Stapler in der Papierindustrie

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Gabelstapler in der Papierindustrie

Die deutsche Papierindustrie befindet sich im Umbruch: Einerseits sinkt die Nachfrage nach sogenannten grafischen Papieren, zu deren Hauptabnehmern Buch-, Zeitungs- und Zeitschriftenverlage zählen: Die haben selber seit Jahren ein massives Problem, denn die Digitalisierung sorgt für eine stetig sinkende Nachfrage nach Druckerzeugnissen, so dass der Bedarf an grafischen Papieren ebenfalls sinkt. Auch die Bedeutung von Papier zu Dokumentations- und Archivierungszwecken nimmt ab: Immer mehr Daten, Informationen und Dokumente werden in Unternehmen und Behörden ausschließlich elektronisch archiviert, was nicht nur Platz spart, sondern auch sonst viele Vorteile bringt.

Gabelstapler Einsatz mit Anbaugeraet
Gabelstapler in der Papierindustrie © industrieblick, fotolia.com

Auf der anderen Seite steigt die Nachfrage nach Verpackungspapieren und Kartonagen, die zunehmend Speziallösungen für bestimmte Anwendungsfälle darstellen – etwa als Alternative zu Plastikverpackungen für frische Lebensmittel. Selbst Möbel und sogar komplette Wohncontainer lassen sich aus Papierfasern fertigen, bei vielen großen Einrichtungs- und Möbelhäusern sind Tische, Regale und verschiedene Kleinmöbel auf Papierbasis erhältlich.

Vorsprung durch Produktivität und Technik

Die deutsche Papierindustrie hält dennoch ihre Spitzenposition in Europa, nicht zuletzt deswegen, weil trotz des erheblichen Rückgangs von Betrieben und Beschäftigten die Produktionsmenge deutlich gesteigert werden konnte:

Jahr Zahl der Betriebe in der deutschen Papierindustrie Zahl der Beschäftigten in der deutschen Papier-industrie Produktion von Papier, Karton, Pappe in der deutschen Papierindustrie in Millionen Tonnen
1990 291 82.600 12,7
2000 184 45.800 18,2
2015 162 40.600 22,6

Tabelle 1: Die Entwicklung der deutschen Papierindustrie von 1990 bis 2015

Die Betriebe müssen – ähnliche wie die Verlage – ihr Geschäftsmodell an die veränderten Marktbedingungen anpassen und sich neue Marktnischen suchen. Das ist nötig, um der „strukturellen Erosion der Papiernachfrage“, wie die Situation im aktuellen Geschäftsbericht eines der größten europäischen Papierhersteller beschrieben wird, entgegenzuwirken. Und sie müssen sich immer weiter optimieren, was den Maschinenpark und die logistischen Prozesse betrifft.

Die Produktion von Papier ist heute ein hochautomatisierter Vorgang, bei dem – und daran hat sich seit der Erfindung des Papiers im alten Ägypten nicht viel verändert – lange und kurze Zellstofffasern zu einem Brei verkocht, mit Leim vermischt und dann durch starken Druck in schier endlose Papierbahnen verwandelt werden. Diese werden aufgerollt und die Rollen, ähnlich wie Coils in der metallverarbeitenden Industrie, in anderen Maschinen weiterver- und -bearbeitet.

Während der Weg von der Faser zur Papierrolle weitgehend vollautomatisch abläuft, sind für die Verarbeitung des Rohpapiers Stapler und andere Flurförderzeuge unverzichtbar. Sie nehmen die Rollen, die teilweise einen Durchmesser von einem Meter aufweisen und mehrere Tonnen wiegen, mit speziellen Anbaugeräten auf und bringen sie zur nächsten Maschine, die beispielsweise aus der Rolle einzelne Blätter schneidet.

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Papier ist geduldig – und staubig

Der Maschinenpark läuft rund um die Uhr, und das – von kurzen Wartungsintervallen abgesehen – nahezu an jedem Tag des Jahres. Nur so können die oft mehrere hundert Millionen Euro teuren Spezialmaschinen wirtschaftlich betrieben werden. Auch die Stapler, die an der Ver- und Entsorgung der Maschinen beteiligt sind, müssen bei diesem Tempo mithalten, denn sie sind eng in den Gesamtprozess eingebunden. Ohne ihre Tragfähigkeit und Flexibilität würde der Prozess ins Stocken geraten, im schlimmsten Fall würde der gesamte Betriebsablauf kollabieren. Die Folge wären lange und teure Stand- und Ausfallzeiten und viel manueller Aufwand, um den Prozess danach erneut ins Laufen zu bringen. Das stellt hohe Anforderungen an die Staplerfahrer, die in drei Schichten arbeiten und daher Geräte brauchen, die diese hohen Taktzeiten aushalten und gleichzeitig die Tragfähigkeit bieten, um die Papierrollen sicher, schnell und schonend zu transportieren.

