Finanzierung: Alternativen im Vergleich

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Staplerkauf: Finanzierungsalternativen für den Staplerkauf

Die Anschaffung eines neuen Staplers oder eines anderen Flurförderzeugs ist oft mit Investitionen im vier- bis fünfstelligen Bereich verbunden. Für Unternehmen, die ihre Liquidität nicht gefährden wollen und dennoch diese Investitionen tätigen müssen, bieten die meisten Anbieter von Flurförderzeugen verschiedene Finanzierungsalternativen an. Wir stellen die verbreitetsten Finanzierungsoptionen im Detail vor und erläutern die jeweiligen Vor- und Nachteile.

Gabelstapler: Finanzierung und Rabatte © AKS, fotolia.com
Gabelstapler: Finanzierung und Rabatte © AKS, fotolia.com

Gabelstapler Barkauf

Wenn ausreichend liquide Mittel vorhanden sind, ist ein Bar- oder Direktkauf die unkomplizierteste Möglichkeit, den Stapler zu finanzieren. Mit Abschluss des Kaufvertrags, spätestens aber mit Lieferung und Aufbau des Staplers, wird die volle Kaufsumme fällig, sobald diese bezahlt ist, ist der Eigentumsübergang auf den Käufer vollzogen.

Die Investition wird komplett vom Käufer bilanziert und nach den gesetzlichen Vorgaben über acht Jahre abgeschrieben. Da das Gerät bilanziell aktiviert wird, kann der Käufer dafür öffentliche Fördermittel in Anspruch nehmen, wenn die jeweiligen Förderbedingungen erfüllt werden.

Stapler Kosten
Gabelstapler Barkauf © Wylezich, fotolia.com

Der Vorsteuerabzug erfolgt sofort in voller Höhe auf den gesamten Kaufpreis. Die Kosten für Wartung, Reparatur und Versicherung trägt der Eigentümer, ebenso für eine spätere Entsorgung des Altgeräts.

Für den Verkäufer ist der Barverkauf besonders attraktiv, handelt es sich hierbei doch um ein klassisches Handelsgeschäft (Geld gegen Ware) mit geringem Ausfallrisiko. Aus diesem Grund sind Händler oft gerne bereit, einen deutlichen Rabatt auf den Gesamtkaufpreis einzuräumen. Dieser kann entweder direkt auf den Nettokaufpreis angerechnet oder, beispielsweise in Form von kostenloser Zusatzausstattung, als Naturalrabatt gewährt werden.

Tipp: Gewährt der Händler bei kurzfristiger Begleichung der vollen Rechnungssumme Skonto, sollten Sie diesen in jedem Fall ziehen, also ausnutzen. Bereits ein Skonto von 2 Prozent bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen entspricht einer jährlichen Realverzinsung von mehr als 36 Prozent.
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Gabelstapler Ratenkauf/Zielkauf

Wenn die liquiden Mittel nicht ausreichen, um die Investition direkt in voller Höhe zu bezahlen, kann alternativ der Kauf auf Raten, auch als Zielkauf bekannt, genutzt werden. Entweder nimmt der Käufer zu diesem Zweck einen Kredit bei seiner Hausbank oder bei der Partnerbank des Verkäufers auf, wobei die Kreditsumme dem Verkäufer bei Vertragsabschluss bzw. bei Lieferung des Gerätes in voller Höhe ausgezahlt wird.

Gabelstapler Kauf
Gabelstapler Ratenkauf © lokomotiv07, fotolia.com

Die Zinsen für diesen Kredit sind in der Regel über die gesamte Laufzeit festgeschrieben, ebenso die Höhe der regelmäßigen Tilgungen. Für den Käufer ergibt sich so über die gesamte Kreditlaufzeit eine regelmäßige finanzielle Belastung, die exakt planbar ist. Allerdings sollte der Kredit nicht länger laufen als der Stapler voraussichtlich genutzt wird, da mit zunehmender Laufzeit auch die Zinskosten immer weiter ansteigen. Möglich sind auch individuelle Vereinbarungen, etwa eine höher Schlussrate, um die monatlichen Belastungen geringer zu halten.

