Stapler: Vergleich Elektro und Verbrennungsmotor

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Vor- und Nachteile von Elektro- und verbrennungsmotorischen Staplern

Die Frage nach dem richtigen Antrieb für einen neuen oder gebrauchten Stapler lässt sich nicht einfach beantworten. Denn je nach Einsatzort, Nutzungsintensität und den typischerweise zu erledigenden Arbeiten hat jede Antriebsart ihre spezifischen Vor- und Nachteile, Möglichkeiten und Grenzen. Daher ist es sinnvoll, sich zunächst über die konkreten Anforderungen Gedanken zu machen und erst in einem zweiten Schritt in die Auswahl von Herstellern und Modellen einzusteigen.

Elektro-Gabelstapler im Einsatz © Toyota
Elektro-Gabelstapler im Einsatz © Toyota

1. Die Umgebung

Die Umgebung spielt eine wichtige Rolle für die Auswahl. Wird der Stapler ausschließlich in geschlossenen Räumen eingesetzt, in denen Temperatur und Bodenbeschaffenheit stabil und voraussagbar sind, oder auch im Freien, wo Witterung, Verkehr und Bodenqualität als zusätzliche Faktoren auf die Arbeitsgeschwindigkeit und -sicherheit wirken? Diese und weitere Fragen sind entscheidend, um eine valide Vorauswahl zu treffen:

  • Wo genau soll der Stapler eingesetzt werden? In einer Halle, im Außenbereich oder sowohl als auch?
  • Wird der Stapler ausschließlich im geplanten Bereich eingesetzt, oder dient er in Stoßzeiten oder bei Ausfall anderer Technik als Ausweichlösung?
  • Wenn der Stapler sowohl innen als auch außen eingesetzt werden soll: Wie lange wird er pro Tag in welchem Bereich benötigt?
  • Wie ist die Bodenbeschaffenheit? Auf welchem Untergrund wird der Stapler eingesetzt? Ist der Boden eben und fest verdichtet oder unbefestigt? Gibt es Schlaglöcher, Rollsplit oder Bodenwellen?
  • Wie sind die räumlichen Verhältnisse? Gibt es eigene Fahrwege für den Staplerverkehr? Wird der Stapler in Regalanlagen oder Schmalgängen eingesetzt?
Treibgasstapler im Einsatz © Hyster
Treibgasstapler im Einsatz © Hyster
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2. Der Einsatz

Ein Stapler soll Arbeiten erleichtern oder überhaupt ermöglichen, die mit Muskelkraft oder Fördertechnik alleine nicht zu leisten sind. Typische Aufgaben sind dabei der Transport von Gütern, das Zurücklegen von Fahrstrecken und das Anheben und Absenken von Lasten. Auch spielt die tägliche Einsatzdauer eine wesentliche Rolle.

  • Wie viele Stunden am Tag wird der Stapler insgesamt im Betrieb sein?
  • Gibt es längere Pausen zwischen zwei Einsätzen oder ist der Stapler nahezu unterbrechungsfrei im Einsatz?
  • Welche Distanzen müssen während der Arbeit zurückgelegt werden?
  • Wie viele Paletten müssen während einer Schicht bewegt werden?
  • Welche Art von Gütern müssen bewegt werden? Ist dafür ein spezielles Lastaufnahmemittel (z. B. Ballenklammer, Tragdorn etc.) erforderlich? Muss das Lastaufnahmemittel gewechselt werden?
  • Wie ist das Verhältnis von Fahrzeit zum Zeitaufwand für das Handling von Gütern (Einlagern, Auslagern)?
  • Welche Ladungsträger oder Lasten muss der Stapler aufnehmen können? Handelt es sich ausschließlich um unterfahrbare Ladungsträger (z. B. Paletten, Gitterboxen und Collies) oder werden auch andere Güter umgeschlagen?
  • Welche maximalen Lastgewichte muss der Stapler aufnehmen und verfahren können?
  • Bis zu welcher Höhe muss der Stapler Güter aufnehmen/absetzen können?
Hyundai Schwerlast-Gabelstapler © Hyundai
Hyundai Schwerlast-Gabelstapler mit Dieselantrieb © Hyundai

Stapler mit Elektroantrieb

Elektrisch angetriebene Stapler sind vor allem in der Intralogistik zu finden. Sie beziehen ihre Energie für Antrieb und Hub aus einer großen Batterie, die regelmäßig über eine Ladestation aufgeladen wird. Je nach Batterietyp ist diese innerhalb von wenigen Stunden oder über Nacht wieder aufgeladen und muss regelmäßig gepflegt werden. E-Stapler zeichnen sich durch einen sehr leisen Betrieb und Emissionsfreiheit aus, brauchen jedoch einen stabilen und glatten Untergrund.