Zum Einsatz kommen dabei in der Regel Gegengewichtsstapler mit Diesel- oder Gasantrieb, oft mit Feinstaubfiltersystemen ausgestattet, die den Betrieb in Hallen zumindest zeitweise ermöglichen. In Druckereien oder Kartonfabriken werden auch Flurförderzeuge mit Elektromotoren eingesetzt, die wie überdimensionierte Schwenkschubstapler wirken, nur dass sie statt der üblichen Gabelzinken einen Tragedorn besitzen, mit dem jeweils eine Rolle aufgenommen und verfahren werden kann.

Stapler in der Papierindustrie © industrieblick, fotolia.com
Stapler in der Papierindustrie © industrieblick, fotolia.com

Verbrenner mit klaren Vorteilen

Allerdings ist die Kapazität von elektrisch angetriebenen FFZ begrenzt, so dass in vielen Unternehmen Stapler mit Verbrennungsmotor eingesetzt werden. Sie haben nicht nur den Vorteil, dass sie mühelos auch mit Lasten von 7, 10 oder 12 Tonnen umgehen können, sondern sie können zudem nahezu unterbrechungsfrei eingesetzt werden. Ist der Tank leer, kann er binnen weniger Minuten neu gefüllt werden, und der Stapler ist dann sofort wieder einsatzbereit. Bei einem Elektroantrieb würden selbst mit Schnellladetechnologie signifikante Standzeiten entstehen, die man nur durch die Bevorratung einer geladenen Wechselbatterie verkürzen könnte. Die Batterie braucht jedoch zusätzlichen Platz, und für den eigentlichen Wechsel ist ein zweites Gerät samt Bediener erforderlich.

Neben dem erwähnten Tragdorn, der die Papierrollen mittig aufnimmt und transportiert, werden Stapler häufig auch mit Rollenklammern ausgestattet. Das Lastaufnahmemittel ist dann eine hydraulisch steuerbare, drehbare Klammer, die die Papierrolle fest umschließt und sowohl senkrecht als auch waagerecht transportieren kann. Im Vergleich zum Dorn haben Rollen- oder Ballenklammern den Vorteil, dass sie die Rolle beliebig drehen können, ohne dass die Papierqualität in Mitleidenschaft gezogen wird. Sensoren in den Klammern passen dabei den Anpressdruck dynamisch an die Lage des Transportgutes und damit an dessen Eigengewicht an, so dass selbst empfindliche Papiere ohne Beschädigung transportiert werden können.

Ein Job für Profis: Staplerfahrer in der Papierfabrik

Der Umgang mit dem Lastaufnahmemittel erfordert viel Erfahrung, Routine und Fingerspitzengefühl des Fahrers. Denn anders als etwa bei einer Palette verändert sich der Schwerpunkt der Last während des Handlings, etwa wenn die Rolle beim Verfahren gedreht wird, um sie an der weiterverarbeitenden Maschine einfädeln zu können. Dazu muss der Fahrer nicht nur die verschiedenen Funktionen der Klammer zuverlässig bedienen können, sondern auch sein Fahrzeug perfekt beherrschen. Denn in der Regel herrscht im Warenein- und -ausgang sowie im Lager reger Staplerbetrieb mit mehreren Fahrzeugen. Damit dabei trotz Termindrucks und hoher Staubbelastung nichts passiert, müssen die Fahrer stets konzentriert sein und ihre Arbeitswege genau kennen.

Staplerfahrer © WavebreakMediaMicro, fotolia.com
Staplerfahrer: Konzentration und Genauigkeit dürfen nicht fehlen © WavebreakMediaMicro, fotolia.com

Da Fasern die wesentliche Zutat bei der Papierherstellung sind, sind Mensch und Maschinen dabei einer permanenten Staubbelastung in der Luft ausgesetzt. Während der Fahrer davor gut geschützt werden kann, z. B. durch eine geschlossene Kabine mit Klimaanlage, ist der Staub für die Stapler und FFZ ein nicht zu unterschätzender Stress- und Ausfallfaktor. Denn die Partikel dringen durch Lüftungsschlitze in den Motorraum ein, dadurch setzen sich die Kühler mit der Zeit zu, und schließlich fällt das Gerät mit einem Defekt aus. Um das möglichst zu verhindern, müssen Stapler in der Papierindustrie so konstruiert sein, dass möglichst wenig Staub eindringen kann, etwa indem das Chassis vollständig geschlossen ausgeführt wird.

Innovationen gegen den Staub

Beim Staplerhersteller Hyster, der sich auf Spezial- und Schwerlaststapler spezialisiert hat, sind die Ingenieure noch einen konsequenten Schritt weitergegangen: Mit dem „Cool Truck“ hat Hyster einen Gabelstapler entwickelt, der speziell für den Einsatz in der Recycling- und Papierindustrie optimiert wurde. Der Clou bei diesen Geräten ist der Kühlerlüfter des Kombikühlers, der alle 20 Minuten für 20 Sekunden keine Luft ansaugt, sondern ausbläst und so angesammelten Staub selbständig entfernt. Dadurch verlängert sich die Betriebsdauer erheblich, und selbst hohe Umgebungstemperaturen machen dem Stapler nichts aus, da die Lüftung immer optimal arbeiten kann.

Stapler in der Recyclingindustrie © Hyster
Stapler in der Recyclingindustrie © Hyster

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