Hubwagen: Räder und Rollen

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Räder und Rollen für Hubwagen – welches Material ist für welchen Einsatzzweck geeignet?

Mobile Geräte wie Hubwagen, Stapler oder Flurförderzeuge brauchen Räder und Rollen, um sich fortzubewegen. Und zwar solche, die möglichst gut an die jeweiligen Einsatzbedingungen angepasst sind. Für die Auswahl müssen einige Faktoren berücksichtigt werden, etwa der Anfahr- und Rollwiderstand sowie die Tragfähigkeit der Rollen, die mögliche Stoßbelastung (beim Durchfahren von Bodenwellen, Schlaglöchern, Schwellen usw.), die Beschaffenheit des Untergrundes und einwirkende Umwelteinflüsse wie Nässe, Chemikalien, Umgebungstemperatur.

Handhubwagen © Stihl024, fotolia.com
Handhubwagen © Stihl024, fotolia.com

Rollenlager – damit alles glatt läuft

Unter einer Rolle wird die Gesamtheit von Rad, Radlager und Gehäuse verstanden. Für die Lagerung stehen verschiedene Varianten zur Auswahl, vom einfachen Gleitlager bis zu technisch komplexen Bauteilen wie einem Kegelrollenlager. Für Stapler und Hubwagen werden in der Regel Rollenlager eingesetzt, bei denen runde Stahlwalzen in einem Käfig aus Kunststoff oder Metall gelagert sind. Die Walzen rollen sich bei Bewegung zwischen Achse und Radnabe ab, wodurch sich auch bei höheren Gewichten ein geringer Rollwiderstand ergibt. Die Lager sind üblicherweise von Werk aus mit einem Langzeitfett gefettet, eine Nachschmierung ist damit nicht notwendig.

Kugellager und Kegelrollenlager kommen dann zum Einsatz, wenn Lasten im Bereich von mehreren Tonnen bewegt werden müssen. Sie sind auch für höhere Geschwindigkeiten geeignet und besonders beständig gegenüber Umwelteinflüssen. Ihren Namen verdanken sie Kugeln oder Kegeln aus gehärtetem Metall, die in einem Kugel- bzw. Kegellager geführt zwischen einem metallenen Innen- und Außenring abrollen. Damit kein Staub oder andere Verunreinigungen eindringen und die Lager verschmutzen kann, werden sie mit einer abdichtenden Deckscheibe geschützt. Kugel- und Kegelrollenlager sind besonders verschleißarm und damit auch für den intensiven Dauereinsatz geeignet – allerdings sind sie auch deutlich teurer als Rollenlager.

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Anfahr- und Rollwiderstand

Mit dem Anfahrwiderstand wird die erforderliche Kraft beschrieben, die notwendig ist, um das ruhende Rad in Bewegung zu versetzen. Dieser ist höher als der Rollwiderstand, also die notwendige Kraft, um die Bewegung aufrecht zu erhalten. Beide Widerstände hängen direkt von Faktoren wie dem Lager, der Größe des Rades, der Art und Beschaffenheit des Laufbelages sowie der Bodenbeschaffenheit ab. Unter Last steigen die Widerstände zusätzlich an, da dieses zusätzlich zum Eigengewicht des Staplers bewegt werden muss.

Tipp: Maßgeblich werden die Widerstände durch die Kombination von Lauf- und Bodenbelag beeinflusst. So weist beispielsweise ein Vollgummi-Laufrad gegenüber einem Rad aus Polyamid einen mehr als dreimal so hohen Anfahr- und einen fast sechsmal so hohen Rollwiderstand auf.

Materialen für die Stapler-Bereifung

Die Bereifung muss jeweils auf den Einsatzzweck ausgelegt werden. Soll das Fahrzeug vor allem auf ebenem und glatten Betonboden genutzt werden, eignen sich Polyamidräder, die im thermoplastischen Spritzgussverfahren hergestellt werden. Sie zeichnen sich durch einen leichten Lauf auf glatten Böden aus, sind sehr bruchsicher und haben damit eine lange Lebensdauer, damit sind sie meist erste Wahl bei Hallenfahrzeugen wie Hubwagen, Kommissioniergeräten oder Schwenkschubstaplern. Dazu können sie auch in Kühllagern bei Temperaturen von bis zu -20 °C eingesetzt werden und sind weitgehend beständig gegenüber Säuren und Laugen. Ein Reifenprofil weisen sie nicht auf, ihre Lauffläche ist glatt, um den Rollwiderstand auf ebenem Boden möglichst gering zu halten.

Reifenwechsel Gabelstapler
Reifenwechsel Gabelstapler © corepics, fotolia.com

Allerdings können Polyamid-Rollen aufgrund ihrer Härte empfindliche Bodenbeläge (Fliesen, Keramik) beschädigen, hier sind Rollen mit elastischen Laufbelägen (Polyurethan, Vollgummi, Elastik-Vollgummi) besser geeignet, da diese das Gewicht der Last besser verteilen und abfedern. Zu berücksichtigen ist dabei, dass weichere Beläge, besonders solche aus Vollgummi, beim Rangieren oder Bremsen deutliche Spuren auf dem Boden hinterlassen (auskreiden) können. Ist das nicht gewünscht, stehen spezielle Gummimischungen zur Verfügung, die einen geringeren Abrieb aufweisen.

Bereifungen aus Vollgummi-Standard werden aus Recycling-Materialien hergestellt, sie sind robust und damit für leichte bis mittlere Beanspruchungen geeignet. Bei höheren Beanspruchungen können Räder aus Vollgummi-Elastik eingesetzt werden, bei denen die Bereifung direkt auf die Felge aufvulkanisiert wird. Sie bieten einen angenehmen Fahrkomfort und sind bis -30 °C einsatzfähig, können also auch in TK-Lagern eingesetzt werden.

Gummireifen sind auch mit Luftfederung erhältlich, sie werden bei Frontstaplern für den Außenbereich genutzt und bieten einen geringen Anfahrwiderstand auch bei schlechten Bodenverhältnissen und auf nassem Untergrund. Sie bieten eine gute Stoßdämpfung und transportieren damit Waren besonders schonend, auch bei Unebenheiten. Allerdings sind sie wartungsanfälliger als Massivreifen aus Gummi oder Kunststoff.

Reifen aus Polyurethan sind hoch belastbar und sehr geräuscharm. Das Material ist sehr abrieb- und schnittfest und widersteht Ölen und Fetten sowie vielen aggressiven Chemikalien wie Säuren oder Laugen gut. Diese Bereifung ist für höchste Beanspruchungen ausgelegt, was sich in geringem Verschleiß und einer langen Lebensdauer ausdrückt.

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