Sicherer Umgang mit elektrischen Hubwagen

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Sicherer Umgang mit elektrischen Hubwagen

Nicht nur beim Umgang mit dem Stapler besteht ein erhöhtes Risiko, Sach- oder Personenschäden zu verursachen. Auch die Arbeit mit einem elektrischen Hubwagen ist mit Risiken verbunden. Die werden allerdings oftmals vom Benutzer gar nicht wahrgenommen, weil für den Hubwagen keine Legitimation wie z. B. der Staplerschein erforderlich ist. Jeder Mitarbeiter im Betrieb darf einen elektrischen Hubwagen benutzen und einsetzen, sofern es die Arbeit erfordert. Und auch die Einweisung in das Gerät ist aufgrund der einfachen und intuitiven Bedienung meist eher knapp und geht häufig nur auf die Grundfunktionen des Hubwagens ein, nicht aber auf den richtigen Umgang mit dem Gerät und der Last.

Elektro-Niederhubwagen ECU 15© STILL
SIchers Arbeiten mit einem Elektro-Niederhubwagen © STILL

Im folgenden Artikel stellen wir Ihnen die wichtigsten Sicherheitsaspekte bei der Arbeit mit (elektrischen) Hubwagen vor. Jede Person, die mit einem Hubwagen hantiert oder auch nur in der Nähe davon arbeitet, sollte diese Regeln kennen und beachten, um so einen Beitrag zur Arbeitssicherheit zu leisten.

Die richtige Kleidung und die persönliche Schutzausrüstung

Grundsätzlich ist beim Umgang mit Arbeitsmitteln wie dem Hubwagen immer funktionelle Kleidung zu tragen. Diese sollte auch bei unzureichenden Lichtverhältnissen gut zu sehen und so geschnitten sein, dass sie nicht flattert oder sich anderweitig im Hubwagen verfangen kann.

Schutzkleidung und Sicherheitsschuhe tragen
Schutzkleidung und Sicherheitsschuhe tragen

Unverzichtbar sind Sicherheitsschuhe, um Verletzungen der Zehen oder des Fußgelenkes beim Rangieren mit Last zu verhindern. Anders als bei einem manuell angetriebenen Hubwagen besteht bei einem elektrischen Modell auch ohne Last die Gefahr, dass der Hubwagen mit seinem gesamten Gewicht beim Rückwärtsrangieren über den Vorderfuß fährt. Und ohne Sicherheitsschuhe mit Stahlkappe bedeutet das mindestens eine schmerzhafte Verletzung im Zehenbereich, wenn nicht sogar den Verlust von einem oder mehreren Zehen.

Vorsicht und Umsicht beim Einlagern, Auslagern und Stapeln von Ladungsträgern

Zum Ein- und Auslagern und zum Staplern von Paletten und anderen Ladungsträgern muss der Fahrer immer im rechten Winkel an die Last oder das Regal heranfahren. Die Last sollte immer möglichst gefühlvoll und mit einer weichen Bewegung angehoben werden. Und dabei immer darauf achten, dass die Last vollständig von den Gabelzinken unterfahren wird und nicht schleift. Beim Absetzen im Regal muss der Ladungsträger sicher und standfest platziert werden.

Elektro Hochhubwagen © Linde Material Handling
Elektro Hochhubwagen beim Auslagern © Linde Material Handling

Das Verfahren der Last sollte immer nur bodennah erfolgen, da Hubwagen eine sehr viel kleinere Standfläche aufweisen und der Schwerpunkt sich durch die Last ungünstig verlagert. Wenn die Last tatsächlich kippt, ist das vom Bediener weder aufzuhalten noch zu verhindern.

Setzen Sie Lasten stets nur auf einem sicheren, stabilen Untergrund ab. Beschädigte Ladeeinheiten und (sichtbar) schiefe Ebenen mit einer Neigung von über 2 % erfüllen nicht die Anforderungen an einen sicheren Standort und sollten sofort abgestapelt werden. Verantwortungsvolle Bediener melden das sofort ihrem Vorgesetzten, der dann hoffentlich umgehend die notwendigen Maßnahmen veranlasst.

Verfahren von Lasten

Beim Umgang mit Lasten sind ruckartige Bewegungen, egal ob beim Anfahren oder Abbremsen, zu vermeiden, um die Last sicher zu transportieren. Der elektrische Hubwagen bremst automatisch, wenn die Deichsel nahezu aufrecht steht. Dieses Prinzip muss jeder Benutzer verinnerlichen und zum Bremsen nutzen. Der Bediener sollte das Gerät darum möglichst immer mit fast durchgestrecktem Arm und einer Deichselstellung von 45° steuern und dabei dem Gerät vorangehen.

Elektro Niederhubwagen im Einsatz © Toyota
Elektro Niederhubwagen im Einsatz © Toyota

Kurven sollten vorausschauend und in einem möglichst großen Bogen gefahren werden, am besten mit reduzierter Geschwindigkeit. Gleise, Torschienen und Rinnen dürfen nur schräg befahren werden, um einen ausreichenden Kontakt der Antriebsräder zum Untergrund zu gewährleisten. Unebenheiten auf der Fahrbahn sollten umfahren und gemieden werden, ebenso das Rückwärtsgehen mit Hubwagen.

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Unfälle vermeiden durch richtiges Verhalten im Umfeld

Beim Agieren mit einem Hubwagen dürfen sich keine anderen Personen in der Nähe aufhalten, weder unter der Last noch direkt daneben oder hinter dem Bediener. Der Bediener selber sollte, während er den Hubwagen steuert, mit voller Aufmerksamkeit dabei sein. Also kein Handy oder andere elektronische Geräte, keine Kopfhörer und auch keine Diskussion mit einem Kollegen, die die Aufmerksamkeit von der Fahrstrecke und dem Hubwagen ablenkt.

Gerade in Unternehmen, wo ständig mehrere Flurförderzeuge und Fußgänger unterwegs sind, kommt es wie im Straßenverkehr besonders darauf an, die Umgebung stets im Blick zu behalten. Elektrische Hubwagen sind vergleichsweise träge Verkehrsmittel. Aus diesem Grund sollte der Bediener immer aufmerksam bleiben und im Zweifelsfall durch Handzeichen, Rufen oder mit der eingebauten Hupe auf sich aufmerksam machen. Denn im Vergleich zu einem Stapler ist ein Elektro-Hubwagen immer langsamer und behäbiger, einem Fußgänger hingegen ist das Gerät deutlich überlegen und stellt eine potenzielle Gefährdung dar, insbesondere in Bewegung und mit Last.

Sicher auf der schiefen Bahn unterwegs

Das Befahren von schrägen oder schiefen Ebenen ist mit einem elektrischen Hubwagen besonders gefährlich. Damit das Gerät nicht kippt oder instabil wird, muss die Last immer – also sowohl bergauf als auch bergab – zum Berg hin transportiert werden. Beim Fahren bergabwärts sollte das Gerät immer vorwärts fahren, damit die Last nicht von den Gabeln rutschen kann. Und wenn der Motor bei einer Bergauffahrt die Steigung nicht schafft, setzen Sie die Last ab und fahren Sie das Gerät vorsichtig zurück.

Auf der schiefen Ebene niemals schräg fahren und den Hubwagen nicht wenden. Kurven müssen frühzeitig mit kleinen Lenkbewegungen angegangen werden und dürfen keinesfalls zu schnell oder zu eng genommen werden, da andernfalls der Hubwagen ins Kippen kommen kann. Beachten Sie bei flüssigen Lasten, dass diese auf der schiefen Ebene überlaufen können, wenn der Behälter in Schräglage gelangt. Und halten Sie bei allen Fahrten immer ausreichend Abstand zum Rand der Rampe, um sicher in der Fahrspur zu bleiben.

Unfallfrei im Aufzug unterwegs

Generell sind Aufzüge besonders gefährliche und gefährdete Bereiche, auch dann, wenn sie für den Transport von Lasten ausgelegt sind. Nutzen Sie nur solche Aufzüge, deren Kabine ausreichend groß ist und deren Tragfähigkeit für den Hubwagen, die Last und den Fahrer ausreicht. Seien Sie besonders vorsichtig, wenn weitere Personen den Fahrstuhl benutzen wollen, und warten Sie im Zweifelsfall ab, bis die Kabine frei ist.

Fahren Sie möglichst mittig in die Kabine und vermeiden Sie ruckartige Bewegungen des Gerätes oder der Last, sowohl beim Ein- und Ausfahren als auch während der Fahrt des Aufzugs. Und fahren Sie immer mit der Last nach vorne in den Aufzug, damit Sie beim Aussteigen die Deichsel wieder in eine Position bringen können, in der der Hubwagen nicht blockiert. Wenn Sie diesen Hinweis nicht beachten und mit der Deichsel zuerst in den Fahrstuhl fahren, kann es passieren, dass sich die Deichsel beim Heranschieben an die hinteren Wand der Kabine senkrecht stellt und später nicht mehr in den geeigneten Fahrwinkel gebracht werden kann. Dann brauchen Sie im schlimmsten Fall einen weiteren Hubwagen, um den ersten aus dem Fahrstuhl zu befreien – und werden sicher auch böse Blicke und Spott von Seiten der Kollegen ernten.

Senken Sie die Gabeln vor Fahrtantritt auf Bodenniveau ab und stellen Sie die Deichsel in senkrechte Position. Positionieren Sie sich selber in der Kabine so, dass Sie die Bedienelemente des Aufzugs problemlos nutzen und die Türen nach Erreichen des Zielstockwerks selbstständig aufdrücken können.

