssen mit speziellen Lastaufnahmemitteln ausgestattet sein, um die runden und uneinheitlich geformten Stämme sicher aufnehmen und verfahren zu können. Um Zeit und damit Kosten zu sparen, werden Stapler mit Holzgreifern eingesetzt, die die Stämme wie eine überdimensionierte Zange aufnehmen und einklemmen, während sie transportiert und verladen werden.

Gabelstapler für die Holzindustrie © SVETRUCK Deutschland GmbH
Gabelstapler für die Holzindustrie © SVETRUCK Deutschland GmbH

Diese Geräte können zusätzlich mit einem Auswerfer ausgestattet werden, der es ermöglicht, das Stammholz auch bei nahezu senkrechtem Hubgerüst sicher und kontrolliert abzulegen. Der Auswerfer wird wie das Hubgerüst vom Fahrerstand aus bedient und erhöht die Stabilität und Standsicherheit des Staplers. Während für den Transport der Stämme in das Sägewerk oder zu anderen weiterverarbeitenden Industriebetrieben Auflieger genutzt werden, wird der innerbetriebliche Transport in der Regel mit einem Seitenstapler vollzogen, der mit zusätzlichen Langguttraversen ausgerüstet ist. Statt zwei bietet ein solcher Stapler gleich vier Gabelzinken, die teilweise höhenverstellbar sind, um unterschiedliche Höhenniveaus auszugleichen. Das Holz wird hierbei quer zur Fahrrichtung neben dem Stapler transportiert, wodurch selbst Langhölzer oder großflächige Arbeitsplatten wirtschaftlich und sicher bewegt werden können.

In den Betrieben der Holzindustrie, besonders im Bereich der Holzbearbeitung, müssen sich die Geräte sowohl im Innen- wie auch Außeneinsatz bewähren, da sich hier die Lagervorräte oftmals im Außenbereich befinden und auftragsbezogen für die weiteren Bearbeitungsschritte im Hallenbereich angerufen werden. Weiter hinten in Produktionskette findet die Be- und Verarbeitung zunehmend im geschützten Innenbereich statt, auch die Lagerung der empfindlichen Rohmaterialien, Halb- und Fertigzeuge erfolgt in dieser zweiten Bearbeitungsstufe zumeist in geschlossenen Räumlichkeiten.

Aufgrund des hohen Eigengewichts von Holz sowie der Notwendigkeit, das Rohholz möglichst kostengünstig zu transportieren, müssen Stapler in der Holzindustrie oft hohe Lasten aufnehmen, umsetzen und bewegen. Daher sind hier Tragfähigkeiten von 4, 5 oder auch deutlich mehr Tonnen eher die Regel denn die Ausnahme. Einige Modelle können sogar bis zu 50 Tonnen aufnehmen und damit den innerbetrieblichen Transport vom LKW in die Produktion erheblich beschleunigen.

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Die Last bestimmt den Stapleraufbau

Je nachdem, in welcher Bearbeitungsstufe sich das Holz befindet, müssen Stapler in der Holzindustrie sehr unterschiedliche Lasten bewegen. Sind es an der Schnittstelle zur Forstwirtschaft vor allem Rundhölzer und Massivholz, so sind es in weiteren Verarbeitungsstufen meist schon Platten, Bretter oder Bauelemente. Diese vereinfachen einerseits den Transport, da sie dichter und stabiler gestapelt werden können, auf der anderen Seite ist damit jedoch ein höheres Transportgewicht verbunden, das zudem häufig nicht bodennah, sondern in Kragarm- oder Schwerlastregalen eingelagert werden muss. Die eingesetzten Stapler müssen also sowohl bei der Tragfähigkeit als auch bei der Hubhöhe Höchstleistungen erbringen. Dazu kommt, dass der Markt zunehmend längere Holzplatten, größere Gebinde und höhere Dicken bei Isolationsbaustoffen nachfragt, was die produzierenden Unternehmen nur mit entsprechender technischer Unterstützung leisten können.

Manitou Gabelstapler © Manitou
Manitou Gabelstapler © Manitou

Aufgrund der günstigeren Lastverteilung finden sich in der Holzindustrie daher häufig Seiten- oder Vierwegestapler, während klassische Frontstapler eher in nachgelagerten Bereichen anzutreffen sind. Hersteller wie Hubtex oder Battioni & Pagani bieten Standardmodelle mit Tischbreiten von 1.000 bis 1.800 mm an. Auf Kundenwunsch sind auch andere Breiten erhältlich, die sich an den zu transportierenden Lasten orientieren. So können Güter sowohl sicher als auch effizient umgeschlagen werden.

