Staplergas

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Staplergas – Eigenschaften und Vorteile von gasbetriebenen Staplern

Stapler- oder Treibgas ist ein Kraftstoff für Stapler und Flurförderzeuge mit einigen Vorzügen im Vergleich zu anderen Kraftstoffen wie Benzin oder Diesel. So ist Staplergas vergleichsweise umweltfreundlich und lässt sich einfacher bevorraten und lagern. Hierfür werden Gasflaschen aus Metall eingesetzt, die einfach am Stapler selber montiert werden können und über spezielle Schnellverschlüsse verfügen.

Treibgasstapler im Einsatz © Hyster
Treibgasstapler im Einsatz © Hyster

Treibgas für Stapler oder kurz Staplergas ist ein Kraftstoff, der zum überwiegenden Teil aus flüssigem Propangas (C3H8) besteht, mit geringen Anteilen von Butan, Ethan und Ethen (Kohlenwasserstoffe). Staplergas weist einen hohen Energieinhalt auf und verbrennt erheblich sauberer als fossile Brennstoffe wie Benzin oder Diesel. Aus diesem Grund wird Staplergas schon seit langem als umweltverträglicher Treibstoff verwendet, selbst in geschlossenen Innenräumen. Denn anders als Benzin oder Diesel werden beim Verbrennen von Staplergas keine krebserzeugenden Emissionen freigesetzt. Treibgas weist eine hohe Oktanzahl auf, die für einen ruhigen und schonenden Betrieb des Motors sorgt. Des Weiteren lässt sich Propangas bereits bei geringem Druck verflüssigen, wodurch sein Volumen im Vergleich zum gasförmigen Zustand um den Faktor 260 schrumpft. Aus einer Flüssiggasmenge von 10 Litern lassen sich so rund 2.600 Liter Gas gewinnen,

Treibgasmotoren brauchen keinen Vergaser, sondern einen Verdampfer. Das Gas wird in flüssiger Form in einer Flasche auf dem Gegengewicht des Staplers transportiert und gelangt von dort aus in den Verdampfer, wo es mit der Zündanlage gezündet wird und so seine Energie an den Motor abgibt. Das Treibgas wird – anders als beispielsweise Autogas – in der flüssigen Phase entnommen, daher ist ein Druckregler am Stapler nicht erforderlich. Die Staplergas-Gasflaschen sind mit einem innenliegenden Tauchrohr versehen, durch das eine sichere Entnahme im Betrieb möglich ist.

Staplergas ist im gasförmigen Zustand schwerer als Luft, daher besteht bei geringer Luftbewegung in geschlossenen Räumen die Gefahr, dass sich das Gas am Boden oder in Vertiefungen sammelt oder sogar in tiefer gelegene Räume (beispielsweise Keller) fließt. Auch aus diesem Grund muss Staplergas mit Geruchstoffen versetzt werden, da das Gas selber geruchlos ist und daher ohne Detektoren oder andere technische Hilfsmittel nicht erkannt werden kann. Da Flüssiggas ähnlich wie Benzin in Verbindung mit Luft ein explosionsfähiges Gemisch bilden kann, müssen technische und organisatorische Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Die Treibgasanlage muss etwa so beschaffen sein und betrieben werden, dass Gefahren durch ausströmendes Gas vermieden werden. Die Einstellungsvorrichtung für das Luft-Gas-Gemisch muss gegen das unabsichtliche Verstellen gesichert werden.

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Unterschiede zwischen Staplergas, Autogas oder Campinggas

Im Hinblick auf die chemischen Eigenschaften gibt es zwischen dem Treibgas für Stapler, Autogas und Flüssiggas für Camping- und Freizeitanwendungen kaum Unterschiede. Allerdings ist der für Stapler vorgesehene Treibstoff mit einem anderen Steuersatz belegt, und auch die Gasflaschen sind unterschiedlich.

Obwohl es sich auch bei Autogas und Freizeit- oder Campinggas größtenteils um Propan handelt und der Treibstoff an sich durchaus für viele Anwendungen gleichermaßen geeignet wäre, ist der Unterschied bei den Gasflaschen ganz entscheidend. Um erhebliche Schadensrisiken und Gefahren für Leib und Leben abzuwenden, sollte jede Flasche immer nur für den vorgesehenen Zweck und Anschluss bzw. das vorgesehene Gerät verwendet werden.

Warum dürfen Staplergasflaschen nicht für andere Geräte verwendet werden?

Wie bereits zu Anfang erwähnt, brauchen Gabelstapler-Gasflaschen keinen Druckregler, weil das Gas im flüssigen Zustand entnommen wird. Das Tauch- bzw. Steigrohr in den Staplergasflaschen ermöglicht es, dass das Gas in flüssigem Zustand aus der Flasche kommt und bis zum Verdampfer des Staplers gelangt. Dagegen wird für andere Anwendungen das gasförmige Gas und daher ein anderer Anschluss bzw. ein Druckregler bzw. Druckminderer benötigt.

Treibgasstapler motor © Hyster
Motor eines Treibgasstapler © Hyster

Aus diesem Grund eignen sich Staplergasflaschen nicht für Flüssiggasheizungen oder Campingherde in Wohnwagen oder Wohnmobilen. Bei diesen wird die Flasche stehend verwendet, nicht liegend wie beim Gasstapler. Außerdem wird das Gas in gasförmigem Zustand genutzt; es strömt als Gas oben aus der Flasche und wird dann kontrolliert zum Heizen oder Kochen entzündet. Würde man hierfür stattdessen eine Staplergasflasche verwenden, könnte flüssiges Gas (etwa am Druckminderer vorbei) aus der Flasche kommen und sich dann unkontrolliert entzünden. So würden der Kocher oder die Heizung zum lebensgefährlichen Flammenwerfer.

Es ist darum für die Sicherheit enorm wichtig, die Gasbehälter nicht zu verwechseln und auch nicht zu versuchen, einen Stapler oder ein anderes Fahrzeug mit einer Heizungs- oder Camping-Gasflasche zu betreiben.

Treibgasstapler mit zwei Gasflaschen © Markobe, stock.adobe.com
Treibgasstapler mit zwei Gasflaschen © Markobe, stock.adobe.com

Welche Gasflaschen gibt es für Staplergas?

Die klassische Gasflasche für Staplergas ist die kompakte 11-kg-Gasflasche zum Leihen (Pfandsystem) oder Kaufen. In der Flasche, deren Leergewicht rund 14 kg beträgt, sind im gefüllten Zustand 11 Kilogramm Treibgas enthalten. Je nach Verbrauch und Leistung des jeweiligen Staplers reicht eine Flaschenfüllung dann für ca. 3 bis 5 Betriebsstunden.

Neben den 11-Kilo-Flaschen gibt es von etlichen Anbietern mittlerweile auch Aluminium-Gasflaschen, die bei den gleichen Abmessungen 14 kg Staplergas fassen und darüber hinaus mit einem geringeren Leergewicht von unter 7 kg punkten. Sie bieten neben der größeren Reichweite zudem den Vorteil, dass der Flaschenwechsel wegen des geringeren Gewichts deutlich einfacher ist.

Angeschlossen wird die Gasflasche über den Wechselflaschenanschluss des Staplers. Dabei muss der Nutzer vor dem Anschließen erst prüfen, ob die Dichtung am Wechselbehälter noch vorhanden und intakt ist. Dann werden Gasflasche und Stapler mit Hilfe des Schraubverschlusses miteinander verbunden. Heute werden in vielen Betrieben Treibgasflaschen mit Clip-on-System, Easy- oder Click-Verschlüssen genutzt, die einen werkzeuglosen, schnelleren und einfacheren Flaschenwechsel ermöglichen. Um einen Gasstapler darauf umzustellen, wird nur ein passender Umrüstsatz benötigt, den der Nutzer selbst innerhalb von wenigen Minuten am Stapler montieren kann.

Die neuen Anschlusssysteme bieten vor allem Intensivnutzern einige Vorteile. So spart die Verwendung von Clip-on-Gasflaschen in Unternehmen, die ihre Gasstapler sehr viel oder ständig nutzen, jede Menge Zeit und Mühe, die bekanntlich Geld bedeuten. Zudem ist Clip-On im Vergleich zum herkömmlichen Anschluss auch sauberer, weil eventuelle Schmutzpartikel über einen integrierten Filtereinsatz aus dem Gas herausgefiltert werden. Das spart bei intensiver Staplernutzung ebenfalls einige Kosten, denn solche Partikel können bei gasbetriebenen Staplern zu Funktionsstörungen und Motorschäden führen, die Betriebsausfälle und teure Reparaturrechnungen nach sich ziehen.

Sicherheitshinweise: Anschluss, Nutzung und Lagerung von Staplergas

Unabhängig von Anschlusssystem und Flaschenart werden die Gasbehälter liegend auf dem Stapler befestigt. Dabei ist zu beachten, dass Ventil und Kragenöffnung (Flaschenkragen) nach unten zeigen müssen und der Schlauch der Gasflasche nicht über die Außenkanten des Fahrzeugs hinausragen darf.

