Stapler in der Recyclingindustrie

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Rohstoffe aus Abfall wiedergewinnen – Stapler sorgen in der Recyclingindustrie für Bewegung

Recycling, also die Trennung und Aufbereitung von Abfallprodukten mit dem Ziel, die gewonnen Erzeugnisse, Materialien oder Stoffe einer neuen Verwendung zuzuführen, hat sich längst zu einem wichtigen Industriezweig mit jährlichen Umsätzen im Milliardenbereich entwickelt. Ob Altpapier, Metalle oder Kunststoffe: Die Wiederverwendung und Aufbereitung von Abfällen ist eine wichtige Säule des Umweltschutzes und – etwa beim Metallrecycling – zudem eine Chance für die Industrienationen in Europa, den sich weltweit verknappenden Rohstoffvorräten zu begegnen.

Teleskopstapler
Teleskopstapler in der Recycling-Industrie © Merlo Deutschland GmbH

Auf Recyclinghöfen, Schrottplätzen und in anderen Unternehmen der Kreislaufwirtschaft werden dabei täglich hohe Gewichte und Volumen bewegt, teilweise automatisiert auf Fördertechnik, oft jedoch auch mit Staplern, auf die in der Recyclingindustrie häufig besonders schwierige Einsatzbereiche warten.

Denn neben hohen Gewichten müssen sich Stapler in diesem Bereich noch anderen Herausforderungen stellen: Häufig sind die zu transportierenden Lasten und Güter nicht nur sehr inhomogen, sondern verschmutzt, verölt oder staubig. Gerade Staub fordert den eingesetzten Geräten einiges ab, denn die kleinen Feststoffpartikel können empfindliche Bauteile im Staplermotor, der Hydraulik oder der Elektronik beschädigen oder ihre Funktionsfähigkeit beeinträchtigen.

Doch nicht nur die zu transportierenden Güter verlangen Mensch und Maschine mehr ab als in anderen Industriebereichen, auch die grundsätzlichen Rahmenbedingungen sind in der Regel deutlich härter und anspruchsvoller. Oftmals werden Stapler nicht nur im geschützten Innenbereich einer Halle eingesetzt, sondern müssen – beispielsweise auf einem Recyclinghof oder Schrottplatz – auch im Freigelände arbeiten. Unebener Boden, Schmutz, Wind und Witterung, das alles setzt den Geräten zusätzlich zu und erhöht den Wartungs- und Reparaturaufwand.

Arbeitsabläufe und logistische Besonderheiten in der Recyclingindustrie

Ob Altmetalle, Kunststoffabfälle oder Altpapier: Mithilfe modernder Aufbereitungstechnologien lassen sich daraus wieder wertvolle Rohstoffe gewinnen, oftmals mit deutlich geringerem technischen und finanziellen Aufwand. So muss beispielsweise beim Recycling von Aluminium nur ein Bruchteil der Energie eingesetzt werden, die bei der Gewinnung aus Erz aufgewendet wird. Zudem werden teure Transporte rund um die Welt vermieden.

Allerdings sind die Rohstoffe im Recycling oftmals verschmutzt oder mit anderen Wertstoffen vermischt. Öl, Staub, chemische und organische Verunreinigungen machen die Wiederverwertung anspruchsvoll und aufwendig, mit Auswirkungen nicht nur im Bereich der Verarbeitung, sondern auch in der Logistik. Denn die Geräte müssen auf diese rauen Einsatzbedingungen ausgelegt und entsprechend wartungsarm und robust konstruiert sein.

In den meisten Betrieben der Recyclingindustrie werden daher Stapler mit Verbrennungsmotoren eingesetzt, die von ihrer Konstruktion her so gestaltet sind, dass sie auch unter anspruchsvollen Bedingungen möglichst lange zuverlässig laufen und arbeiten. Zudem bieten vor allem dieselbetriebe Stapler den Vorteil, dass sie für deutlich höhere Traglasten ausgelegt sind als Stapler mit Elektromotor. Wo also Güter von mehreren Tonnen Gewicht transportiert werden müssen, sind Stapler mit Dieselantrieb nach wie vor meist erste Wahl.

Stapler in der Recyclingindustrie © Hyster
Stapler in der Recyclingindustrie © Hyster

Weitere Vorteile von Diesel- und Gasstaplern sind die geringeren Anschaffungskosten im Vergleich zu einem Elektromodell sowie die hohe Verfügbarkeit: Wenn der Tank leer ist, reicht ein kurzer Stopp an der Zapfsäule, damit der Stapler wieder für Stunden einsatzbereit ist. Bei einem elektrisch betriebenen Gerät lässt sich ein kontinuierlicher Betrieb nur mit hohem Aufwand (Wechselbatterie) oder hohen Kosten (zusätzlicher Ersatzstapler) aufrechterhalten. Auch sind Gas- oder Dieselstapler genügsamer, was die Umgebungsbedingungen angeht. Unebenheiten, Steigungen und Gefälle setzen den Geräten weniger zu, und auch Feuchtigkeit und Staub können ihnen vergleichsweise wenig anhaben.

