Lagerarten

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Gängige Lagerarten in der Praxis

Grundsätzlich lassen sich drei Lagerarten unterscheiden: Die Bodenlagerung, bei der das Lagergut entweder zeilen- oder blockweise gelagert wird, die Regallagerung in unterschiedlichen Regalsystemen sowie die Lagerung auf Fördermitteln.

Bodenlagerung/Blocklagerung

Die Bodenlagerung stellt die technisch einfachste Möglichkeit dar, da hierbei keine Regaltechnik erforderlich ist. Bei der Bodenblocklagerung werden pro Artikel große Mengen in Blöcke zusammengefasst und gelagert. Diese Lagerart eignet sich für Unternehmen mit geringen Artikelanzahlen und unterschiedlichen Umschlagleistungen. Die Artikel sind in der Regel palettiert, Paletten mit gleichen Artikeln können ggf. übereinandergestapelt werden, wenn die Waren dies zulassen. Bodenblocklagerung ist beispielsweise im Getränke- oder Baustoffhandel verbreitet, auch die Lagerung von Schüttgut in Silos oder Sammelstellen fällt hierunter.

Lager im Maschinenbau © industrieblick, fotolia.com
Lager im Maschinenbau © industrieblick, fotolia.com

Sollen unterschiedliche Artikel mit hohen Lagermengen in einem Bodenlager verwaltet werden, ist die Bodenzeilenlagerung sinnvoller. Hierbei werden mehrere Blöcke und dazwischen jeweils ein Transportgang gebildet, in dem ein Stapler oder Hubwagen fahren und so unterschiedliche Artikel zulagern oder entnehmen kann.

Wenn Ladeeinheiten übereinandergestapelt gelagert werden (was sich generell nur bei gleichen Artikeln empfiehlt, um Umlagerungen zu vermeiden), muss das Lagergut den entstehenden Lagerdruck durch die obere(n) Ladeeinheit(en) aufnehmen können. Die Konsistenz des Lagergutes darf sich durch den Lagerdruck nicht verändern, und die Oberfläche muss tragfest, rutschhemmend und ausreichend eben sein, um einen sicheren Stand zu gewährleisten.

Auch darf sich die Standsicherheit des Stapels durch äußere Einflüsse, z. B. Veränderungen der Luftfeuchtigkeit oder der Umgebungstemperatur, nicht verändern. Während beispielsweise Getränkekisten diese Anforderungen gut erfüllen, sind etwa kleine Kartonagen mit druckempfindlichem Inhalt für die Palettenstapelung nicht geeignet. Sie müssen entweder vorher in stapelbare Ladehilfsmittel wie Gitterboxen eingefüllt oder in Regalen gelagert werden.

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Regallagerung

Planung von Lagerregalen © Robert Kneschke, fotolia.com
Planung von Lagerregalen © Robert Kneschke, fotolia.com

Regale werden im industriellen Umfeld häufig eingesetzt, um Waren und Güter platzsparend und unter bestmöglicher Ausnutzung der Raumhöhe zu lagern. Dazu werden an den senkrechten Regalständern in regelmäßigen Abständen Tablare (Regalböden) oder Traversen eingehängt, auf denen Waren lose oder auf Ladungsträgern wie Paletten oder KLT eingelagert werden.

Folgende Regaltypen werden im industriellen Umfeld häufig eingesetzt:

