Stapler in der Reifenbranche

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Damit alles rund läuft: Stapler in der Reifenbranche

Sie sind schwarz, und sie sind rund: Reifen stellen die entscheidende Verbindung zwischen Fahrzeug und Boden her und sorgen dafür, dass Autos, Lkw, Motorräder oder auch Stapler sicher unterwegs sind. Den größten Teil machen bei den internationalen Reifenherstellern natürlich Autoreifen aus. Diese werden einerseits bei der Erstausstattung der Fahrzeuge benötigt, mengenmäßig stärker werden jedoch Ersatzreifen nachgefragt. Denn schließlich ist selbst die Lebensdauer des hochwertigsten Reifens begrenzt und liegt erheblich unterhalb der des Fahrzeugs.

Frontstapler mit Reifen beladen © Sveta, fotolia.com
Frontstapler mit Reifen beladen © Sveta, fotolia.com

Die Reifenwelt ist dreigeteilt

Der Reifenmarkt ist seit langem unter den großen Herstellern aufgeteilt: Michelin ist führend in Europa, Goodyear (immerhin der Erfinder des luftgefüllten Gummireifens) dominiert den US-Reifenmarkt, und in Asien führt Bridgestone, der auch in Sachen Absatz und Umsatz an der Spitze der Rangliste steht. Diese „Big Three“ teilen den Weltmarkt für Reifen weitgehend unter sich auf, auch durch Akquisitionen und Zukäufe von kleineren Reifenherstellern.

Diese weltweite Konzentration ist notwendig, da moderne Fahrzeugreifen einer ständigen technischen Weiterentwicklung unterliegen, die hohe Kosten für Forschung und Entwicklung sowie für die Produktion verursachen. Kleine und mittlere Unternehmen können (oder konnten) diese Kosten nicht auf Dauer aufbringen, so dass der Weltmarkt mittlerweile zwischen den großen, international agierenden Unternehmen aufgeteilt wurde.

Gabelstapler transportiert Reifen © luckybusiness, fotolia.com
Gabelstapler transportiert Reifen © luckybusiness, fotolia.com

In Deutschland werden jährlich etwa 42 Millionen Reifen im Ersatzgeschäft verkauft, und auch wenn Kunden hier scheinbar unter mehr als zwei Dutzend verschiedener Hersteller und Anbieter wählen können, stammen die Reifen in der Regel von einem der genannten drei Weltmarktführer. Ebenfalls stark, wenn auch vom Volumen und Absatz deutlich hinter den Big Three, ist das deutsche Traditionsunternehmen Continental AG, das 1871 gegründet wurde, inzwischen jedoch nur noch etwa ein Viertel des weltweiten Gesamtkonzernumsatzes mit Reifen und Pneus erzielt.

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Deutschlands Reifenbranche ist erfolgreich in der Nische

Trotzdem stehen deutsche Produktionsunternehmen wie Continental im Wettbewerb sehr gut da. Denn in den hiesigen Fabriken werden vor allem Hochleistungsreifen gefertigt, die auch international stark nachgefragt werden. Zwar sind nach Meldungen der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (BCE) nur rund 20.000 Mitarbeiter in Deutschland mit der Herstellung oder Rundumerneuerung von Reifen beschäftigt, dennoch leidet die Branche weltweit seit langem unter zu hohen Produktionskapazitäten. Diese bestehen jedoch vor allem im Schwellenland China: Dort sind 1.400 der insgesamt rund 1.500 Reifenhersteller weltweit ansässig.

Aus bis zu 45 verschiedenen Zutaten entstehen Reifen, und tatsächlich machen natürlicher oder synthetischer Kautschuk davon gerade einmal 40 Prozent aus. Der Rest sind Füllstoffe wie Ruß, Silica, Kreide und chemische Zusätze, deren Zusammensetzung und Mischungsverhältnis Haltbarkeit, Rollwiderstand, Abrieb und Grip maßgeblich beeinflussen. In zahlreichen Arbeitsschritten werden aus der Gummimischung sowie geflochtenen Textil- und Stahldrähten die sogenannten „Green Tires“ (grüne Reifen) gefertigt, die dann unter Druck und Hitze vulkanisiert werden, was die einzelnen Bauteile untrennbar miteinander verbindet und das Gummi elastisch werden lässt.

Reifen im Lagerhaus © maxoidos, fotolia.com
Reifen im Lagerhaus © maxoidos, fotolia.com

Ohne Stapler bewegt sich nicht viel

Für den Transport der Rohmaterialien und der fertigen Reifen sind Stapler, vor allem Frontstapler, unverzichtbar. Die zahlreichen Rohmaterialien werden in großen Gebinden angeliefert und müssen dann vom Lkw oder Güterwaggon ins Lager oder direkt in die Produktion verbracht werden. Die eingesetzten Frontstapler müssen dabei in der Regel Gewichte von mehreren Tonnen sicher aufnehmen und verfahren können, weswegen oftmals diesel- oder treibgasbetriebene Stapler mit einer Hubkraft von vier oder mehr Tonnen eingesetzt werden.

Um den innerbetrieblichen Transport in geschlossenen Räumen zu ermöglichen, werden die Materialien dann an definierten Übergabepunkten von Elektrostaplern (oder bei beengten räumlichen Verhältnissen auch von elektrischen Hubwagen) übernommen und feinverteilt, ggf. nachdem sie in kleinere Transporteinheiten aufgeteilt wurden. Coils mit Stahldraht, aus denen das Stahlgürtelgewebe gewebt wird, und Ballen mit speziellen Textilfäden, aus denen die Reifenkarkasse und der Wulstkern bestehen, werden mit passenden Anbaugeräten in die Produktion gebracht und dort den Maschinen zugeführt.