Trotzdem haben Stapler mit Verbrennungsmotor auch Nachteile. So sind die Motoren deutlich hörbar, was mit zusätzlichem Stress durch Lärm für den Fahrer und anderes Personal verbunden ist. Zudem relativieren sich die günstigeren Anschaffungskosten während der gesamten Nutzungsdauer des Gerätes, denn die Wartungskosten sind bei Staplern mit Verbrennungsmotor höher als bei elektrisch betriebenen, und nicht zuletzt belasten höhere Emissionen die Umwelt. Für die Versorgung mit Treibstoff müssen Lösungen gefunden werden, während für Elektrostapler nur ein Starkstromanschluss benötigt wird, der in der Regel vorhanden ist oder vergleichsweise unproblematisch nachgerüstet werden kann.

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Robuste Elektrostapler als Alternative

Inzwischen haben auch die Hersteller von Staplertechnologie die Recyclingindustrie als neues, attraktives Geschäftsfeld ausgemacht und entwickeln Sonderlösungen und Spezialgeräte. So stellte beispielsweise Hyster 2016 auf der Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft in München, der IFAT, seinen neuen Cool Truck vor, einen auf der aktuellen Produktreihe H4.0-5.5FT basierenden Frontstapler mit einer Tragfähigkeit von 4 bis 5,5 Tonnen. Das Besondere am Cool Truck ist sein Antrieb, denn der ist wie bei den Standardmodellen ein batteriebetriebener Elektromotor.

Stapler in der Recyclingindustrie © Hyster
Stapler in der Recyclingindustrie © Hyster

Allerdings musste der Staplerhersteller dafür eine Lösung für das Problem finden, dass Staub, Schmutz und Ablagerungen den Motor leicht überhitzen lassen können, weil die Kühlrippen sich schnell zusetzen, und so die Ausfallzeiten erhöhen. Beim Hyster Cool Truck wurde gleich eine Reihe von Anpassungen vorgenommen, um diese Problematik in den Griff zu bekommen, und das mit Erfolg.

Die Staubmenge, die in den Motorraum gelangen konnte, wurde reduziert – dafür sorgen ein vollständig geschlossenes Chassis, eine belüftete Motorhaube und weitere bauliche Anpassungen. Zudem ist ein spezieller Kühler eingebaut, der über einen Kombilüfter verfügt, der alle 20 Minuten die Luftrichtung ändert, so dass 20 Sekunden lang Luft nach außen gepustet wird. So wird Staub, der sich beim Ansaugen im Inneren gesammelt hat, regelmäßig wieder ausgepustet. Durch diese Maßnahme soll sich die Betriebsdauer des Staplers deutlich erhöhen und der Reinigungsaufwand für den Kühler verringern lassen.

Damit auch der Fahrer etwa bei Regenwetter geschützt ist, bietet Hyster für den Cool Truck diverse Ausstattungspakete mit Wetterschutzoptionen an, etwa eine Stahlkabine, die Wind und Wetter komplett aussperrt und so auch bei widrigen Bedingungen ein sicheres und konzentriertes Bedienen des Gerätes ermöglicht.

Reifen für den Außeneinsatz

Nicht nur die Motorisierung, auch die Bereifung spielt bei Staplern eine entscheidende Rolle für die Produktivität und Sicherheit im Betrieb. Die Reifen müssen für die Umgebungs- und Bodenbedingungen geeignet sein und sicherstellen, dass der Stapler auch unter Volllast in der Lage ist, sich sicher und ruckfrei zu bewegen. Zwar bietet der Elektroantrieb im Vergleich zum Verbrennungsmotor den Vorteil, dass die Beschleunigung deutlich sanfter verläuft und so ein abruptes Anfahren vermieden wird, doch ohne das passende Reifenprofil können die Räder dennoch auf nassem oder rutschigem Untergrund durchdrehen.

Für den Cool Truck bietet Hyster über Vertragshändler seinen Leasingkunden die Option, Superelastikreifen der Pit Stop Line zu nutzen, die vom Hersteller Trelleborg mit I-Rent ausgestattet wurden: Diese intelligente Lösung zur rechtzeitigen Ermittlung des Zeitpunktes, an dem die Bereifung erneuert werden muss, ermöglicht eine genauere Planung der Reifenkosten. Der Clou bei dieser Lösung ist die so genannte Pit Stop-Linie, die deutlich anzeigt, wenn ein Reifen auszutauschen ist. Sobald der Reifen noch über eine Restlaufzeit von etwa 100 Stunden verfügt, erscheint auf der Lauffläche eine hell-orange Linie. Diese ist ein eindeutiges visuelles Signal für einen anstehenden Reifenwechsel und damit ein wichtiger Beitrag zur Arbeitssicherheit, denn abgefahrene Reifen verfügen nur noch über eingeschränkte Traktion und stellen damit ein Sicherheitsrisiko dar.