  • Fachbodenregale: Hierbei handelt es sich um Lagerregale aus Metall, die sich vor allem für die Lagerung von leichten bis mittelschweren Lagergütern und geringen bis mittleren Volumen eignen. Sie werden in der Regel von Hand bestückt, das Lagergut kann ohne zusätzlichen Ladungsträger von vorne ein- und ausgelagert werden.
  • Palettenregale: Bei Palettenregalen kann auf die Nutzung von Tablaren verzichtet werden, da das eigentliche Lagergut auf der Palette gelagert wird. Daher werden Palettenregale oft nur mit Traversen versehen, auf denen die Palette entweder quer oder längs eingelagert wird. Die Ein- und Auslagerung erfolgt dann meist mit Schwenkschubstaplern oder – bei freistehenden Palettenregalen – auch mit einem Frontstapler. Ebenso können die Paletten selbst dauerhaft im Lagerfach verbleiben, so dass sie ähnlich wie Fachbodenregale genutzt werden. Palettenregale eignen sich für leichte bis schwere Lagergüter mit geringen bis hohen Volumen.
  • Kragarmregale: Stangen oder Langgut wie Rohre, Bretter u. Ä. lassen sich in klassischen Regalsystemen aufgrund ihrer Länge kaum lagern, und auch eine Bodenlagerung kommt nur für einige dieser Artikel in Frage. Um solches Langgut sicher und wirtschaftlich lagern und verwalten zu können, wurden Kragarmregale entwickelt, bei denen Kragarme (einseitig eingespannte, waagerechte Balken zur Lastaufnahme) an den Regalstützen montiert sind. Auf diese wird das lose oder gebündelte Langgut gelegt und von meist 3 bis 6 Kragarmen abgestützt.
  • Wabenregale: Für die Lagerung von Langgut in kleinen Mengen und mit hoher Artikelvielfalt können Wabenregale eingesetzt werden, bei denen im Regalverbund kleine bis mittelgroße Lagerfächer für Langgut realisiert werden, die von Hand be- und entladen werden.
  • Gefahrstoffregale: Hierbei handelt es sich um Spezialregale, um gefährliche Güter wie Chemikalien sicher zu lagern. Gefahrstoffregale können sowohl auf Paletten als auch auf Kartonagen, Fässer oder andere Lagergüter ausgelegt sein und verfügen in der Regel über zusätzliche Sicherungseinrichtungen, z. B. chemisch stabile Auffangwannen unter dem Lagergut.
  • Verschieberegale: Während statische Regalsysteme fest mit dem Untergrund verbunden werden, um das Regal zu stabilisieren und ein Kippen oder Verschieben zu verhindern, sind Verschieberegale auf Schienen montiert und können mechanisch oder elektrisch verschoben werden. Auf diese Weise kann der Grundflächenbedarf minimiert oder die Flächennutzung optimiert werden. Allerdings lässt sich bauartbedingt jeweils immer nur ein Regalgang gleichzeitig nutzen.

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Lagerung auf Fördermittel

Die bisher beschriebenen Regaltypen ermöglichen die statische Lagerung von Lagergut. Die Lagerung auf Fördermitteln bietet jedoch zusätzliche Vorteile, wenn es etwa darum geht, einen höheren Automatisierungsrad im Lager zu erreichen oder bestimmte Anforderungen wie die Ein- und Auslagerung nach FiFo (s. u.) zu ermöglichen.

Beispielhaft sollen hier zwei häufig anzutreffende Möglichkeiten beschrieben werden, wie eine Lagerung auf Fördermitteln erfolgen kann:

  • Paternosterlager/Umlauflager: Diese Regalversion wird meist zur Lagerung von Kleinmengen genutzt und bietet ähnliche Vorteile wie ein Verschieberegal. Die einzelnen Tablare sind in einem geschlossenen Käfig untergebracht und rotieren in einer horizontalen oder vertikalen Kreisbewegung, so dass bei geringem Grundflächenbedarf und abhängig von der Höhe oder Breite des Käfigs eine große Anzahl Artikel gelagert werden kann. Am Arbeitsplatz vor dem Paternoster kann der Bediener das jeweils benötigte Tablar aufrufen und, sobald dieses erscheint, die Waren entnehmen oder zulagern.

  • Durchlaufregale: Diese werden von einer Seite mit Behältern oder Paletten bestückt, während auf der anderen Seite die Entnahme stattfindet. Das Lagergut wird auf leicht nach innen geneigten Rollenbahnen außen aufgesetzt und durch die Schwerkraft nach innen transportiert. Durchlaufregale eignen sich für leichte bis mittelschwere Lagergüter, von denen größere Mengen als in Fachbodenregalen bevorratet werden sollen. Diese Lagerart ist besonders platzsparend und ermöglicht damit eine hohe Flächennutzung sowie eine höhere Arbeitsproduktivität, da Ein- und Auslagerung getrennt werden. Zudem ermöglichen Durchlaufregale eine Auslagerung nach dem FiFo-Prinzip.
  • Kanbanregal oder Durchlaufregal © LBL GmbH
    Kanbanregal oder Durchlaufregal © LBL GmbH
Wichtig: Das FiFo-Prinzip (First in, First out) stellt sicher, dass immer das älteste Lagergut zuerst entnommen wird. Wichtig ist das beispielsweise bei allen verderblichen Lagergütern wie Lebensmitteln, doch auch die Automobilindustrie schreibt ihren Lieferanten FiFo als Lagerverfahren vor. Während ein Durchlaufregal FiFo aufgrund seines Aufbaus unterstützt, müssen bei anderen Lagersystemen zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden, um FiFo zu gewährleisten, z. B. die Erfassung von zusätzlichen Informationen (etwa einer Chargennummer oder einem Haltbarkeits- oder Produktionsdatum) im Artikelstamm.

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