Elektrostapler Jungheinrich
Elektrostapler © Jungheinrich

Vorteile von Elektrostaplern:

  • Emissionsfrei, damit besonders umweltfreundlich
  • Einsatz in geschlossenen Hallen möglich
  • geringe Lärmentwicklung
  • geringerer Wartungsaufwand als ein Verbrennungsmotor
  • geringe Betriebskosten
  • hohe Flexibilität
  • Batterieblock dient als Gegengewicht
  • besonders kompakt und wendig
  • geringe Kosten pro Kilometer/Betriebsstunde

Nachteile von Elektrostaplern:

  • Nur bedingt für den Außeneinsatz geeignet
  • hohe Anforderungen an den Untergrund (glatt, trocken, eben)
  • relativ lange Standzeiten für die Batterieladung
  • Batteriepflege erforderlich
  • nicht für den kontinuierlichen Dauereinsatz (länger als eine Schicht) geeignet
  • höhere Anschaffungskosten
  • zusätzliche Brandschutzmaßnahmen erforderlich (belüftete Ladestation)
  • verhältnismäßig geringe Tragfähigkeit

Stapler mit Verbrennungsmotor

Bei Verbrennern gibt es wie beim PKW mehrere Optionen. Während benzingetriebene Stapler in Europa fast keine Rolle spielen, werden Stapler mit Diesel- oder Gasantrieb häufig eingesetzt, wenn es um Transportaufgaben im Außenbereich oder um besonders schwere Lasten geht. Während Dieselstapler nur mit hohem technischem Aufwand (Abgasreinigung, Feinstaubfilter) für den zeitweisen Einsatz in geschlossenen Räumen geeignet sind, sind Stapler mit Treibgasantrieb sowohl für Innen- als auch für Außeneinsätze geeignet. Allerdings sind beide Verbrenner im Vergleich zu einem Elektrostapler deutlich lauter.

Diesel-Gabelstapler fahren
Diesel-Gabelstapler © Linde Material Handling

Vorteile von Staplern mit Verbrennungsmotor:

  • Hohe Leistungsreserven
  • für den kontinuierlichen Dauereinsatz geeignet
  • sehr robust und widerstandsfähig
  • auch für unebenen, unbefestigten Untergrund geeignet
  • geringere Anschaffungskosten
  • große Modellauswahl

Nachteile von Staplern mit Verbrennungsmotor:

  • umwelt- und gesundheitsschädliche Emissionen
  • Lärmbelästigung
  • höhere Kosten für Treibstoff
  • höhere Kosten für Wartung (mehr bewegliche Teile als bei einem Elektrostapler)
  • damit insgesamt höhere Kosten während der gesamten Nutzungsdauer
  • Infrastruktur für Treibstoff erforderlich (Tankstelle)
  • geringere Flexibilität

Fazit: Der Stapler muss zu den Anforderungen passen

Anhand der spezifischen Vor- und Nachteile zeigt sich deutlich, dass es den einen, allerbesten Stapler für jeden Anwendungsfall nicht gibt. Im Gegenteil: Stapler sind Spezialisten und empfehlen sich je nach Modell und Ausführung für bestimmte Anforderungen. Wer besonders schwere Lasten bewegen muss, kommt an einem Stapler mit Verbrennungsmotor kaum vorbei. Muss der Stapler dann auch noch in geschlossenen Räumen betrieben werden, gibt es kaum Alternativen zum Treibgasantrieb. Ein Stapler, der hingegen ausschließlich auf Baustellen eingesetzt wird, sollte schon aufgrund der widrigen Umgebungsbedingungen möglichst robust konstruiert sein und mit Diesel fahren.

In der Halle spielt hingegen der E-Stapler seine Vorteile voll aus, allerdings müssen hierbei die Kapazitäten genau geprüft werden. Wenn die Standzeiten für das Laden der Batterie ein Nadelöhr darstellen, hilft entweder ein Zweitgerät als Ersatz oder eine Wechselbatterie. Auch schnellladende Batterietechnologien wie Li-Ion-Akkus können helfen. Sie brauchen erheblich weniger Zeit für eine Vollladung, sind jedoch in der Anschaffung teurer.

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