Wartung

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Wartung von Gabelstaplern und Flurförderzeug

Gabelstapler sind wichtige Produktionsmittel, die den betrieblichen Alltag erheblich beeinflussen. Wenn der Stapler streikt, kann das weit reichende Folgen haben – bis hin zum Stillstand der Produktion. Daher wird jedes Unternehmen bestrebt sein, seinen Flurfördermitteln die größtmögliche Verfügbarkeit zu sichern.

Wartung von Staplern
Wartung von Staplern © STILL GmbH

Ähnlich wie bei einem Kraftfahrzeug kann man davon ausgehen, dass ein fabrikneuer Stapler deutlich weniger anfällig für Betriebsstörungen ist. Einerseits ist er ja eben noch neu; Gewährleistung und Garantie schützen weitgehend vor den Folgen von Ausfällen. Tritt bei sachgemäßem Gebrauch ein Schaden auf, haftet der Verkäufer oder Hersteller. Andererseits ist bei modernen Staplern auch die Tendenz zur Nachhaltigkeit zu sehen. Die Komponenten werden immer leistungsfähiger und haltbarer. Serviceintervalle sind heute deutlich größer als früher. Dennoch bleibt spätestens nach Ablauf der Gewährleistungs- und Garantiezeit die volle Verantwortung für die Betriebsfähigkeit beim Unternehmen, das den Stapler einsetzt.

Wartung hält die Stapler fit

Daher sollte – am besten von Anfang an – die Wartung geplant werden. Manchmal ist die erste Inspektion im Kaufpreis inbegriffen. Die weiteren Inspektionen wollen jedoch bezahlt sein und pünktlich durchgeführt werden. Hinzu kommen Überlegungen, wie man im weiteren Gebrauch jenseits von Gewährleistung und Garantie mögliche Störungen und Ausfälle vermeidet. In größeren Unternehmen wird es vielleicht eine eigene Abteilung für die Wartung und Reparatur von Betriebsmitteln geben. Hier liegt es beim Unternehmer, die erforderlichen Arbeiten regelmäßig und in vollem Umfang durchführen zu lassen, auch wenn kein Reparaturfall vorliegt.

Inspektionen werden häufig als notwendiges Übel betrachtet. Dabei sind sie Mittel der Wahl, wenn es darum geht die Flurförderzeuge ständig einsatzbereit zu halten. Regelmäßige Wartung reduziert teuere Reparaturen. Gleichzeitig verlängert sich die Lebensdauer der Stapler. Und schließlich lassen sich mögliche Reparaturen planen. So können die Arbeiten dann stattfinden, wenn sie sich am ehesten in den Betriebsablauf einfügen.

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Diese Partner sind immer vor Ort

Die wichtigsten Service-Partner vor Ort sind die Mitarbeiter, die mit dem Führen der Flurförderzeuge beauftragt sind. Sie dürfen zwar keine Reparaturen ausführen, aber mit der täglichen Prüfung der Stapler zu Arbeitsbeginn sind sie die Personen, die den jeweiligen Stapler besser kennen als jeder andere. Ein Unternehmen ist gut beraten, die tägliche Prüfung sorgfältig durchführen zu lassen und nicht nur als notwendiges Übel zu verstehen. Denn bei der Prüfung und auch im laufenden Betrieb lassen sich Schäden frühzeitig erkennen.

Der Fahrer kann an ungewöhnlichen Geräuschen oder dem Verhalten des Staplers einen Verschleiß schon im Vorfeld erkennen und damit größere Schäden verhindern. Das trifft zum Beispiel auch auf die Reifen zu. Kommt es zu wiederkehrenden Beschädigungen oder gar Ausbrüchen am Reifen, kann er nützliche Hinweise darauf geben, ob es Stellen auf den Verkehrswegen gibt, die ursächlich für einen erhöhten Verschleiß sind.

Sinngemäß gilt das für alle Details im täglichen Betrieb. Sprechen Sie Ihre Mitarbeiter darauf an, dass sie mit dem täglichen Check viel dazu beitragen, den Betrieb störungsfrei zu gestalten. Ein Lob als kleine Anerkennung steigert durchaus die Motivation.