Häufig werden direkt in der Produktion fördertechnische Anlagen genutzt, um die einzelnen Zwischenprodukte an die Arbeitsstationen zu bringen. Diese vernetzen die einzelnen Stationen so miteinander, dass eine geschlossene Produktionskette entsteht – von der Produktion der Gummimischung über den Zusammenbau des Rohlings bis zur Vulkanisierung des fertigen Reifens. Anschließend werden die Reifen, nach Größe sortiert, auf Paletten aufgestapelt, in Gitterboxen eingefüllt oder auf speziellen Transportgestellen aus Metall gesammelt. Diese ermöglichen auch, eine größere Anzahl fertiger Reifen sicher zu lagern, und sind so konstruiert, dass sie mit Staplergabeln unterfahren werden können. Ein fertiger Pkw-Reifen wiegt zwischen 9 und 15 Kilogramm, so dass bei 40 bis 80 Reifen pro Gestell ein Transport ohne Staplerunterstützung gar nicht möglich wäre.

Von Langgabeln und Rollenklammern

Die Transportgestelle können auch zur (Zwischen-)Lagerung und zum Versand der Reifen an den Fachhandel oder Automobil-Zulieferer genutzt werden, um den logistischen Durchlauf zu vereinfachen. Allerdings eignen sie sich nur bedingt für besonders große oder schwere Reifen, wie sie etwa bei Baufahrzeugen, Traktoren oder anderen landwirtschaftlichen Fahrzeugen eingesetzt werden. Diese werden daher oftmals ohne zusätzliches Ladehilfsmittel direkt mit dem Stapler aufgenommen und verfahren. Ermöglicht wird das durch spezielle Anbaugeräte, mit denen aus einem klassischen Frontstapler ein Spezialtransportfahrzeug wird.

Stapler mit Tragdorn und Reifen © Vladimir Melnik, fotolia.com
Stapler mit Tragdorn und Reifen © Vladimir Melnik, fotolia.com

Ein Beispiel dafür sind drehbare Rollenklammern, mit denen nicht nur Rollen, sondern eben auch großvolumige Reifen problemlos und sicher transportiert werden können. Die Rollenklammer besteht aus einer runden, zweiteiligen Armkonstruktion, deren Öffnungswinkel verstellt werden kann. Druckplatten am Ende der Arme stellen den Kontakt mit dem Transportgut sicher und sorgen dafür, dass das Gut während des Transportes fest und sicher eingespannt ist.

Stapler mit Reifenklammer © Stabau
Stapler mit Reifenklammer © Stabau

Allerdings stellen solche Anbaugeräte eine zusätzliche Investition dar und erfordern ein Umrüsten des Staplers, wenn dieser auch noch andere Lasten transportieren können soll. Daher finden sich Rollenklammern nur in Betrieben, die entsprechend große und schwere Reifen herstellen oder aufarbeiten, während für den Transport von Lkw- oder Pkw-Reifen auch die normalen Gabelzinken ausreichen. Deren begrenzte Kapazität lässt sich immerhin durch Gabelverlängerungen erweitern, die entweder dauerhaft oder bedarfsweise montiert werden.

Vom Reifen zum Rad

Die meisten produzierten Reifen werden für die Automobilindustrie gefertigt. Nur ein geringer Anteil geht in andere Branchen, etwa an Hersteller von Flurförderzeugen. Als Automotive-Zulieferer müssen die Unternehmen ihre interne und externe Logistik so ausrichten, dass sie die hohen Anforderungen in Sachen Qualität, Lieferzeit und Variantenvielfalt erfüllen können. Dazu kommen saisonale Schwankungen im Wechsel der kalten und warmen Monate, in denen eine verstärkte Verbrauchernachfrage besteht, die zusätzlich zu den Abrufen der Hersteller für die laufenden Serien erfüllt werden muss.

Um diese logistischen Herausforderungen bewältigen zu können, werden logistische Dienstleister zwischengeschaltet, die chargenweise die fertigen Reifen übernehmen, etikettieren und verbuchen und dann auf Abruf an die Zulieferer oder direkt an die Automobilhersteller ausliefern. Die Dienstleister betreiben moderne Logistikzentren mit guter Verkehrsanbindung und ausgestattet mit Hochregalen und ausreichend Handlings- und Umschlagsflächen. Dort werden die Reifen nicht nur gelagert, sondern auch auf Felgen aufgezogen, qualitätsgeprüft und dann entsprechen den Bedarfen der Produktionsstätten ausgeliefert. Auch das Retourenmanagement und bei Importen die Zollabwicklung werden von den Logistikdienstleistern übernommen – und die wiederum setzen dabei auf intensive technische Unterstützung durch Staplertechnik, mit deren Hilfe Reifen, Räder und Retouren schnell, effizient und wirtschaftlich transportiert, verladen und umgeschlagen werden.

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Dieser Branchenbericht ist Teil einer Serie auf Staplerberater.de, dem großen deutschen Fach- und Informationsportal zu Staplern und Flurförderzeugen. Hier finden Sie ausführliche und verständlich aufbereitete Informationen über Staplertechnologie, Arbeitssicherheit und Logistik. Das umfangreiche und kontinuierlich erweiterte Informationsangebot wird durch eine Sammlung von kostenlosen E-Books ergänzt, die ohne Anmeldung heruntergeladen und eingesetzt werden können. Darin finden Sie beispielsweise wertvolle Praxistipps für die Auswahl von Staplern und Hubwagen, ebenso Checklisten für die Staplerauswahl und die tägliche Einsatzprüfung.

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