Anbaugeräte für mehr Flexibilität

In der Recyclingindustrie werden im Vergleich zu anderen Industrien seltener klassische Ladehilfsmittel wie Europaletten oder Gitterboxen genutzt, häufiger müssen Ballen, Bigbags, Container oder andere Gebinde bewegt werden. Daher sind Anbaugeräte oftmals unverzichtbar, die jeweils auf bestimmte Ladungsträger ausgelegt sind.

Ballenklammer Anbaugerät Gabelstapler
Gabelstapler mit Anbaugerät Ballenklammer © KAUP GmbH & Co. KG

Dazu müssen Güter oftmals nicht nur transportiert, sondern anschließend abgekippt werden, da die Sammelbehälter entleert und einer erneuten Nutzung zugeführt werden müssen. Auch hierfür sind Anbaugeräte erforderlich, die es beispielsweise ermöglichen, eine Palette zu kippen, ohne dass sie von den Gabelzinken rutschen kann. Solche Kippomaten sind für unterschiedliche Ladungsträger geeignet und erleichtern die Arbeitsabläufe auf Deponien enorm.

Eine Alternative sind Klappbodenbehälter, die in vielen Unternehmen zur Wertstoffsammlung eingesetzt werden. Sie lassen sich mit jedem Gabelstapler oder Hochhubwagen aufnehmen und anheben und verfügen über einen oder mehrere klappbare Bodenplatten, die eine Entleerung des Behälters ermöglichen, wenn dieser über einen Sammelcontainer gehoben wird.

Für den Transport von Ballen, beispielsweise im Kunststoff- und Papierrecycling, sind hingegen Anbaugeräte wie Ballenklammern oder drehbare Gabeln erforderlich, die oftmals von Drittanbietern bezogen werden müssen. Neben den zusätzlichen Anschaffungs- und Wartungskosten muss zudem geprüft werden, ob eine regelmäßige Montage und Demontage sinnvoll ist, um den Stapler auch ohne das Anbaugerät einsetzen zu können. Viele Anbaugeräte lassen sich auch ohne technische Unterstützung (zweiter Stapler, Deckenkran, andere Hebevorrichtungen) nur mit der Kraft von zwei bis drei Mitarbeitern montieren oder verstellen. Dennoch kostet jeder Umbau Zeit und bindet Personal, so dass es bei häufigen Wechseln oftmals wirtschaftlich günstiger ist, einen zweiten Stapler mit einem fest montierten Lastaufnahmemittel einzusetzen, bei dem die Umrüstung entfällt.

Stapler in der Recyclingindustrie: Tipps für die Auswahl

Kaum eine andere industrielle Umgebung fordert den Maschinen und Geräten so viel ab wie die Recyclingindustrie. Lange Laufzeiten, unterschiedliche Witterungs- und Umgebungsbedingungen, hohe Lasten und zusätzliche Belastungen durch Staub, Öl und andere Störeinflüsse können die Technik an ihre Grenzen bringen.

Daher müssen bei der Auswahl nicht alleine Leistungsaspekte wie Tragkraft, Hubhöhen und Fahrgeschwindigkeiten berücksichtigt werden, sondern vor allem die generelle Eignung für die jeweiligen Arbeitsumgebungen. Dazu empfiehlt es sich, eine komplette Liste mit allen Einflussfaktoren zu erstellen, die für die Auswahl relevant sind. Oft ist es auch sinnvoll, Händler direkt in den Betrieb einzuladen, um gemeinsam vor Ort die konkreten Anforderungen zu besprechen und geeignete Modelle und Ausstattungsvarianten zu erörtern. So lassen sich Missverständnisse direkt ausräumen und im Dialog die wesentlichen Eckdaten des Staplers definieren.

Auf staplerberater.de finden Sie zudem wertvolle Tipps und Hinweise für die Auswahl und den sicheren Einsatz von Staplern im Betrieb. Neben zahlreichen informativen Berichten und Artikeln haben wir für Sie auch E-Books und Checklisten zusammengestellt, die Sie vollkommen kostenlos herunterladen und nutzen können. Darin finden Sie verständliche und kompakte Informationen über Technik, Betrieb und Sicherheitsaspekte im Umgang mit Staplern. Darüber hinaus bieten wir Ihnen einen kostenlosen monatlichen Newsletter, in dem wir Sie regelmäßig über Nachrichten, Termine und Unterhaltsames rund um Stapler, Flurförderzeuge und Intralogistik informieren.

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