Hitzestau im Stapler – das kann man tun bzw. nachrüsten

Teilen:

Wenn im Sommer das Thermometer wieder in die Höhe klettert, steigt nicht bei allen die Vorfreude auf Freibad oder Baggersee. Wer bei solchen Temperaturen nämlich nicht gemütlich im Wasser liegen und den Sommer genießen kann, sondern in einer Halle oder auf dem Verladehof mit dem Stapler fahren muss, erlebt die Hitze oft als Stressor und nicht als angenehm. Die Fahrer von Dieselstaplern und anderen Geräten mit einer geschlossenen Kabine sind besonders davon betroffen, denn oftmals bieten die Türen nur kleine Fenster, mit denen sich kaum ausreichend Durchlüftung in der Kabine schaffen lässt.

Gabelstapler mit geschlossener Kabine © Toyota
Gabelstapler mit geschlossener Kabine: Im Sommer kann es heiß werden © Toyota

Generell gilt gemäß der EU-Gesetzgebung, dass bei einem Stapler mit Stahlkabine die Türen zu schließen sind, bevor das Gerät in Betrieb genommen wird. Das hat vor allem den Grund, dass die Türen eine Sicherung für den Fahrer darstellen, die verhindert, dass er bei einem Kippen des Staplers aus dem Fahrzeug geschleudert und im ungünstigsten Fall von dessen Gewicht erdrückt wird. Damit sind die Türen zwar wichtige Rückhaltesysteme, für die Statik und Stabilität des Staplers jedoch unwichtig. Es liegt darum nahe die Türen im Sommer einfach auszubauen. Zumal das ja außerdem den vermeintlichen Vorteil bietet, dass der Fahrer nun schneller auf- und absitzen kann …

Toyota Stapler Traigo80 mit Continental Vollreifen © Continental
Toyota Stapler mit geschlossenen Kabinen im Außeneinsatz: Im Sommer kann es Heiß werden © Continental/Toyota

Alle Türen auf, oder?

Natürlich ist es grundsätzlich möglich, die Türen auszuhängen, etwa, um das Gewicht des Staplers beim Transport oder beim Befahren eines kritischen Untergrundes zu reduzieren. Allerdings ist für die Demontage zum einen spezielles Werkzeug erforderlich, das nicht in jedem Betrieb vorrätig sein dürfte. Zudem ist die Demontage einer Staplertür oft nicht durch eine Person allein zu bewerkstelligen, schon aufgrund des Eigengewichtes der Tür. Kurz gesagt: Die Türen zu entfernen ist möglich, aber aufwendig.

Zudem ist seit Jahren für Stapler ein geeignetes Fahrerrückhaltesystem vorgeschrieben, um schwere Personenunfälle bei einem kippenden Gerät zu verhindern. Wenn die Türen diese Funktion nicht mehr erfüllen können, weil sie sich nicht an den Staplerseiten befinden, sondern abseits in der Werkstatt gelagert werden, muss ein anderes Rückhaltesystem eingebaut und genutzt werden, also ein Sicherheitsgurt.

Tipp: Nutzen Sie unseren kostenlosen Angebotsservice: Preise von gebrauchten oder neuen Staplern und Hubwagen vergleichen und bis zu 30 Prozent sparen

Alternative 1: Luftige Bügeltür statt luftdichter Stahltür

Es gibt jedoch auch Lösungen wie nachträglich einbaubare Rückhaltelösung, die den Fahrer ebenso wie eine Stahltür schützt und dennoch dafür sorgt, dass im Inneren der Kabine ausreichend Luftzirkulation erfolgt. Auf dem Markt erhältlich sind beispielsweise robuste Kunststoff-Metall-Konstruktion in Form einer umschäumten Bügeltür. So bleibt zwischen Flur und dem Stapler im Falle eines Umsturzes für den Fahrer ausreichend Platz, um sich schnell in Sicherheit zu bringen, ohne dabei die Außenkontur des Fahrzeuges zu überschreiten.

Rückhaltesystem © Toyota
Rückhaltesystem © Toyota

Die Bügeltür ist für viele Modelle von namhaften Staplerherstellern als Zubehör erhältlich und kann relativ einfach auch nachträglich noch eingebaut werden. Viele Hersteller bieten die bewährten Türen zudem als Sonderausstattung werkseitig an, so dass eine Nachrüstung bei neuen Modellen nicht notwendig ist. Die Tür ist sowohl für die linke als auch für die rechte Fahrerseite erhältlich und lässt sich laut den Herstellerangaben in einer halben Stunde montieren oder demontieren, da die vorhandenen Türscharniere einfach weitergenutzt werden. So müssen nur im vorderen Bereich die Schließbolzenhalterung und hinten die Gasfederhalterung verschraubt werden, zusätzliche Montagekits sind nicht erforderlich.

Der Umbau kann sinnvollerweise bereits im Frühjahr vorgenommen werden. Die Originaltür bleibt dann z. B. in der Werkstatt oder an einem anderen sicheren Platz verstaut. Der zusätzliche Einbau eines gurtbasierten Fahrerrückhaltesystems ist dann nicht erforderlich, weil die Bügeltür den Fahrer bei einem Kippen des Staplers zuverlässig innerhalb des geprüften Fahrerschutzdaches hält.

Alternative 2: Klimaanlage oder Ventilator im Gabelstapler nachrüsten

Kommt der Austausch der Staplertür nicht in Frage, gibt es auch die Möglichkeit, eine Klimaanlage nachzurüsten. Die notwendige Energie für die Sicherstellung des Kühlkreislaufes kann die Anlage entweder direkt vom Staplermotor beziehen, besser ist jedoch eine autarke Anlage. Denn sonst kann es leicht passieren, dass die Fahrerkabine zwar angenehm kühl, der Stapler selbst jedoch kaum noch leistungsfähig ist. Klimaanlagen bieten zudem den Vorteil, dass sie die Kabine im Winter auch erwärmen können, also auch als Heizung funktionieren.

Allerdings kann eine Klimaanlage nur einen geschlossenen Raum zuverlässig auf einer bestimmten Temperatur halten. Schon häufiges Ein- und Aussteigen, verbunden mit dem Öffnen und Schließen der Türen, sorgt für ein erheblich größeres Temperaturspektrum im Inneren und einen hohen Energieverbrauch.

Eine letzte Möglichkeit, die gefühlten Temperaturen im Inneren der Kabine trotz unzureichender Belüftung zu senken, ist ein Kabinenventilator. Dieser muss fest und sicher in der Kabine montiert werden, damit er bei der Fahrt nicht selber zur Gefahr für den Fahrer werden kann. Zudem braucht er ein dichtes Schutzgitter, das vor einem direkten Kontakt mit Fingern, Werkzeugen oder Arbeitsmaterialien zuverlässig schützt.

bis zu 30% sparen

Angebote für Gabelstapler
und Hubwagen

Unverbindlich
Qualifizierte Anbieter
Kostenlos

Tipp: Jetzt zum Newsletter anmelden

Erhalten Sie die wichtigsten News monatlich aktuell und kostenlos direkt in Ihr Postfach
Ihre Email-Adresse wird nur für den Newsletterversand verwendet Datenschutzerklärung

Artikel teilen: