Jährliche Inspektion von Hubwagen

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Jährliche Inspektion von Hubwagen

Handbetätigte Hubwagen ohne eigenen Motorantrieb stellen Flurförderzeuge im Sinne von § 2 DGUV V 68 (ehemals BGV D27) dar und unterliegen damit den Rechtsvorschriften dieser Unfallverhütungsvorschrift. Die entsprechenden Vorschriften betreffen den Fahrer/Bediener des Hubwagens ebenso wie den Unternehmer.

Hubwagen im Einsatz © industrieblick, fotolia.com

Die tägliche Einsatzprüfung ist gesetzlich vorgeschrieben

Der Bediener ist gem. § 9 Abs. 1 DGUV V 68 verpflichtet, das FFZ „täglich vor Einsatzbeginn auf erkennbare Mängel hin zu prüfen und während des Betriebes auf Mängel hin zu beobachten“. Des Weiteren darf der Bediener mangelhafte Flurförderzeuge nicht in Betrieb setzen oder weiter nutzen und muss erkannte Mängel umgehend an den Unternehmer melden.

Der Unternehmer ist nach § 9 Abs. 2 DGUV V 68 in der Pflicht, sicherheitsrelevante Mängel vor einem Weiterbetrieb des FFZ zu beheben oder beheben zu lassen. Dabei wird der Begriff des „Unternehmers“ für alle Vorgesetzten verwendet, denen Unternehmeraufgaben übertragen wurden. Wer also Mitarbeitern Anweisungen gibt, etwa die, einen Hubwagen zu benutzen, um eine Palette abzuladen, gilt im Sinne der Unfallverhütungsvorschrift als Unternehmer und muss entsprechend auf angezeigte Mängel reagieren.

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Wiederkehrende Prüfungen

Eine weitere wichtige Vorschrift, die auch für Hubwagen gilt, findet sich in §§ 37 ff. DGUV V 68. Diese verpflichten den Unternehmer, regelmäßig wiederkehrende Prüfungen durchführen zu lassen und die Ergebnisse zu dokumentieren. Spätestens nach Ablauf eines Jahres müssen FFZ und Anbaugeräte durch einen Sachkundigen überprüft werden.

Elektrischer Niederhubwagn im Einsatz © Toyota
Elektrischer Niederhubwagn im Einsatz © Toyota

Was wird bei einer Inspektion von Hubwagen genau geprüft?

Die DGUV V 68 regelt nur den Prüfrhythmus, nicht aber die Inhalte der Prüfung von Hubwagen. Genauere Informationen dazu finden sich in FEM 4.004, die sich inhaltlich an die zurückgezogene BGG 918 (Prüfung von Flurförderzeugen) anlehnt, dabei jedoch neue technische Entwicklungen berücksichtigt. Oft wird auch auf die BGG 941 (Handbetriebenes Flurförderzeug) verwiesen, diese stellt jedoch nur ein Verzeichnis aller FFZ sowie einen Muster-Prüfbefund bereit, dient also mehr der Dokumentation denn der operativen Durchführung.

Gem. FEM 4.004 sind folgende Prüfungen bei der jährlichen Inspektion durchzuführen:

  • allgemeine Sichtprüfung der Gelenke, Bolzen, Verschraubungen sowie Prüfung auf Verschleiß
  • Prüfung der Lenkung mit Radlagern, Gelenke, Lenkgestänge und Deichselsicherung
  • Prüfung der Räder mit Radlagern, Radbolzen und Bereifung
  • Prüfung des Fahrgestells mit Rahmen, Traversen und Schweißnähten,
  • Prüfung der Hydraulikanlage auf Leichtgängigkeit und Dichtigkeit bei Nennlast sowie der sicheren Funktion aller Schalthebel
  • Prüfung der Bremsen, sofern vorhanden
  • Prüfung des Hubgerüstes, sofern vorhanden

Wer darf die jährliche Inspektion von Hubwagen durchführen?

Der Prüfer muss objektiv und unbeeinflusst von betrieblichen oder wirtschaftlichen Einflüssen des Unternehmers sein. Dazu muss er sachkundig, fachlich qualifiziert und mit den Arbeitsschutz- und Unfallverhütungsvorschriften gut vertraut sein.

Gabelstapler Mechaniker
Prüfung durch unabhängigen Prüfer © Corepics, fotolia.com

In der Regel wird die jährliche Inspektion nach FEM 4.004 von einem externen Fachbetrieb, etwa einem Servicedienstleister oder dem Händler/Hersteller, durchgeführt, meist im Rahmen eines Wartungsvertrages. Die Prüfung findet direkt vor Ort im Unternehmen statt, es ist also nicht erforderlich, das FFZ zu einem Prüfbetrieb zu bringen.

Tipp: Auch Gabelstapler müssen regelmäßig zur Inspektion. Weitere Informationen erfahren Sie in unserem Artikel Jährliche Inspektion von Gabelstaplern

Wie wird die jährliche Inspektion von Hubwagen nachgewiesen?

Bei Flurförderzeugen mit durch Muskelkraft bewegtem Fahrwerk muss ein Nachweis nur auf Verlangen der Berufsgenossenschaft oder der Arbeitsschutzbehörde geführt werden. Bei Hubwagen mit motorisiertem Fahrwerk muss der Prüfnachweis archiviert und auf Verlangen der Behörden vorgelegt werden (§ 39 Abs. 1 DGUV V 68).

Der Prüfnachweis muss folgende Informationen enthalten:

  1. Datum und Umfang der Prüfungen mit Angabe evtl. noch anstehender Teilprüfungen.
  2. Ergebnis der Prüfung mit Angabe festgestellter Mängel.
  3. Beurteilung des Prüfers, ob gegen einen Weiterbetrieb des FFZ Bedenken bestehen.
  4. Angaben über erforderliche Nachprüfungen.
  5. Name und Anschrift des Prüfers.

Werden bei der Prüfung Mängel entdeckt, muss deren Beseitigung im Prüfnachweis vermerkt werden. Der Prüfnachweis kann auch elektronisch geführt werden, muss dann jedoch durch geeignete Maßnahmen (Eingabe Benutzername und persönliches Kennwort) vor unbefugtem Zugriff oder Manipulation geschützt sein.

Nach erfolgreicher Prüfung wird das FFZ mit einer Prüfplakette versehen, auf der der nächste turnusmäßige Prüftermin ablesbar ist.

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