Hubwagen mit Waage

Teilen:

Heben, Transportieren, Wiegen – Hubwagen mit Waage

Waagehubwagen ermöglichen in einem Arbeitsschritt das Wiegen und Transportieren von Paletten oder Gitterboxen. Der Wiegevorgang kann dabei direkt beim Anheben der Last ausgelöst werden, das Ergebnis wird auf einem Display vor der Gabel angezeigt. Einige Modelle bieten die Möglichkeit, das Gewicht von mehreren Ladeeinheiten zu saldieren, um so eine Gesamtladung zu ermitteln. So kann beispielsweise vermieden werden, einen LKW zu überladen. Die ermittelten Gewichte können direkt an einen angeschlossenen Drucker oder an andere Systeme (ERP, Versandsystem, WMS) übermittelt und dort weiterverarbeitet werden.

Hubwagen mit Waage  © Jungheinrich
Hubwagen mit Waage © Jungheinrich

Mehr Flexibilität im Lager und Versand

Ein Hubwagen mit Wiegefunktion ermöglicht es, palettierte Güter nicht nur zu verfahren, sondern gleichzeitig auch das Ladegewicht zu ermitteln. Das bietet gleich mehrere Vorteile auf einmal: zusätzliche Bodenwaagen sind nicht notwendig, die Arbeitsabläufe werden beschleunigt und Wege zu stationären Bodenwaagen oder Wiegestationen eingespart. Im Wareneingang lassen sich so bereits beim Entladen eines LKW die Palettengewichte mit den Lieferpapieren abgleichen und auch im Versand vereinfachen Waagehubwagen die logistischen Abläufe.

Technisch ist ein Waagehubwagen mit einem manuellen oder elektrischen Niederhubwagen vergleichbar: zwei Gabeln dienen der Lastaufnahme, die durch wiederholte Pumpbewegungen der Deichsel oder elektronisch mithilfe eines Schalters angehoben werden kann. So können je nach Modell Lasten von 600-3.000 kg verwogen und transportiert werden, entweder mit reiner Muskelkraft oder mit Motorunterstützung. Die maximale Hubhöhe liegt bei 120-200 mm, also genug, um die Last bodennah zu verfahren. Einige Modelle verfügen über einen Schnellhub, mit dem geringe Lasten von 150 kg oder weniger mit nur einigen Deichselbewegungen auf die für die Fahrt notwendige Hubhöhe gehoben werden können.

Tipp: Eine Schnellhubfunktion lohnt sich, wenn häufig Paletten mit geringem Gewicht gewogen oder bewegt werden müssen – und schont zudem den Rücken des Bedieners.

Im Rahmen des Hubwagens sind vier Wägezellen eingelassen, die das Gewicht der Palette kontinuierlich oder auf Knopfdruck messen und anzeigen. Dazu befindet sich hinter der Deichsel ein Display, an dem auch weitere Funktionen (Tara, Summierung von Gewichten, Erzeugung von Wiegebelegen) bedient werden können. Das Display sollte ausreichend groß sein, um es auch aus der Entfernung sicher ablesen zu können, bei ungünstigen Lichtverhältnissen kann zudem durch eine Hintergrundbeleuchtung die Lesbarkeit erhöht werden. Die notwendige Stromversorgung wird über Batterien oder einen Akku sichergestellt, zur Aufladung reicht eine Steckdose. Bei Mehrschichtbetrieb empfehlen sich Geräte mit Wechselakkus, um unterbrechungsfrei mit dem Waagehubwagen arbeiten zu können.

Sollen Paletten oder andere Ladungsträger gewogen werden, deren Maße deutlich über den Euro-Standardmaßen liegen, wirkt sich spürbar das auf den Anschaffungspreis aus. Denn während Waagehubwagen mit einer Standardlänge von 1.200 mm oder weniger vier Wägezellen für eine exakte Messung benötigen, sind ab einer Länge von 1.600 mm sechs Wägezellen notwendig, daher machen Waagehubwagen mit längeren Gabelzinken einen deutlichen Preissprung.

Tipp: Nutzen Sie unseren kostenlosen Angebotsservice: Preise von gebrauchten oder neuen Staplern und Hubwagen vergleichen und bis zu 30 Prozent sparen

Toleranzen und Eichung

Wie alle Waagen arbeiten auch die eingesetzten Wägezellen nicht vollkommen exakt, sondern messen das Gewicht mit einer gewissen Toleranz. Diese wird vom Hersteller oft nicht absolut, sondern als Prozentwert angegeben, etwa als „0,1 % v. d. E (von der Endlast)“, sie bezieht sich also auf die maximale Kapazität. Liegt diese beispielsweise bei 1.500 kg, beträgt die Toleranz +/- 1,5 kg. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, die Tragfähigkeit eines Waagehubwagens nicht höher als tatsächlich benötigt auszulegen, denn eine geringere Kapazität verringert gleichzeitig die Ungenauigkeiten bei jedem Wiegevorgang.

Grundsätzlich sind Waagehubwagen eichfähig, sie können damit auch im geschäftlichen Verkehr eingesetzt werden. Notwendige Voraussetzung dafür ist, dass die Waage aus eichfähigen Komponenten besteht, für diese kann der Hersteller vor Auslieferung eine amtliche Eichung durchführen lassen und diese durch einen Aufkleber (ein „M“ auf grünem Grund) auf dem Gerät dokumentieren. Bei technischen Eingriffen oder Reparaturen verfällt die Eichung und muss erneuert werden, ebenso nach Ablauf der gesetzlich vorgeschriebenen Frist.

Die Eichung erfolgt im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben in der Eichklasse III, die eine Nacheichung nach drei Jahren für Hubwagen mit einer Höchstlast von bis zu 3.000 kg oder mehr vorschreibt. Der Termin der nächsten amtlichen Eichung wird ebenfalls per Aufkleber auf der Waage dokumentiert. Waagen der Eichklasse III dürfen maximal 3.000 gleiche Teilschritte ausweisen, eine geeichte Waage mit einer Kapazität von 1.500 kg verfügt damit über eine maximale Genauigkeit von 0,5 kg – nichteichfähige Waagen können auch deutlich feiner skalieren.

Tipp: Geeichte Waagehubwagen mit hohen Kapazitäten arbeiten aufgrund der gesetzlich vorgeschriebenen Teilschritte zunehmend ungenauer – ein Hubwagen mit Wiegefunktion und einer Kapazität von 2.000 kg weist daher eine Toleranz von +/- 1,0 kg auf, da die rechnerisch möglichen Anzeigeschritte von 0,66 kg auf 1,0 kg pro Anzeigeschritt aufgerundet werden.

Einige Wiegesysteme bieten auch die Möglichkeit, das ermittelte Gesamtgewicht in Stück umzurechnen, dazu muss zunächst eine Referenzmenge des Artikels ausgewogen und die Waage damit kalibriert werden. Dabei gilt: je größer die Referenzmenge, desto exakter ist das Zählergebnis, da Gewichtsschwankungen innerhalb des Artikels durch die größere Gesamtmenge nivelliert werden.

Optimal eingebunden

Sollen die ermittelten Gewichte nicht nur angezeigt, sondern elektronisch weiterverarbeitet werden, sollte der Waagehubwagen mit einer seriellen RS-232-Schnittstelle ausgestattet sein. An diese können dann unterschiedliche Sender-Empfänger-Geräte angeschlossen werden, um etwa eine Datenübertragung per USB oder Funk zu ermöglichen. Auch eine Datenübertragung per Bluetooth ist möglich, jedoch ist damit nur eine drahtlose Übertragung über kurze Distanzen möglich. Mehr Flexibilität bietet die Datenübertragung mittels WLAN, mit der auch Entfernungen von 50 Meter oder mehr kein Problem darstellen.

Mit einem Drucker am Gerät lassen sich notwendige Belege oder Etiketten direkt beim Wiegen ausdrucken, sowohl im Klartext wie auch als scanbarer Barcode. Auch weitere Angaben wie Datum, Uhrzeit, Tara oder die Artikelnummer können so in einem Arbeitsschritt dokumentiert und an der Ware angebracht werden.

bis zu 30% sparen

Angebote für Gabelstapler
und Hubwagen

Unverbindlich
Qualifizierte Anbieter
Kostenlos

Tipp: Jetzt zum Newsletter anmelden

Erhalten Sie die wichtigsten News monatlich aktuell und kostenlos direkt in Ihr Postfach
Ihre Email-Adresse wird nur für den Newsletterversand verwendet Datenschutzerklärung

Artikel teilen: