Hubwagen Modellauswahl

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Hubwagen Modellauswahl und Tipps zum Hubwagenkauf

Hubwagen sind Flurfördergeräte für den Transport von Paletten, Gitterboxen oder anderer Förderhilfsmittel auf ebenem Untergrund, die entweder elektrisch oder mit Muskelkraft angetrieben werden. Jeder Hubwagen besteht aus zwei Gabelzinken gleicher Länge, die in der Höhe verstellbar sind und damit ermöglichen, das Fördergut während des Transportes anzuheben. Unter den Zinken sind starre (nicht lenkbare) Lastrollen angebracht, unter der Deichsel befinden sich eine oder zwei Lenkrollen, mit denen der Hubwagen über eine Bewegung der Deichsel in die gewünschte Richtung gelenkt werden kann. Die Deichsel dient dabei sowohl der Steuerung und Führung des Hubwagens wie auch dem Anheben und Absenken der Last sowie zum manuellen Feststellen der Räder durch eine Bremse.

Elektrohochhubwagen © industrieblick, fotolia.com
Hubwagen im Einsatz © industrieblick, fotolia.com

Das Anheben erfolgt entweder durch manuelles Pumpen (mehrfache Auf- und Abbewegungen der Deichsel) des Bedieners oder bei Elektro-Modellen einfach per Schalter am Griff des Hubwagens. Beim Absenken reicht dafür in der Regel die Betätigung eines Hebels, sowohl bei elektrischen wie auch bei manuellen Geräten. Dieser sollte eine möglichst exakte Dosierung ermöglichen, um auch schwere und empfindliche Lasten sicher abzusetzen. Einige manuelle Geräte bieten einen so genannten Schnellhub an, der das Transportgut mit wenigen Pumpenschlägen soweit anhebt, dass die Palette verfahren werden kann. Das schont den Rücken des Bedieners und spart bei jeder bewegten Palette Zeit, allerdings funktioniert das nur bei geringen Lasten (400 kg oder weniger), nicht unter Volllast.

Ein weiteres wichtiges Unterscheidungskriterium ist die Hubhöhe: Niederhubwagen sind nur dazu geeignet, Lasten ebenerdig zu transportieren, sie erreichen in der Regel eine Hubhöhe von 115-122 mm. Da der Lastschwerpunkt dabei immer bodennah liegt, sind diese Geräte technisch sehr einfach gehalten, was sich günstig auf den Preis und die Folgekosten für Wartung und Reparaturen auswirkt.

Sollen Paletten oder Gitterboxen nicht nur verfahren, sondern auch in Regale oder auf Arbeitstische abgesetzt werden, ist ein Hochhubwagen oder Stapler erforderlich. Bei einem Hochhubwagen liegt der Lastschwerpunkt immer innerhalb der Fahrzeugkontur, damit ist ein Gegengewicht nicht erforderlich. Hochhubwagen verfügen über einen elektrischen Antrieb und erreichen je nach Modell eine Hubhöhe von 5.000 mm und mehr. Wie bei allen elektrischen Hubwagen ist für sie einmal im Jahr eine UVV-Prüfung nach den jeweiligen BG-Richtlinien vorgeschrieben.

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Handgabelhubwagen

Handgabelhubwagen © Toyota
Handgabelhubwagen © Toyota

Die einfachsten (und damit auch in der Anschaffung günstigsten) Hubwagenmodelle bieten nur eine hydraulische Unterstützung beim Anheben und Absenken der Last, erfordern damit jedoch vergleichsweise hohe Kräfte beim Bewegen der Palette. Was bei einer Leerfahrt oder einer leichten Palette kaum auffällt, kann bei Erreichen der maximalen Traglast (die bei 2.000 kg oder höher liegen kann) schnell problematisch werden, da eine große Kraft erforderlich ist, um die Masseträgheit zu überwinden und die Last zu bewegen. Das gilt besonders auf einen nicht planen Untergrund, etwa auf Kopfsteinpflaster. Einige Hersteller bieten daher modellweise eine Anfahrhilfe, mit der sich schwere Lasten einfacher in Bewegung bringen lassen, sie nutzen die Hebelkräfte beim Bedienen der Deichsel, um die Vorderräder zu drehen und so das Gerät in Bewegung zu versetzen.

Vorteile Handgabelhubwagen:

  • Kostengünstig in Anschaffung und Unterhalt
  • Keine zusätzlichen technischen Einrichtungen erforderlich
  • Geringer Wartungsaufwand
  • Hohe Tragfähigkeit
  • Einsatz In- und Outdoor möglich
  • Keine jährlichen UVV-Prüfungen erforderlich

Nachteile Handgabelhubwagen

  • Hoher Kraftaufwand für Transport und Heben/Senken der Last notwendig
  • Geringe Umschlaggeschwindigkeit
  • Nur bodennahe Paletten können transportiert werden

Elektro-Niederhubwagen

Elektro Deichsel-Gabelhubwagen © Jungheinrich
Elektro-Niederhubwagen © Jungheinrich

Um das Anheben und Verfahren von Lasten zu vereinfachen und zu beschleunigen, wurden Elektro-Niederhubwagen entwickelt. Auch sie transportieren Paletten oder andere Transportgüter nur bodennah, eignen sich also beispielsweise nicht für die Regalbestückung, dafür unterstützt ein kräftiger Elektromotor die Fahrt und bei einigen Modellen auch das Heben und Senken der Last. Da bei Handgabelhubwagen (abhängig vom Gewicht der Last) bis zu einem Dutzend Pumpbewegungen notwendig sind, bis das Gerät bewegt werden kann, stellt die Elektromotorisierung nicht nur eine Kraft-, sondern auch eine deutliche Zeitersparnis dar und erhöht die Arbeitsergonomie.

