3-Rad- oder 4-Rad-Stapler?

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Frontgabelstapler besitzen, anders als etwa ein Pkw, keine Federung. Denn beim Stapeln von Lasten darf der Stapler nicht ins Schwanken kommen, weil sonst die Gefahr besteht, dass das Fahrzeug ins Kippen gerät und seine Standstabilität verliert. Aus diesem Grund sind Frontstapler in zwei unterschiedlichen Ausführungen erhältlich: als 3-Rad- und 4-Rad-Stapler.

Der Unterschied zwischen beiden Ausführungen liegt jedoch nicht unbedingt in der Anzahl der Räder, da viele Hersteller auch ihre 3-Rad-Modelle mit insgesamt vier Rädern ausstatten, sondern vielmehr im Aufbau des Fahrwerks. Gemeinsam ist beiden Ausführungen, dass die Hinterachse die Lenkachse ist, während die Vorderräder bei beiden Varianten nicht lenkbar sind. Dieser Aufbau bietet beim Rangieren erhebliche Vorteile. Das lässt sich leicht nachvollziehen, wenn man sich vor Augen führt, dass es auch mit dem Auto viel einfacher ist, in eine enge Parklücke rückwärts einzufahren, weil dann die Lenkachse hinten liegt.

Elektrostapler mit drei und vier Rädern
Elektrostapler mit vier und drei Rädern © Toyota

Die hintere Lenkachse wird – unabhängig von der Radanzahl – in der Mitte pendelnd aufgehängt. Das ermöglicht einen besseren Bodenkontakt, der allerdings mit einer kleineren Standfläche erkauft wird. Diese Fläche hat immer die Form eines Dreiecks, wodurch der Stapler bei Kurvenfahrten kippgefährdeter ist als ein Auto oder andere Fahrzeuge mit starrer Hinterachse.

Wichtig: Das Kurvenverhalten von Staplern und Fahrzeugen mit festen Radachsen (Pkw, Lkw) unterscheidet sich erheblich. Daher bei Kurvenfahrten mit dem Stapler immer die Geschwindigkeit drosseln und grundsätzlich nur mit bodennah transportierter Last in die Kurve fahren.

Bei einem 3-Rad-Stapler werden oft zwei dicht nebeneinander montierte Räder eingesetzt, die einen drehbaren Punkt bilden und gleichzeitig die Auflagefläche vergrößern, so dass der Stapler auch unter Volllast sicher zu manövrieren ist. Es gibt aber auch Modelle, die tatsächlich nur drei Reifen besitzen. Bei diesen ist das Hinterrad in der Regel etwas breiter ausgeführt als die Vorderräder.

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Was sind die Unterschiede zwischen 3- und 4-Rad-Staplern?

Ein wesentlicher Unterschied liegt im Wendekreis und damit in der Rangier- und Manövrierbarkeit des Staplers. Bei einem 3-Rad-Stapler können die Räder problemlos um 90° gedreht werden, so dass sie quer zu den Vorderrädern stehen.

Wenderadius eines 3-Rad-Staplers
Wenderadius eines 3-Rad-Staplers

Hierdurch kann der Stapler auf der Stelle drehen; sein Wenderadius wird allein durch seine Länge bestimmt. Weil 3-Rad-Stapler besonders wendig und flexibel sind, werden sie vor allem in engen Raumsituationen eingesetzt, etwa im Lager oder auf dem Verladehof.

Bei einem 4-Rad-Stapler lassen sich die Hinterräder nicht ohne zusätzlichen technischen Aufwand in einen 90°-Winkel bringen. Denn dadurch wird die Stabilität des Staplers (insbesondere während der Fahrt) erheblich beeinträchtigt. In der Folge vergrößert sich der Wenderadius bei diesen Modellen deutlich:

Wenderadius eines 4-Rad-Staplers
Wenderadius eines 4-Rad-Staplers

Zwar gibt es inzwischen auch Modelle mit 4 Rädern, deren Wenderadius durch technische Anpassungen der Lenkachse deutlich verringert ist. In der Regel haben 4-Rad-Stapler jedoch einen größeren Wenderadius als 3-Rad-Stapler.

Aus diesem Grund sind 3-Rad-Stapler generell kompakter und kleiner, was sich auch bei ihren technischen Leistungsdaten zeigt. So sind die maximalen Tragfähigkeiten von 3-Rad-Staplern geringer als bei Modellen mit 4 Rädern; sie liegen im Bereich von 1 bis 2 Tonnen. Das ist für das Verladen von Gütern und im Palettenlager meist vollkommen ausreichend. Darum werden im Bereich der Intralogistik häufig die kompakter gebauten (und damit insgesamt leichteren) 3-Rad-Stapler eingesetzt.

Müssen höhere Gewichte bewegt werden oder soll der Stapler auch auf unbefestigtem Gelände eingesetzt werden, kommen aber nur die größeren und schwereren 4-Rad-Stapler in Frage. Sie können Lasten von 5 oder mehr Tonnen aufnehmen und bewegen. Dasselbe gilt, wenn der Stapler mit Allradantrieb ausgestattet sein muss, um etwa Steigungen oder Unebenheiten mit Last bewältigen zu können.

Ein 3-Rad-Stapler ist aufgrund der geringeren Standfläche für solche Einsätze ungeeignet. Er braucht immer einen stabilen und glatten Untergrund, um sicher betrieben werden zu können. Zudem besteht bei einem Dreiradmodell eine höhere Gefahr, bei einer Kurvenfahrt mit zu hoher Geschwindigkeit ins Kippen zu kommen. Allerdings entstehen solche Unfälle in den meisten Fällen nicht alleine durch zu hohe Geschwindigkeit (die ohnehin bauartbedingt bei etwa 20 km/h liegt), sondern aufgrund von weiteren Faktoren, z. B. der Fahrt mit angehobener Last.

UniCarriers Elektrostapler TX3 © UniCarriers
UniCarriers Elektrostapler: 3-Rad Stapler mit Doppelrad Ausstattung © UniCarriers

Gibt es Unterschiede beim Antrieb?

Die meisten 3-Rad-Stapler werden von einem Elektromotor angetrieben, wodurch sie besonders leise und emissionsfrei arbeiten. Sie sind damit ideal für den Einsatz in geschlossenen Räumen wie Lagerhallen geeignet, brauchen jedoch eine Ladestation, an der die Batterie regelmäßig aufgeladen werden muss.

Bei den größeren 4-Rad-Staplern finden sich neben Modellen mit Elektroantrieb auch solche mit Verbrennungsmotoren (Flüssiggas, Diesel), die deutlich leistungsfähiger sind. Allerdings dürfen diese Geräte nur unter bestimmten Voraussetzungen (z. B. Abgasreinigung, Feinstaubfilteranlage) in geschlossenen Räumen eingesetzt werden. In der Regel werden sie darum nur im Freien betrieben. Im Vergleich zum E-Stapler können sie deutlich länger arbeiten, weil ein leerer Tank viel schneller neu gefüllt ist als eine erschöpfte Batterie.

Toyota Tonero
4-Rad-Stapler © Toyota Material Handling
Wichtig: Auch wenn Stapler mit Verbrennungsmotor schneller neu aufgetankt und damit einsatzbereit sind als Elektrostapler, sollten dennoch ausreichende Pausen zwischen zwei längeren Einsätzen eingeplant werden. Denn andere Bauteile (z. B. die Reifen) sind ebenfalls nicht für einen kontinuierlichen Dauerbetrieb ausgelegt und brauchen zwischendurch ein wenig Zeit zum Abkühlen.

Welcher Stapler für welchen Einsatz?

Soll der Frontstapler in einer Halle eingesetzt werden, ist ein 3-Rad-Stapler die bessere Wahl. Die kompakten und wendigen Geräte lassen sich auch bei beengten Platzverhältnissen einfach und sicher rangieren und ermöglichen so einen schnellen Warentransport. Sie können auch in engen Regalgängen fahren und selbst voll beladene Paletten problemlos umsetzen. Zudem punkten sie im Vergleich zu einem ähnlichen, vierrädrigen Modell mit einem geringeren Anschaffungspreis.

4-Rad-Stapler sind leistungsstärker und haben größere Reserven. Daher eignen sich diese Modelle für Anforderungen, bei denen große Gewichte (2 Tonnen oder mehr) transportiert werden müssen. Soll der Stapler auch auf unbefestigtem Untergrund oder im Gelände eingesetzt werden, ist ein 4-Rad-Stapler mit Allradantrieb (und der passenden Bereifung) die richtige Wahl – in der Regel ein Modell mit Verbrennungsmotor. Diese Geräte sind größer, brauchen also breitere Fahrflächen und einen größeren Standplatz als vergleichbare 3-Rad-Ausführungen. Und auch im Preis liegen sie meist deutlich über den Modellen mit 3 Rädern.

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