Wie funktioniert ein Hubwagen

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Wie funktioniert ein Hubwagen?

Hubwagen sind für innerbetriebliche Warenflüsse und Lagerbewegungen unverzichtbar. Sie werden entweder rein manuell (bzw. mit Muskelkraft) oder von einem elektrischen Motor angetrieben und bewegt. Hubwagen verfügen über einen stabilen Rahmen und zwei metallene Gabelzinken, die unter Paletten, Gitterboxen und andere unterfahrbare Ladungsträger geschoben werden können. Im vorderen Bereich der Gabelzinken befinden sich starre Lastrollen, deren Achsen fest am Rahmen montiert sind. Hubwagen mit kurzen Gabeln (800 mm Länge) eignen sich nur für die Aufnahme von Displaypaletten (EUR 6-Paletten, „Düsseldorfer Paletten“), während Hubwagen mit Standardgabeln (1.150 mm Länge) zwei Display- oder eine Standardpalette aufnehmen können. Ebenso werden Hubwagen mit verlängerten Gabeln angeboten, mit denen sich zwei Paletten gleichzeitig aufnehmen und verfahren lassen.

Die Gabelzinken eines Hubwagens sind höhenverstellbar und vorne abgerundet, um das Einfädeln unter die Palette zu vereinfachen. Wenn der Hubwagen komplett unter die Palette gefahren wurde, können die Gabeln vom Bediener manuell oder elektrisch angehoben werden, so dass die Last ohne Bodenkontakt transportiert werden kann. Das Anheben und Absenken der Last erfolgt über eine Hydraulikpumpe, die es ermöglicht, selbst Gewichte von mehreren Tonnen mit nur geringen Anstrengungen anzuheben und zu manövrieren. Die Pumpe wird bei manuellen Hubwagen über die Deichsel betätigt, mit der der Bediener Pumpbewegungen ausführt und die Last so anhebt, bis Bodenfreiheit besteht. Dann kann der Hubwagen gezogen oder geschoben werden, wobei die Deichsel sowohl zum Bewegen als auch zum Lenken des Hubwagens dient. Die Palette wird dabei dauerhaft durch die Hydraulik angehoben und muss nicht zusätzlich vom Bediener stabilisiert werden.

Handhubwagen Arbeiter im Lager © industrieblick, fotolia.com
Handhubwagen: Einsatz im Lager © industrieblick, fotolia.com

Ist die Last an ihrem Zielort angekommen, kann durch einen Hebelgriff am Deichselkopf die mit einem Seilzug verbundene Hydraulikpumpe gelöst werden, wodurch die Palette langsam wieder auf Bodenniveau abgesenkt wird. Danach kann der Hubwagen rückwärts aus der Palette gezogen und abgestellt oder anderweitig eingesetzt werden.

Anders als beispielsweise bei einem Stapler liegt der Lastschwerpunkt innerhalb der Kontur des Hubwagens (beim Stapler liegt er im vorderen Bereich, daher muss ein ausreichendes Gegengewicht vorhanden sein; bei Elektrostaplern ist das in der Regel die Batterie). So wird ein sehr kleiner Wendekreis möglich, wodurch Hubwagen sich insbesondere für den Einsatz in engen Gängen, auf Lkw-Ladeflächen oder generell in Bereichen mit wenig Freifläche empfehlen.

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Manuelle Niederhubwagen und Hochhubwagen (Gabelhubwagen)

Hubwagen sind in zahlreichen verschiedenen Varianten erhältlich, wobei es zwei wesentliche Unterscheidungskriterien gibt: Den Antrieb (manuell oder elektrisch) und die maximale Hubhöhe (Nieder- oder Hochhub). Manuelle Hubwagen mit Niederhub, auch Gabelhubwagen genannt, sind technisch relativ einfach konstruiert und damit sowohl wartungsärmer als auch in der Anschaffung am günstigsten; zudem bringen sie nur ein geringes Gewicht von weniger als 100 kg auf die Waage. Die günstigen Geräte, die neu ab etwa 300 Euro angeboten werden, können Lasten von bis zu 2,5 Tonnen bis etwa 20 Zentimeter Höhe anheben. Sie eignen sich damit ausschließlich zum Transport von Paletten über kurze Distanzen, nicht jedoch zum Ein- oder Auslagern an einem Palettenlagerfach.

Handgabelhubwagen © Toyota
Handgabelhubwagen © Toyota

Manuelle Hubwagen mit Hochhub können Paletten bis auf eine Höhe von etwa 3 Metern anheben, allerdings zu Lasten der Tragfähigkeit. Diese ist in der Regel auf Paletten mit einem Gewicht von nicht mehr als einer Tonne begrenzt. Manuelle Hochhubwagen sind mit einem Hubgerüst ausgestattet, an dem das Lastaufnahmemittel – zwei als Schalen ausgebildete Gabelzinken – befestigt ist. Durch Bewegungen der Deichsel oder eines Fußpedals werden die Gabeln am Hubgerüst entlang angehoben, bis sie sich in der gewünschten Höhe befinden.

Elektrische Niederhubwagen

Elektrisch angetriebene Niederhubwagen funktionieren ähnlich wie manuelle Gabelhubwagen, mit einem wesentlichen Unterschied: Die notwendige Energie für das Anheben und Absenken der Gabeln sowie für den Fahrbetrieb kommt nicht vom Bediener, sondern aus einer Batterie. Diese befindet sich am hinteren Ende der Gabeln, zusammen mit der notwendigen Elektronik für die Steuerung, Hydraulik und Bremsen. Ein elektrischer Gabelhubwagen wird über die Deichsel nicht nur gelenkt, sondern auch (mit Hilfe eines Kippschalters oder Drehgriffs) beschleunigt und abgebremst. Dazu sind die Geräte mit einer Notbremse ausgestattet, die sofort greift, wenn die Deichsel nahezu senkrecht steht. Diese Vorrichtung soll Unfälle mit dem Gerät verhindern, zum Beispiel das unabsichtliche Überfahren eines Fußes beim Zurücksetzen des Hubwagens.