Reifenwechsel Gabelstapler
Reifen prüfen und wechseln © corepics, fotolia.com

Wartung als Fremdleistung

Gerade in kleinen Unternehmen wird ein sachkundiger Mitarbeiter oder sogar eine eigene Abteilung für Wartungs- und Reparaturarbeiten nicht vorhanden sein. Da macht es Sinn, für diese Aufgaben den richtigen externen Partner auszuwählen. Das wird in den meisten Fällen eine Vertragswerkstatt des Herstellers sein. Nach Ablauf der Garantie- und Gewährleistungsfristen können auch unabhängige Fachwerkstätten diese Leistungen übernehmen. Dabei ist es empfehlenswert, die Wartungs- und Reparaturaufträge möglichst auf einen zuverlässigen Partner zu konzentrieren. Das unterstützt die Neigung des Serviceunternehmens, auch zu ungewöhnlichen Zeiten tätig zu werden oder eine Reparatur auf kulante Weise zu behandeln.

Mit einem guten Service ist der Betreiber eines Staplers auf der sicheren Seite. Inspektionen, Wartungsarbeiten und Reparaturen werden nach den Vorschriften des Herstellers und mit Originalteilen durchgeführt. Aufgrund eines dichten Servicenetzes der meisten Hersteller ist die Werkstatt in räumlicher Nähe. Der Kundendienst wird also schnell vor Ort sein, um Stillstandzeiten so kurz wie möglich zu halten.

Wartungsvertrag

Sinnvoll ist es, einen Vertrag für regelmäßige Gabelstaplerwartung abzuschließen. Ein solcher Vertrag beinhaltet die Inspektionen einschließlich der Kontrollen und Justierung der Komponenten nach den Wartungsanweisungen des Herstellers sowie selbstverständlich Schmierung und Wechsel von Motoröl und gegebenenfalls Auffüllen der Hydraulikflüssigkeit. Auch die Kosten für Ersatzteile gemäß den Wartungsvorgaben gehören dazu. Zum Beispiel der planmäßige Austausch von Verschleißteilen wie Filter oder Dichtungen.

Ein Inspektionsprotokoll dokumentiert die durchgeführten Arbeiten und ggf. die Hinweise des Servicetechnikers auf beginnende Schäden und bald anstehende Reparaturen. Eine Pauschale deckt alle Kosten für die Leistungen ab. In jedem Fall sollte der Auftraggeber prüfen, welche Leistungen eingeschlossen sind. Und er sollte darauf bestehen, dass sie auch pünktlich und vollständig ausgeführt werden.

Stellt sich bei der Inspektion heraus, dass ein Teil beschädigt ist oder bereits Verschleiß zeigt, wird der Service-Partner einen Kostenvoranschlag für die Instandsetzung machen. So bleibt der Stapler einsatzbereit. Reparaturen werden zeitlich und kostenmäßig planbar, überraschende Ausfälle lassen sich minimieren. Je komplexer ein betrieblicher Prozess ist, desto gravierender kann der Ausfall eines einzigen Produktionsmittels sein. Mit regelmäßiger Wartung und geplanten Reparaturen können plötzliche Ausfälle vermieden werden. Daher nennt man diese Vorgehensweise auch vorbeugende Instandhaltung.

Intenisve Prüfung Gabelstapler
Intenisve Prüfung Gabelstapler © corepics, fotolia.com

All inklusive

Einen Schritt weiter geht ein Vollservice-Vertrag. Neben den Leistungen eines Wartungsvertrages beinhaltet er auch alle Reparaturen. Sogar regelmäßige Reifenwechsel und der Austausch von Batterien können vertraglich vereinbart werden. Die Ausgestaltung des Vollservice-Vertrags lässt sich optimal auf die betrieblichen Gegebenheiten abstimmen. Auch hier ist die Basis eine Pauschalgebühr. Beim Vollservice wird sie monatlich erhoben. Die Laufzeiten der Verträge liegen in der Regel zwischen 36 und 60 Monaten.