Sicheres Be- und Entladen von Fahrzeugen

Das Fahrzeug muss sicher stehen und darf sich auch dann nicht bewegen, wenn die Ladefläche mit Last befahren wird. Der Boden muss ausreichend tragfähig und unbeschädigt und die Feststellbremse des Fahrzeugs angezogen sein. Je nach Situation sind noch die Räder durch Unterlegkeile zu sichern.

Doppelstock Hubwagen EXD SF im Einsatz © STILL
Sicheres Be- und Entladen von Fahrzeugen © STILL

Beim Ladevorgang in Querrichtung muss das Entladen zuerst über die lenkbare Achse erfolgen. Beim Beladen umgekehrt, also zunächst über die nicht lenkbaren Achsen. Wie auf schrägen Ebenen darf auf einer Ladebordwand der Hubwagen nicht rangiert, gedreht oder gewendet werden.

Teamwork, aber sicher: Hochfahren von Personen

Unter bestimmten Voraussetzungen kann ein Hubwagen genutzt werden, um damit Personen (in aller Regel maximal zwei Menschen gleichzeitig) mit einer Plattform oder Arbeitsbühne in die Höhe zu fahren. Zulässig ist das nur bei einem Gerät, dessen Tragfähigkeit entsprechend der Hubhöhe der angehobenen Bühne mindestens das Fünffache des zulässigen Gesamtgewichtes (Eigengewicht + Personengewicht + Zuladung) der Bühne beträgt. Der Bühnenboden muss waagerecht sein, und die Arbeitsbühne muss formschlüssig an der Gabel befestigt sein, am besten durch Gabeltaschen mit Verriegelungsbügel.

Arbeitsbühne werden mit einem elektrischen Hochubwagen angehoben © BAUER GmbH

Beim Längs-, Hoch- und Abwärtsfahrten muss die Umwehrung der Bühne geschlossen bleiben und ein Abstand von mindestens 50 cm zu Regalen oder anderen festen Einrichtungen eingehalten werden. Im hochgefahrenen Zustand darf der Bediener den Hubwagen nicht, auch nicht kurzzeitig, verlassen und muss jederzeit Sicht- und Sprechkontakt mit den Personen auf der Bühne sicherstellen.

Mit- oder Beifahren – nur in Ausnahmen zulässig

Das Mitfahren auf einem elektrischen Hubwagen ist nur dann erlaubt, wenn dieser bauartbedingt dafür ausgelegt ist und eine entsprechende Plattform oder einen Sitzplatz bietet. Zudem muss der Unternehmer das ausdrücklich erlauben und in einer Betriebsanweisung auch schriftlich regeln. Sicherheitseinrichtungen am Gerät dürfen dabei nicht außer Betrieb gesetzt werden, auch nicht auf kurzen Fahrten – und erst recht nicht zur Erhöhung der Bequemlichkeit.

Mitfahrer-Flurförderzeuge sind nicht für einen Beifahrer gebaut und dürfen daher nicht zum Personentransport genutzt werden. Die Verantwortung hierfür liegt immer auch beim Bediener. Denn der riskiert bei einem Unfall nicht nur eine Verletzung oder Schlimmeres, sondern verwirkt im schlimmsten Fall auch noch seine eigenen Ansprüche gegenüber der Unfallversicherung oder dem Arbeitgeber.

Während der Fahrt müssen alle Extremitäten stets innerhalb des Profils des Gerätes gehalten werden, andernfalls droht die Gefahr von Abscherungen oder Quetschungen.

Risiko Batterie

Der Umgang mit Batterien birgt Risiken- Aus diesem Grund dürfen nur solche Personen mit der Batterie umgehen, die dafür unterwiesen und befugt wurden. Das gilt sowohl für das Aufladen der Batterie am Ladegerät als auch für die Batteriepflege und den Austausch der Batterie.

In der Nähe der Batterie und der Ladestation darf nicht geraucht werden. Auch Handys sind hier verboten, ebenso wie offenes Feuer. Denn bei Blei-Säure-Batterien bildet sich reiner Wasserstoff, der in Verbindung mit dem Sauerstoff aus der Luft gefährliches Knallgas bilden kann, das explosionsartig verpufft. Darum muss beim Ladevorgang die Abdeckung der Batterie stets geöffnet sein, und es ist auf eine ausreichende Belüftung zu achten. Vor dem Schließen der Abdeckung muss sich der Bediener davon überzeugen, dass keine Werkzeuge oder anderen Metallteile auf der Batterie liegen, um einen Kurzschluss zu vermeiden.

Für die Arbeit an der Batterie ist eine Persönliche Schutzausrüstung zu tragen, bestehend aus Schutzbrille und Handschuhen aus einem säurefesten Material. Sollte Batteriesäure auf die Haut oder in die Augen gelangen, muss sofort mit viel sauberem Wasser nachgespült und ein Arzt aufgesucht werden.

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