Der Käufer erwirbt beim Raten- oder Zielkauf das Eigentum am Gerät, aktiviert es in seiner eigenen Bilanz und kann das Gerät im Rahmen der gesetzlichen AfA-Vorschriften linear über acht Jahre abschreiben. Die Vorsteuer wird bei Kaufabschluss in voller Höhe abgezogen, unabhängig von den Rückzahlungsmodalitäten des Kredits. Da das Investitionsgut aktiviert wird, können auch beim Ratenkauf öffentliche Förderungen in Anspruch genommen werden, sofern der Käufer die Förderbedingungen erfüllt.

Raten- oder Zielkauf ist für den Verkäufer oft noch attraktiver als der Barverkauf, da hier die Bank den Kaufpreis und das Zahlungsziel garantiert. Aus diesem Grund sollten Interessenten auch bei Ratenzahlungsvereinbarungen um den Endpreis feilschen und einen Rabatt beim Verkäufer aushandeln.

Gabelstapler Miete

Miete oder neudeutsch Rental ist immer dann die beste Möglichkeit der Finanzierung, wenn das Gerät nur kurzfristig, etwa im Rahmen eines Projektes, benötigt wird. Anders als beim Kauf bleibt das Mietgerät im Eigentum des Vermieters, der es auch in seiner Bilanz aktiviert. Der Mieter erhält ein zeitlich und räumlich beschränktes Nutzungsrecht, für das er monatliche einen festen Betrag als Mietgebühr an den Vermieter überweist. Die Mietdauer kann individuell geregelt werden und von einigen Stunden bis zu mehreren Monaten oder Jahren betragen.

Neben den Anschaffungskosten übernimmt der Vermieter auch die anfallenden Kosten für Wartung, Reparaturen und Versicherungen, die allesamt im Mietzins eingepreist werden, ebenso die Kosten für Lieferung und Abholung. Oft wird auch vereinbart, dass ein Ersatzgerät kostenlos gestellt wird, wenn der Stapler während der Mietdauer aufgrund eines technischen Defekts ausfällt und nicht einsatzbereit ist. Aus diesem Grund sind die Mietkosten im Vergleich etwa zum Leasing oft deutlich höher, besonders bei kurzen Einsatzzeiten. Wird das Gerät hingegen für eine mittel- oder langfristige Zeit gemietet (mehrere Monate oder länger), sinkt die Miete meist deutlich, da Einmalkosten wie Transport oder Verwaltung auf die gesamte Mietdauer umgelegt werden können.

Wenn der Stapler während der Mietzeit nur sporadisch genutzt wird, also wenige Betriebsstunden anfallen, ist ein dynamischer Mietzins günstiger, bei dem neben einer Grundpauschale Betriebsstunden abgerechnet werden. Wird der Stapler jedoch während der Mietzeit intensiv eingesetzt, ist aus Mieterperspektive eine nutzungsunabhängige Mietgebühr günstiger.

Die Mietkosten können vom Mieter als Betriebsausgaben steuerlich geltend gemacht werden, ein Vorsteuerabzug ist jeweils für die in der Rate enthaltene Umsatzsteuer möglich.

Vermieter sind entweder Hersteller von Flurförderzeugen, Händler oder auf die Vermietung spezialisierte Unternehmen. Bei der Auswahl sollte man nicht nur auf die wöchentlichen oder monatlichen Mietkosten achten, sondern auch auf die Kosten für den Transport, die von der Entfernung zwischen Mieter und Vermieter abhängen. Hier punkten besonders große Anbieter mit einem bundesweiten Netzwerk und dementsprechend kurzen Wegen.