Natürlich ist diese umfassende Vorsorge teurer als ein reiner Wartungsvertrag. Dennoch rechnet sie sich. Der Stapler erhält seine größte Verfügbarkeit, kann also maximal ausgelastet werden. Die Betriebskosten werden gesenkt. Und schließlich erhält das Flurförderzeug einen höheren Wiederverkaufswert. Beim Verkauf eines gebrauchten Staplers ist der Hinweis auf einen Vollservice ein gutes Argument.

Regelmäßige Prüfungen

Neben den Gedanken der Wirtschaftlichkeit tritt bei Gabelstaplern auch noch die Notwendigkeit, gesetzliche Vorschriften zu beachten. Sie zählen zwar nicht zu den Wartungsarbeiten, werden aber nicht selten von ihnen beeinflusst: die vorgeschriebenen regelmäßigen Prüfungen. Gute Wartung bringt gute Prüfergebnisse. Regelmäßige Prüfungen dienen der Sicherheit und sind für das Betreiben von Gabelstaplern obligatorisch. Die Prüfungen können nur von Betrieben vorgenommen werden, die eine entsprechende Qualifikation und Zulassung haben.

Die Prüfungen im Überblick:

Vorschrift alte Nr. Beschreibung Intervall Bemerkung
DGUV Vorschrift 68 FEM 4.004 §10 BetrSichV BGV D27 Prüfung auf sichere Bereitstellung und Benutzung von Staplern und Flurförderzeugen gem. DGUV Vorschrift 68, §37 UVV mindestens 1mal jährlich  
TRGS 554   Abgasmessungen: Prüfung der Partikelfilteranlagen von Dieselstaplern 1mal jährlich oder alle 1.500 Bh  
DGUV Vorschrift 79 BGV D34 Prüfung der Gasanlage bei Treibgas-Staplern jährlich oder alle 1.000 Bh bei Verwendung von Flüssiggas
DGUV Vorschrift 79 BGV D34 Prüfung des CO-Gehalts im Abgas von Flüssiggas-Staplern halbjährlich bei Verwendung von Flüssiggas
DGUV Vorschrift 79 BGV D34 Druckprüfung von Flüssiggastanks alle 10 Jahre  
DGUV Regel 113-015 BGR 237 Prüfung auf sichere Bereitstellung und Benutzung der hydraulischen Schlauchleitungen 1mal jährlich oder halbjährlich bei erhöhten Anforderungen  
DGUV Vorschrift 3 BGV A3 Prüfung von Ladegeräten alle 4 Jahre bei integrierten Ladegeräten (ortsfest)
  VDE 0702 Prüfung von Ladegeräten halbjährlich, bei Fehlerquote kleiner 2%: jährlich bei externen Ladegeräten (ortsveränderlich)
  2002/44/EG Ganzkörpervibrationsmessung für Stapler mit Mitfahrmöglichkeit einmalig, Wiederholung bei Veränderung  
  StVZO §29 Hauptuntersuchung alle 2 Jahre nur Stapler mit amtlichem Kennzeichen

Was ein Unternehmen exakt für die Serviceleistungen von Wartung und Instandhaltung zu zahlen hat, lässt sich nicht ohne Weiteres beziffern. Die Kosten sind abhängig von den konkreten Leistungen und Anbietern. Hier ist es ähnlich wie bei Kraftfahrzeugwerkstätten. Wichtig für den Auftraggeber ist es, die einzelnen Angebote miteinander vergleichen zu können. Dazu gehören neben dem eigentlichen Preis für die jeweilige Grundleistung auch Nebenkosten, wie zum Beispiel Fahrkosten, Kosten für Arbeiten außerhalb von Kernzeiten, Zuschläge für besonders kurze Reaktionszeiten und weitere Positionen, die sich in der Summe deutlich bemerkbar machen.

Beim Einholen von Angeboten sollte ein Unternehmen daher auf vergleichbare Angebote bestehen. Sparen lässt sich häufig bei Vergabe von Wartungsarbeiten oder Reparaturaufträgen, wenn mehrere oder alle Flurförderzeuge von derselben Werkstatt betreut oder die Wartungsarbeiten mit regelmäßigen Prüfungen kombiniert werden. In jedem Fall ist ein schlüssiges Konzept für den Bereich von Wartung, Instandhaltung und Prüfung auch die Basis für eine bestmögliche Verfügbarkeit der Flurförderzeuge.

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