Crown Gegengewichtstapler
Crown Gegengewichtstapler mit Gasantrieb © Crown Gabelstapler GmbH & Co. KG

Beim Wechsel des Gasbehälters am Gabelstapler ist Vorsicht geboten. Nur unterwiesene Personen dürfen den Austausch (über der Erdgleiche und im Freien) vornehmen, und dabei müssen Lederhandschuhe zum Schutz vor Kälteverbrennungen getragen werden.

Zuallererst wird das Ventil verschlossen, dann kann die Überwurfmutter am Anschluss gelöst werden. Vor dem Anschluss der neuen Flasche ist zu kontrollieren, ob an ihr ein entsprechender Dichtring vorhanden ist. Dann kann die Flasche aufgelegt und verbunden und danach der Schlauch montiert werden. Ist das erledigt, kann das Ventil wieder voll geöffnet werden, und das Fahrzeug ist erneut einsatzbereit.

Staplergas ist entzündlich und kann, wenn es unbemerkt aus einem Behälter austritt, schwere Schäden verursachen. Beim Flaschenwechsel besteht außerdem das Risiko sogenannter Kälteverbrennungen. Denn wenn Treibgas unkontrolliert austritt, dehnt es sich schnell aus und kühlt dabei sehr stark ab. Zur Risikominimierung und Vermeidung von Unfällen und Schäden müssen Gasbehälter daher fachgerecht gelagert, transportiert und genutzt werden.

Der Transport von vollen oder leeren Gasflaschen sollte nur von unterwiesenen Mitarbeitern erledigt werden. Das Ventil muss dabei verschlossen und der Schutzdeckel des Gasbehälters aufgeschraubt sein. Die Gasflaschen dürfen beim Transport weder gerollt noch gekippt werden. Gelagerte Gasbehälter sind ebenfalls vor dem Verrutschen, Rollen, Kippen, Umfallen und darüber hinaus vor Diebstahl und unbefugter Nutzung zu sichern. Das ist beispielsweise durch die Lagerung in einem Gasflaschendepot, Gasflaschenschrank oder einer Lagerbox für Gasflaschen möglich.

Diese Sicherheitshinweise sollte jeder Nutzer eines gasbetriebenen Staplers kennen und verinnerlicht haben:

  • An den Gasbehältern und Ventilen dürfen keine sichtbaren (erkennbaren) Mängel sein.
  • Die Ventile müssen im Betrieb immer vollständig geöffnet sein.
  • Nach dem Betrieb und während längerer Arbeitspausen müssen die Ventile immer geschlossen werden.
  • Der Gasstapler muss nach dem Einsatz immer sicher abgestellt werden.
  • Temperaturen von mehr als 40 °C sind bei der Arbeit mit Gasstaplern zu vermeiden.
  • Staplergasflaschen nie für andere Zwecke oder Geräte verwenden.

Wann lohnt sich eine betriebsinterne Gastankstelle für Gabelstapler?

Arbeiten im Betrieb mehrere Gasstapler gleichzeitig, kann sich eine firmeneigene Treibgastankstelle wegen des größeren Verbrauchs schon lohnen. Zwar entstehen durch die Anschaffung der dafür erforderlichen Technik erst einmal zusätzliche Kosten, doch dafür sinkt der logistischen Aufwand für Lieferung, Transport und Aufbewahrung von Staplergasflaschen enorm. Außerdem ist Reichweite eines Treibgasstaplers mit integriertem Gastank höher; das Fahrzeug muss also seltener betankt werden und spart somit im Betriebsablauf täglich Zeit und Geld.

Viele Betriebe, etwa kleine und mittlere Unternehmen, ziehen jedoch den Betrieb mit mobilen Gasflaschen vor, die in aller Regel von einem Brennstofflieferanten aus der Region bezogen werden. Die meisten Gasflaschenhändler bieten neben der einmaligen Abholung oder Lieferung auch eine regelmäßige Versorgung nach Bedarf bzw. Absprache an. Das ist eine zuverlässige und für die Staplerbetreiber recht unkomplizierte Lösung: Die leeren Gasflaschen werden vom Lieferanten turnusmäßig gegen volle ausgetauscht, üblicherweise mit sicheren, stapelbaren Boxen oder Paletten für Gasflaschen. So ist im Betrieb immer ausreichend Gas vorrätig, und bei einem unvorhergesehenen Mehrbedarf kann beim vertrauten Lieferanten auch kurzfristig mehr bestellt und geliefert werden, so dass es nicht zu Engpässen kommt.

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