Leistung braucht einen starken Antrieb

Beim Antrieb der Stapler wird häufig auf besonders leistungsfähige Dieselmotoren gesetzt, die sowohl im Innen- als auch im Außenbereich fahren können. Da die dabei entstehenden Dieselmotoremissionen krebserzeugende Gefahrstoffe sind, ist der Einsatz von Dieselfahrzeugen nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich, denn eine Gefährdung der Beschäftigten muss ausgeschlossen oder zumindest so weit wie möglich verringert werden (§ 9 Abs. 2 Gefahrstoffverordnung). Während die Gefahrstoffverordnung nur allgemeine Vorgaben macht, werden die Schutzziele in den Technischen Regeln für Gefahrstoffe konkretisiert, beispielsweise in der TRGS 554 „Abgase von Dieselmotoren“.

So müssen besonders schadstoffarme Dieselmotoren eingesetzt werden, die über Partikelfilter verfügen, um die Emission von Gefahrstoffen zu minimieren. Regelmäßige Wartungen aller Stapler sowie lüftungstechnische Maßnahmen (Absaugvorrichtungen, Frischluftzuführungen) sollen zusätzlich die Arbeitssicherheit erhöhen.

Auch wenn Dieselmotoren gerade im Bereich des Schwerlasthandlings alternativlos sind, kommen für den internen Warenumschlag, die Kommissionierung und die Verladung oft elektrische oder Hybridantriebe zum Einsatz. Welcher Antrieb jeweils geeignet ist, hängt dabei von Leistungsparametern wie dem maximalen Lastgewicht, der Fahr- und Arbeitsgeschwindigkeit sowie der täglichen Arbeitsdauer ab. Hier spielen Diesel-Verbrennungsmotoren einen weiteren Vorteil aus, denn ihr Tank kann binnen Minuten wieder komplett gefüllt werden, während ein Akku selbst mit Schnelladefunktion deutlich länger braucht. Muss der Stapler also länger als eine Schicht intensiv genutzt werden, empfehlen sich auch aus diesem Grund dieselbetriebene Modelle.

Neben der erforderlichen Umschlagsleistung definieren auch die konkreten logistischen Anforderungen die technische Ausstattung. Hersteller wie Hubtex bieten ihre Front- und Seitenstapler daher in modularer Bauweise an, die eine Vielzahl an Motor- und Bereifungsvarianten eröffnet. Die Geräte können mit unterschiedlichen Varianten von Hubgerüsten ausgestattet werden, um Langgut, Platten, palettierte Ware und andere Ladungen schnell, effizient und damit wirtschaftlich zu transportieren.

Geschwindigkeit ist in der Holzindustrie ein entscheidendes Kriterium, um die Transportzeiten auf den Wegen im Außen- und Innenbereich möglichst kurz zu halten. Daher müssen die Stapler auch unter Volllast möglichst zügig unterwegs sein, sowohl in der Halle als auch im Außengelände. Auch beim Warenumschlag lassen sich mit der passenden technischen Ausstattung pro Arbeitsschritt wertvolle Sekunden sparen. Gleichzeitig kann die Arbeitssicherheit erhöht werden, indem der Hubmast mit speziellen Ventilen ausgestattet wird, die ein ruckfreies Absenken und Anheben auch bei ungünstigem Lastschwerpunkt erlauben. Dies wird umso wichtiger, je weiter die Güter vom Stapler angehoben werden müssen, denn mit zunehmender Höhe nehmen die Eigenschwingungen des Hubmastes zu. Günstig sind hier etwa über Kreuz montierte Zylinder für den Mastausschub, die in der Endposition vollkommen ruckfrei und damit besonders schonend für Waren und den Stapler selber sind.

Vom Lager zum Kunden

In Sägewerken und anderen holzverarbeitenden Industriebetrieben müssen nicht nur vergleichsweise unempfindliche Rohmaterialien, sondern auch Halb- und Fertigprodukte gelagert werden. Daher finden sich hier im Lager neben klassischen Hochregalen für Paletten mittlerweile vermehrt Kragarmregale für Platten und Langgüter, die mit Kommissioniergeräten angefahren und bestückt werden müssen.

Gabelstapler im Außeneinsatz © Toyota
Gabelstapler mit Holz beladen © Toyota

Ob dabei die Kommissionierung vom Boden aus erfolgt, die Ware also zunächst aus den Lagerfächern entnommen und an einer Übergabestation angedient wird, oder der Kommissionierer mit dem Gerät das Lagerfach anfährt (Man-up) und dort die benötigten Mengen entnimmt, hängt von der räumlichen Struktur und den gelagerten Gütern ab. In der Praxis werden beide Varianten – oft auch kombiniert – genutzt.

Bei hohem Durchsatz und beengten Verhältnissen kann eine Halb- oder Vollautomatisierung im Lager/Kommissionierbereich helfen, die Arbeitsproduktivität und -sicherheit zu erhöhen. Werden Stapler und Kommissioniergeräte beispielsweise induktiv geführt, entlastet das den Bediener beim Navigieren und Rangieren. Zudem können durch Führungsschienen die Fahrwege und damit auch die Abstände zwischen den Regalzeilen optimiert werden – bei gleichzeitiger Verringerung von Gefährdungen für Mensch, Maschine und Material.

Gerade in Lagerbereichen, in denen Artikel mit einem Eigengewicht von mehrerer Tonnen (beispielsweise Leimbinder oder Bauelemente für Fertighäuser) regaliert gelagert werden, sorgen geführte Kommissionierstapler für zusätzliche Sicherheit, da mit ihnen die Gefahr, überstehende Ware zu erfassen, reduziert wird. Um Kollisionen mit Personen oder anderen Geräten zu verhindern, werden automatisch geführte Systeme mit Abstandsmessern und Kameras ausgestattet, die jederzeit überprüfen, ob die Fahrtstrecke komplett frei ist. Befindet sich ein Hindernis im Weg, stoppt das Gerät sofort.

Tipps für die Auswahl geeigneter Stapler für die Holzindustrie

Hohe Gewichte und große, oft sperrige Güter sind typische Herausforderungen in Betrieben der Holzindustrie. Anbieter von Schwerlaststaplern wie Hyster, Hubtex, Kalmar oder Manitu bieten passende Modelle mit entsprechenden Tragkraft- und Hubhöhenreserven, die durch Anbaugeräte weiter auf die jeweiligen Arbeitsanforderungen angepasst werden können. Führend ist hierbei der deutsche Hersteller Schulte-Henke GmbH, die unter dem Markennamen stabau seit mehr als vier Jahrzehnten Anbaugeräte für Stapler und Baumaschinen entwickelt. Für jeden Bearbeitungsschritt in der Holzindustrie stehen passende Anbauten zur Verfügung, mit denen sperrige Platten, palettierte Holzpakete oder lose Sägespäne aufgenommen und sicher transportiert werden können.

Schaufel Anbaugerät Gabelstapler
Schaufel Anbaugerät: Hackschnitzel werden aufgenommen © BAUER GmbH

Je komplexer die Anforderungen sind, desto wichtiger ist es, die Hersteller möglichst früh einzubinden, im Idealfall schon während der Konzeptionierung. Das gilt auch für den Anbieter der eingesetzten Regalanlage, da durch eine enge Abstimmung die vorhandenen räumlichen Kapazitäten optimal genutzt werden können.

Neben den technischen Eckdaten wie Höchstgeschwindigkeit, Hubhöhe, maximaler Tragfähigkeit und Lastschwerpunkt spielen bei der Auswahl auch Kriterien wie die maximale Laufzeit, Flexibilität und Erweiterbarkeit eine Rolle. Empfehlenswert ist generell, die Auswahl nicht allein anhand von technischen Datenblättern zu treffen, sondern sich im Vorfeld zu informieren, welche Erfahrungen der Anbieter mit der Holzindustrie vorweisen kann, und möglichst auch Referenzkunden zu besuchen, um die dort realisierten Lösungen vor Ort zu sichten und zu begutachten.

Die Fachartikel und Checklisten auf Staplerberater.de sind ebenfalls eine gute Basis, um sich in die Materie einzuarbeiten und detaillierte Informationen zu einzelnen Staplermodellen oder Ausstattungsoptionen zu erhalten. Hier finden Sie nicht nur zahlreiche Tipps und Hinweise, sondern unter anderem auch sieben E-Books, die Sie kostenlos herunterladen und in Ihrem Betrieb nutzen können. Unser Anspruch ist dabei, Ihnen fundiertes Fachwissen in verständlicher Form zur Verfügung zu stellen und Sie bei Fragen bestmöglich zu unterstützen.

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