Elektro Deichsel-Gabelhubwagen © Jungheinrich
Elektro Deichsel-Gabelhubwagen © Jungheinrich

Die Sicherheitsvorkehrungen sind wichtig, denn bereits ohne zusätzliches Hubgerüst wiegt ein elektrischer Niederhubwagen erheblich mehr als ein manuelles Modell: Zwischen 500 und 1.000 Kilogramm bringt ein elektrischer Gabelhubwagen ohne Last auf die Waage, daher können die Geräte nur auf ausreichend tragfähigem Untergrund eingesetzt werden. Wie ein manueller Gabelhubwagen sind auch die elektrischen Modelle nicht für die Arbeit am Regal geeignet, da sie die Last ebenfalls nur auf eine Höhe von maximal etwa 20 Zentimeter anheben und aus diesem Grund ausschließlich zu Transportzwecken eingesetzt werden können.

Elektrische Hochhubwagen

Ein Hochhubwagen mit Elektromotor ist ein besonders flexibel einsetzbares Arbeitsgerät, da es selbst Lasten von bis zu 2 Tonnen mühelos anheben, verfahren und in Höhen von bis zu ca. 5,5 Metern ein- und auslagern kann. Hochhubwagen kombinieren Elemente von Gabelhubwagen und Gabelstapler: Die als Schalen ausgeführten Gabelzinken liegen auf einem starren Gabelträger, der mit starren Laufrollen versehen ist und sind an einem Hubgerüst ähnlich dem eines Frontstaplers befestigt. Das Hubgerüst verfügt oft über einen Freihub, bei dem die Palette angehoben wird, ohne dass sich die Bauhöhe des Hochhubwagens verändert.

Crown Hochhubwagen
Elektro-Hochhubwagen © Crown Gabelstapler GmbH & Co. KG

Hubwagen mit Waage

Hubwagen können nicht nur dazu eingesetzt werden, Ladungsträger innerbetrieblich zu transportieren, sondern sie unterstützen nach Bedarf auch weitere Arbeitsprozesse im Lager oder Versand. Häufig werden Hubwagen z. B. mit einer Wiegevorrichtung ausgestattet, die es dem Bediener ermöglicht, den Ladungsträger nicht nur aufzunehmen und zu verfahren, sondern auch dessen Gewicht zu ermitteln. Insbesondere im Versand sind Wiegehubwagen häufig anzutreffen, da mit ihnen auf eine kosten- und platzintensive Bodenwaage verzichtet werden kann.

Hubwagen mit Waage © Jungheinrich
Hubwagen mit Waage © Jungheinrich

Einfache Wiegehubwagen können nur das Bruttogewicht (Ladungsträger und Zuladung) mit einer Genauigkeit von 0,05 bis 0,1 Prozent ermitteln und anzeigen. Komplexere Modelle bieten zusätzlich die Möglichkeit, zu tarieren, also zuzuwiegen. Bei Bedarf können die Wiegeergebnisse auf einem angeschlossenen Drucker ausgegeben werden, um sie zu dokumentieren. Kommt es bei den Wiegeprozessen auf eine möglichst hohe Genauigkeit an, kann die Waage durch den Hersteller kalibriert werden, allerdings ist die Kalibrierung regelmäßig zu überprüfen und zu erneuern.

Elektrische Hubwagen mit Fahrerstand

Hubwagen mit Fahrerstand bieten vor allem bei langen Wegen den Vorteil, dass der Bediener auf einer fest montierten oder herunterklappbaren Plattform mitfahren kann. So lässt sich die Fahrgeschwindigkeit und die Arbeitssicherheit erhöhen und gleichzeitig die Gefahr reduzieren, dass der Bediener sich beim Rangieren mit dem Hubwagen auf die Füße fährt. Allerdings darf ein Hubwagen mit Fahrerstand nur von ausgebildeten und unterwiesenen Personen bedient werden. Es ist also ein Flurfördermittelschein („Staplerschein“) erforderlich, um mit einem solchen Gerät zu arbeiten.

Elektro Gabelhubwagen © Hyster
Elektro Gabelhubwagen © Hyster

Fazit: Hubwagen sind unverzichtbare und flexible Spezialisten

Wo immer Paletten oder andere Ladungsträger aufgenommen, transportiert oder verladen werden müssen, ermöglichen Hubwagen ergonomische und effiziente Arbeitsprozesse. Im Vergleich zu einem Frontstapler punkten Hubwagen mit erheblich geringen Anschaffungs- und Unterhaltskosten, einem geringeren Eigengewicht sowie großer Wendigkeit bei beengten oder eingeschränkten Platzverhältnissen.

Mit einem Hochhubwagen können zudem auch Palettenregale bedient werden. Bei der Kommissionierung oder Auftragszusammenstellung im Versandbereich ermöglichen die Fahrzeuge eine ergonomische und rückenschonende Arbeitshöhe. Allerdings müssen elektrisch angetriebene Geräte regelmäßig an eine Ladestation angeschlossen und aufgeladen werden, und auch die Batterie braucht, ähnlich wie eine Staplerbatterie, regelmäßige Pflege.

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