Einen Stapler zu mieten ist wirtschaftlich immer dann sinnvoll, wenn das Gerät nur zeitweise benötigt wird, nicht aber für den regulären Geschäftsbetrieb. Der Mieter muss sich nicht um erforderliche Wartungen, Reparaturen oder den Austausch eines defekten Geräts kümmern, muss jedoch im Vergleich zu anderen Finanzierungsalternativen mit den höchsten Kosten für eine Betriebsstunde kalkulieren – allerdings mit der Option, diese auch kurzfristig durch Rückgabe des Geräts abbauen zu können.

Gabelstapler Mietkauf

Beim Modell Mietkauf handelt es sich um einen Mietvertrag, in dem der Vermieter dem Mieter das Recht einräumt, die Mietsache durch einseitige Erklärung innerhalb einer festgelegten Frist zu kaufen. Anders als beim Leasing geht das wirtschaftliche Eigentum mit Abschluss des Mietkaufvertrages direkt auf den Käufer über, während das juristische Eigentum erst dann an den Mietkäufer übergeht, wenn dieser die Kaufoption nutzt.

Der Mietkäufer aktiviert den Stapler in der eigenen Bilanz. Die Umsatzsteuer wird zu Beginn des Vertragsverhältnisses in voller Höhe fällig, die monatlichen Raten werden dann netto beglichen. Dadurch kann der Mietkäufer öffentliche Fördermittel in Anspruch nehmen, wenn die individuellen Voraussetzungen erfüllt sind.

Stapler Kosten © Zelfit, fotolia.com
Stapler Kosten © Zelfit, fotolia.com

Der Mietpreis ist im Vergleich zum Ratenkauf oft deutlich höher, was zum einen für den Mietkäufer einen zusätzlichen Anreiz darstellen soll, das Gerät am Ende tatsächlich zu kaufen und zum anderen der Tatsache Rechnung trägt, dass der Wertverlust bei einem Neugerät durch den Gebrauch deutlich höher ist als bei einem Gebrauchtgerät.

Die Laufzeit des Mietkaufvertrags kann frei bestimmt werden, ebenso, ob ein Eigentumsvorbehalt, also eine feste Kaufabsicht des Mietkäufers, im Vertrag aufgenommen wird. Dieser ist wichtig, wenn der Verkäufer während der Vertragslaufzeit insolvent wird, denn in diesem Fall kann der Käufer die Erfüllung des Vertrages verlangen.

Mietkauf stellt immer dann eine wirtschaftlich sinnvolle Alternative dar, wenn grundsätzlich die Notwendigkeit besteht, das Gerät zu kaufen und dauerhaft zu nutzen, aber die finanziellen Mittel für einen Barkauf nicht ausreichen oder für einen Ratenkauf kein Kredit gewährt wird.

Gabelstapler Leasing

Beim Leasing wird ein Vertrag zwischen dem Leasinggeber (Händler oder Hersteller) und Leasingnehmer (Kunde) geschlossen. Der Leasinggeber räumt dem Leasingnehmer ein zeitlich begrenztes Nutzungsrecht am geleasten Gegenstand ein, der Leasing-Nehmer zahlt dafür monatlich einen festgelegten Betrag, die Leasinggebühr. Zum Ende der Vertragslaufzeit kann das Leasingobjekt entweder zu einem vereinbarten Restwert vom Leasingnehmer gekauft oder an den Leasinggeber zurückgegeben werden.

Gabelstapler
Gabelstapler Leasing © Bugphai, fotolia.com

Das Leasingobjekt wird vom Leasinggeber beschafft und vorfinanziert, dementsprechend wird es auch in dessen Bilanz aktiviert und bleibt während der Leasingdauer in seinem Eigentum. Die Höhe der monatlichen Raten richtet sich nach der Laufzeit des Leasingvertrages und deckt den üblichen Wertverzehr des Leasingobjektes ab. Des Weiteren werden Kosten für die Finanzierung, Verwaltung und ein Gewinnzuschlag in der monatlichen Rate umgelegt. Die Laufzeit muss mindestens 40 und maximal 90 Prozent der AfA-Dauer betragen, also zwischen 38 und 86 Monaten betragen und ist nicht einseitig kündbar.

