Sicherer Umgang mit Handhubwagen

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Vorsicht beim Umgang mit Handhubwagen

Handhubwagen sind einfache Mitgänger-Flurförderzeuge, die durch den mitgehenden Fahrer gesteuert und bewegt werden. Zwar ist für die Bedienung eines manuellen Hubwagens kein Staplerschein erforderlich, dennoch muss der Fahrer in der Bedienung und dem Umgang mit dem Gerät unterwiesen sein, auch deswegen, weil davon bei falscher Handhabung oder Beladung eine Gesundheits- und Sicherheitsgefährdung ausgehen kann.

Hubwagen im Einsatz © industrieblick, fotolia.com

Diese entsteht, da Handhubwagen keine zusätzliche Unterstützung beim Transport von Lasten bieten, anders als etwa elektrische Nieder- oder Hochhubwagen oder Stapler. Das Gewicht der Last wird durch Pumpbewegungen des Fahrers hydraulisch angehoben, bis die Last bodenfrei verfahren werden kann. Dann liegt es alleine an der Kraft des Fahrers, die Masse in Bewegung zu versetzen und am Zielort wieder abzubremsen.

Bei elektrischen Geräten übernimmt der eingebaute Elektromotor die Bewegung des Flurförderzeugs, der Fahrer muss lediglich per Kippschalter die Fahrtrichtung festlegen und mit der Deichsel das Fahrzeug um Kurven steuern. Zum Abbremsen muss der Fahrer dann nur den Fahrtrichtungsschalter loslassen oder kann einfach die Deichsel aufrecht stellen, um die Motorbremse zu aktivieren.

Jede dritte Verletzung am Arbeitsplatz entsteht durch manuelle Transporttätigkeiten

Diese elektronische Unterstützung ist bei einem manuellen Handhubwagen nicht gegeben, weswegen schon bei einem Lastgewicht von nur 500 kg oftmals gegen die offiziellen Arbeitsschutzrichtlinien in Deutschland verstoßen wird. Da viele Handhubwagen jedoch eine deutlich höhere Kapazität aufweisen (1.000 kg oder mehr), kann die Gefährdung für den Fahrer noch deutlich höher ausfallen, denn jedes zusätzliche Kilogramm muss manuell aus dem Ruhezustand in Bewegung gebracht und anschließend wird abgebremst werden.

Handhubwagen © Stihl024, fotolia.com
Handhubwagen © Stihl024, fotolia.com

Die britische Agentur für Arbeitsschutz HSE hat ermittelt, dass ein Drittel aller Verletzungen, die einen Arbeitsausfall von mindestens drei Tagen zur Folge hatten, auf manuelle Transporttätigkeiten zurückgehen. Dafür muss nicht zwangsläufig die Arbeit mit einem Handhubwagen verantwortlich sein, denn auch in logistischen Bereichen wie Warenein- oder -ausgang, Lager oder Produktion sind belastende Tätigkeiten wie das Heben, Tragen, Ziehen, Schieben oder Absetzen von Lasten häufig anzutreffen. Die HSE geht davon aus, dass innerhalb eines einzigen Arbeitsjahres bis zu 20 Tage durch Verletzungen ausfallen.

Das Thema Arbeitsergonomie ist in vielen Betrieben, in denen mit hohen Gewichten umgegangen wird, meist gut gelöst: Hebe- und Fördertechnik sorgt für einen schonenden und sicheren Transport von Gütern, höhenverstellbare, drehbare Palettentische ermöglichen es, Paletten mit möglichst geringer Belastung für Rücken und Gelenke zu be- oder entladen. Und für den innerbetrieblichen Transport werden Flurförderzeuge wie Stapler oder Hubwagen eingesetzt, um Paletten, Gitterboxen und andere Ladungsträger möglichst schnell und schonend zu verfahren.

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Gewichtsobergrenzen für den Umgang mit Lasten

Diese vielen Maßnahmen werden auch deswegen ergriffen, da es verbindliche Vorgaben (beispielsweise der Berufsgenossenschaften oder Unfallversicherungen) gibt, wie viel Gewicht eine Person beim Heben und Absenken von Lasten mit einem Mal bewegen darf. Die Obergrenze liegt bei Männern bei 20 kg, bei Frauen sind es sogar nur 15 kg. Die Grenzwerte für das Fortbewegen von Lasten sind noch erheblich niedriger, Männer dürfen eine Last von nicht mehr als 10 kg transportieren, Frauen nicht mehr als 7 kg.

Wie sind diese – eher geringen – Grenzwerte mit den Transportkapazitäten von Handhubwagen in Verbindung zu bringen? Diese Frage hat sich der niederländische Flurförderzeug-Experte Theo Egberts (der unter anderem seit Jahren für den jährlichen vergebenen IFOY-Award die umfangreichen Praxistests der einzelnen Staplermodelle durchführt und dokumentiert) auch gestellt und daher 17 Handhubwagen unterschiedlicher Hersteller und Modelle unter Praxisbedingungen untersucht. Die Geräte wiesen eine Tragfähigkeit zwischen 500 und 2.000 kg auf.

Viele Handhubwagen überlasten den Fahrer

Die Ergebnisse seiner Studie sind alarmierend: Denn bereits ein Lastgewicht von „nur“ 500 kg erforderte im Durchschnitt einen Krafteinsatz von 23,3 kg, um aus dem Ruhezustand in Bewegung versetzt zu werden. Wird die maximale Kapazität der größten Geräte im Test voll ausgenutzt und das Lastgewicht also auf 2.000 kg erhöht, muss die doppelte Kraft (46,6 kg) aufgebracht werden. Damit liegt bereits eine Last von 500 kg deutlich oberhalb der zulässigen Höchstwerte.

Auch für den Transport ist Kraft erforderlich, die Forscher ermittelten hier für ein Lastgewicht von 2.000 kg im Schnitt eine Kraft von 35 kg, bei dem Gerät, das am schlechtesten abschnitt lag der Wert sogar bei 55 kg. Nur kleinere Hubwagen mit einer Kapazität von 500 kg konnten im Test teilweise die Vorgaben unterschreiten, das beste Gerät brauchte für die Fortbewegung unter Last nur eine Kraft von 4 kg, im Mittelwert waren es 7,4 kg – und damit für Frauen bereits zu viel. Dazu kommt, dass die erforderliche Kraft beim Abbremsen der Last nahezu verdoppelt wird, was etwa beim Verladen oder auf Gefälle zu beachten ist.

Was bei einem einzelnen Transportvorgang oftmals kein Problem darstellt, summiert sich im Laufe einer Schicht oder einer Arbeitswoche zu einer erheblichen Fehlbelastung. Und die kann mit der Zeit zu dauerhaften Verletzungen oder sogar Schäden beim Fahrer führen, beispielsweise Bandscheibenprolaps oder Zerrungen.

Was Unternehmen tun können, um das Lasthandling sicherer zu machen

Die Ergebnisse legen nahe, dass Handhubwagen mit einer Tragfähigkeit von mehr als 500 kg nicht oder nur eingeschränkt zu empfehlen sind. Müssen regelmäßig Lasten mit solchen Gewichten transportiert und umgeschlagen werden, sollte daher statt eines manuellen Handhubwagens ein elektrischer Hubwagen mit ausreichender Kapazität eingesetzt werden. Der Motor entlastet den Fahrer enorm und erhöht damit sowohl die Arbeitsgeschwindigkeit und -produktivität als auch die Sicherheit am Arbeitsplatz.

Elektro Niederhubwagen im Einsatz © Toyota
Bei schwereren Lasten: Einsatz elektrischer Handhubwagen © Toyota

Zwar sind elektrische Handhubwagen im Vergleich teurer und erfordern ggf. zusätzliche Ausrüstung wie eine Ladestation, doch die höheren Anschaffungskosten machen sich über die Nutzungsdauer des Gerätes vielfach wett, wenn man die zu erwartenden Ausfallkosten für Krankheiten oder Verletzungen ebenso einberechnet wie die möglichen Steigerungen der Produktivität.

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