Die Tragfähigkeit von Elektro-Niederhubwagen reicht von Kleinlasten bis 500 kg bis in den Bereich von mehreren Tonnen. Für den betrieblichen Einsatz muss bei größeren Modellen zusätzlich eine geeignete Ladestation angeschafft werden. Diese braucht eine ausreichende Leistung, um die Batterien in der betriebsruhigen Zeit wieder vollständig aufzuladen. Da hierbei gefährliches Knallgas entstehen kann, sind dabei auch Aspekte des vorbeugenden Brandschutzes zu berücksichtigen. Kleinere Modelle lassen sich hingegen einfach per Ladekabel an jeder Steckdose aufladen, besitzen jedoch entsprechend geringere Reserven und Leistungsfähigkeit.

Vorteile Elektro-Niederhubwagen

  • Hohe Leistungsfähigkeit durch Elektro-Anbrieb
  • Schneller Umschlag und Transport
  • Variable Tragfähigkeit
  • Für den Einsatz ist kein Staplerschein erforderlich

Nachteile Elektro-Niederhubwagen

  • Bei größeren Modellen Ladestation erforderlich
  • Geringe Hubhöhe der Last
  • Jährliche UVV-Wartung vorgeschrieben
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Elektro-Hochhubwagen

Crown Hochhubwagen
Elektro-Hochhubwagen © Crown Gabelstapler GmbH & Co. KG

Wenn Lasten nicht nur über kürzere oder längere Strecken, sondern auch in die Höhe transportiert werden sollen, sind Elektro-Hubwagen die geeigneten Geräte. Es gibt sie als Mitgänger-Modelle, die wie ein Niederhubwagen vom Bedienpersonal zu Fuß geführt werden und Mitfahrer-Modelle, bei denen eine Plattform unterhalb der Deichsel ausgeklappt werden kann. Auf die stellt sich der Fahrer und steuert das Gerät von dort aus. Elektro-Hochhubwagen sind mit unterschiedlichen Hubhöhen und Tragfähigkeiten erhältlich, die sich auch auf den Preis auswirken. Je höher die Tragkraft und/oder die Hubhöhe, desto leistungsfähiger muss zudem auch die Batterie sein, daher sind diese Modelle die Schwergewichte unter den Hubwagen. Für die Be- und Entladung von LKW sind sie mit ihrem Eigengewicht oft nicht geeignet, dafür spielen sie im Lager und Versand ihre Qualitäten aus, sind schnell und wendiger als Stapler oder andere FFZ.

Einige Modelle verfügen über ein zweites Paar Gabelzinken, so dass sich mit einer Fahrt zwei Paletten sicher transportieren lassen. Da die Last mit einem Elektro-Hochhubwagen bis auf Höhen von 5.000 mm und höher verfahren werden kann, muss der Bediener auf die Standsicherheit des Geräts achten – wird die Deichsel stark eingeschlagen, kann der Hubwagen mitsamt Last ins Kippen kommen, da er nur eine vergleichsweise kleine Standfläche besitzt.

Vorteile Elektro-Hochhubwagen

  • Schneller Umschlag und Transport, auch weit über Bodenniveau
  • Rückenschonendes Arbeiten im Lager und Versand
  • Mehr Flexibilität im Lager
  • Weniger Platzbedarf als Stapler oder FFZ

Nachteile Elektro-Hochhubwagen

  • Höhere Kosten für Anschaffung und Wartung
  • Nicht für die Be-/Entladung auf LKW-Ladefläche geeignet
  • Höhere Gefahr des Umkippens bei ausgefahrenem Mast als bei einem Stapler
  • Jährliche UVV-Wartung vorgeschrieben

TIPP

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Worauf beim Neukauf von Hubwagen zu achten ist

Erstes Kriterium für die Entscheidung ist ein Vergleich der technischen Daten (Tragfähigkeit, Hubhöhe, Antrieb) und ein Preisvergleich (wobei hier neben den Anschaffungskosten auch die Kosten für Wartung, Ersatz- und Verschleißteile und ggf. notwendige bauliche Veränderungen betrachtet werden sollten). Doch die technischen Angaben des Herstellers alleine sagen wenig darüber aus, wie sich das Gerät im praktischen Einsatz verhält.

Elektro Niederhubwagen im Einsatz © Toyota
Sofern möglich Hubwagen im Einsatz vor dem Kauf testen © Toyota

Daher ist es sinnvoll, mehrere ähnliche Modelle verschiedener Hersteller auszuprobieren und zu testen, sowohl ohne als auch mit Last. Nur so lassen sich kleine, aber entscheidende Unterschiede ermitteln, beispielsweise wie der Griff und die Bedienelemente in der Hand liegen, wie viel Kraft notwendig ist, um die Last anzuheben, wie sich die Bereifung auf unterschiedlichen Untergründen verhält und wie einfach sich das Gerät rangieren und bewegen lässt.

Sollen Paletten nicht nur längs, sondern auch quer unterfahren werden, sind zusätzliche Stützrollen am Gabelende eine sinnvolle Ergänzung, mit denen sich diese Arbeit deutlich erleichtern lässt. Optionen wie ein Schnellhubsystem, Anfahrhilfen oder eine Doppelgabel beschleunigen bestimmte Prozesse im Lager, sind jedoch nicht für jeden Anwendungszweck notwendig – wer also im Vorfeld genau festlegt, welche Funktionen der Hubwagen besitzen soll, fährt günstiger und reduziert die notwendigen Investitionen.

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