Der wesentliche Unterschied zur Miete liegt in der Gewährleistung: Während ein Vermieter auch für Wartung und Instandhaltung des Mietobjekts verantwortlich ist, gehen diese Pflichten beim Leasing auf den Leasingnehmer über, der die Sach- und Preisgefahr übernimmt. Aus diesem Grund wird Leasing auch als „atypische Miete“ bezeichnet.

Leasing kann auf eine Voll- oder als Teilamortisation hinauslaufen. Bei einer Vollamortisation werden die gesamten Kosten des Leasinggebers durch die Leasingraten getilgt, das Leasingobjekt geht am Ende der Vertragslaufzeit in das Eigentum des Leasingnehmers über. Anders bei der Teilamortisation, bei der zum Ende der Vertragslaufzeit ein Restwert verbleibt, hier bleibt der Leasinggeber Eigentümer am verleasten Objekt. Zum Vertragsende kann der Leasingnehmer das Leasingobjekt zurückgeben und damit den Vertrag beenden oder das Leasingobjekt zum vereinbarten Restwert erwerben.

Da der Restwert bereits zu Beginn des Leasings festgelegt wird, kann er sich durch eine andere als die ursprünglich angedachte Nutzung verändern. Wenn der Stapler etwa deutlich intensiver eingesetzt wird als geplant, erhöhen sich Abnutzung und Verschleiß, verringert sich der Restwert und vice versa. Für beide Fälle müssen im Leasingvertrag klare Regelungen getroffen werden, um Differenzen zum Vertragsende zu vermeiden.

Sowohl die monatlichen Leasingraten wie auch eine evtl. bei Vertragsende zu leistende Restwertzahlung können vom Leasingnehmer als Betriebskosten verbucht werden. Dementsprechend ist ein Vorsteuerabzug jeweils in Höhe der in der Rate enthaltenen Umsatzsteuer möglich.

Wenn ein Stapler nicht nur kurzfristig, sondern mindestens für 38 Monate benötigt wird, stellt Leasing im Vergleich zur Miete die günstigere Variante dar. Da oft nicht gewünscht ist, dass das finanzielle Risiko für die Instandhaltung des Leasingobjektes beim Leasingnehmer verbleibt, bieten viele Leasinggeber auch ein Service-Leasing an, also einen optionalen Full-Servicevertrag, dieses ist besonders bei langen Laufzeiten sinnvoll, da mit längerer Nutzungsdauer der Verschleiß überproportional ansteigt.

Bei Leasingverträgen herrscht weitgehend Vertragsfreiheit, daher können die Modalitäten in jedem Einzelfall neu festgelegt werden. So ist es beispielsweise üblich, dass zu Beginn des Leasings eine Anzahlung fällig wird, deren Höhe von der Bonität des Leasingnehmers abhängt. Eine solche Anzahlung reduziert die monatlichen Leasingraten und verringert das wirtschaftliche Risiko des Leasinggebers.

Vergleich der Gabelstapler Finanzierungsarten

In dieser Tabelle finden Sie die unterschiedlichen Aspekte der Finanzierungsarten noch einmal übersichtlich aufgeführt:

Barkauf Ratenkauf Miete Mietkauf Leasing
Bilanzierung durch: Käufer Käufer Vermieter Käufer Leasinggeber
Vorsteuerabzug sofort auf den gesamten Kaufpreis sofort auf den gesamten Kaufpreis die in jeweiliger Rate enthaltene Ust sofort auf den gesamten Kaufpreis die in jeweiliger Rate enthaltene Ust
Kostenverantwortung für Wartung, Reparatur, Versicherung Käufer Käufer Vermieter Käufer Leasingnehmer*
öffentliche Fördermittel möglich möglich nicht möglich möglich nicht möglich
Vertragslaufzeit kurz mittel- bis langfristig kurz-, mittel- oder langfristig kurz- bis mittelfristig kurz-, mittel- oder langfristig

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