Lagertechnik

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Lagertechnik: Übersicht, Einrichtung und Lagerbauweise

Die Lagertechnik umfasst die Lagerung sowie den innerbetrieblichen Transport von Gütern. Sie ist damit ein wichtiger Teil der innerbetrieblichen Logistik und bildet die Schnittstelle zwischen der Beschaffung auf der Eingangs- und der Produktion, Distribution und Entsorgung auf der Ausgangsseite.

Lagerhaus © sveta, fotolia.com
Lagerhaus © sveta, fotolia.com

Für einen reibungslosen und effizienten innerbetrieblichen Materialfluss ist Lagertechnik von entscheidender Bedeutung. Dazu sorgt sie für Ordnung und Übersicht im Lager und insgesamt dafür, dass die logistischen Oberziele erreicht werden:

  • das richtige Produkt,
  • zur richtigen Zeit,
  • am richtigen Ort,
  • in der richtigen Menge,
  • in der richtigen Qualität und
  • zu den richtigen Kosten.

Die Lagereinrichtung

Ein wesentlicher Bestandteil der Lagertechnik ist die Lagereinrichtung, also die Ausstattung mit Regal-, Förder- und Transportsystemen. Diese ist abhängig davon, welche Güter gelagert werden müssen, für wie lange, in welchen Mengen und mit welchen zusätzlichen Anforderungen an die Lagertechnik (z. B. Tiefkühl- oder Gefahrstofflager, Kleinteilelager, Schnelldreher).

Gabelstapler in einem Pappewerk © corepics, fotolia.com
Gabelstapler in einem Lagerhaus © corepics, fotolia.com

Die Auswahl und Nutzung der richtigen Lagertechnik ist angesichts von steigendem Wettbewerbs- und Kostendruck für Unternehmen jeder Größe von besonderer Bedeutung. Sie ermöglicht es, Waren und Güter zu bevorraten und zu puffern, um zeitliche Differenzen zwischen Lieferung und Versand zu überbrücken, und außerdem, Waren und Güter zu verteilen und zu sammeln, um sie anschließend an einen Kunden zu versenden.

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Ein Lager kostet Geld – und ist oft trotzdem unvermeidlich

Für die Einrichtung und den Betrieb von Lagern und der damit verbundenen Lagerhaltung gibt es zahlreiche gute Gründe:

  • Es ist in der Regel wirtschaftlicher, große Losgrößen zu fertigen und die Fertigteile zu lagern, als auf eine Einzelfertigung umzustellen (um beispielsweise Rüstzeiten zu reduzieren).
  • Kostenintensive Produktionsanlagen können wirtschaftlicher betrieben und besser ausgelastet werden.
  • Produktionsengpässe durch Störungen oder Lieferverzögerungen von Roh- und Hilfsstoffen lassen sich durch Lagerhaltung kompensieren.
  • Saisonale Schwankungen im Absatz können durch Lagerhaltung ausgeglichen werden.
  • Lagerhaltung ist die Voraussetzung für kurze Lieferzeiten und damit einen guten Kundenservice.
  • Durch Lagerung kann bei bestimmten Produkten eine Wertsteigerung erfolgen (z. B. durch Reifung).
  • Erfüllung von Zusatzaufgaben (z. B. die auftragsbezogene Zusammenstellung anhand von Stücklisten, Bereitstellung zur Kommissionierung).

So unterschiedlich, wie die Gründe für eine Lagerhaltung sind, so unterschiedlich sind auch die verschiedenen Lagerarten. So spielt das Lagergut eine wichtige Rolle: Seine Anzahl, Form, Größe, Menge und Gewicht bestimmen sowohl die Größe des Lagers als auch dessen Aufbau und Form. Beispielsweise muss ein produktionsnahes Lager für Rohmaterial anders gestaltet sein als ein Handelslager für Lebensmittel, und ein Ersatzteillager für Kleinteile anders als ein Stückgutlager mit Paletten oder Gitterboxen.

FLießband mit Karton © Mayantik, fotolia.com
FLießband in einer Fabrik zur Kartonherstellung © Mayantik, fotolia.com

Neben organisatorischen Anforderungen sind auch die Kosten für die Lagereinrichtung und den operativen Lagerbetrieb zu betrachten. Denn Regalsysteme, FFZ, Sicherheits- und Brandschutzmaßnahmen und nicht zuletzt die Anbindung an die Unternehmens-IT sind Kostenfaktoren, die bei der Lagergestaltung und -einrichtung berücksichtigt werden müssen. Da diese Kosten in der Regel über einen Zeitraum von 14 Jahren abgeschrieben werden, handelt es sich um langfristige Investitionen, bei denen auch zukünftige Entwicklungen und Veränderungen bedacht werden müssen. Denn ein komplett eingerichtetes und gefülltes Lager kann nur mit erheblichem Aufwand und zu hohen Kosten strukturell verändert werden.

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Die Lagerbauweise

Neben der Lagereinrichtung ist die Lagerbauweise ein weiteres wichtiges Unterscheidungsmerkmal in der Lagertechnik. Unterschieden werden Freilager und geschlossene Lager:

  • Als Freilager werden solche Lager bezeichnet, die nicht umbaut sind. Sie dienen der Lagerung von witterungsunempfindlichen und wenig diebstahlgefährdeten Gütern wie Holz, Baustoffen oder Leergut. Zur Sicherung können Freilager mit Zäunen vor unbefugtem Zugriff geschützt werden. Witterungsempfindliche Güter wie Maschinen können in einem überdachten Freilager gelagert werden, das zumindest einen gewissen Schutz vor Witterungseinflüssen bietet.
  • Geschlossene Lager bieten einen besseren Schutz vor Diebstahl, Sabotage und anderen Einflüssen, da das Lagergut vollständig von stabilen Wänden und einem festen Dach umschlossen wird. Der Zugang ist nur über definierte Bereiche (Türen, Tore, Rampen) möglich, zudem besteht hier die Möglichkeit, zusätzliche Lagereinrichtung wie Regale, Fördertechnik oder Flurförderzeuge zu nutzen.

Geschlossene Lager – Typografie

Läger in festen Gebäuden sind am weitesten verbreitet und können sowohl ein- als auch mehretagig ausgeführt werden. Geschlossene Lager werden gemeinhin in Flachlager (Höhe bis 7 Meter), hohe Flachlager (7 bis 12 Meter) und Hochlager (mit einer Höhe ab 12 Meter) unterteilt. Die Unterscheidung zwischen hohem Flachlager und Hochlager ist vor allem dann wichtig, wenn Regalsysteme und Fördertechnik zum Einsatz kommen sollen, da diese Parameter z. B. für die Auswahl der passenden Stapler und Flurförderzeuge von Bedeutung sind.

Hochregallager © timstieffenhofer, fotolia.com
Hochregallager © timstieffenhofer, fotolia.com

Traglufthallenlager bestehen aus einer Hallenhaut aus einem luftundurchlässigen Gewebe, das durch ein Gebläse ballonartig auf einer befestigten Grundfläche aufgespannt wird. Der Zugang zu einem solchen Traglufthallenlager ist nur durch eine Luftschleuse möglich, daher sind die Möglichkeiten stark eingeschränkt, hier mit Flurförderzeugen tätig zu werden. Diese Art von Lagern wird häufig als temporäre Lösung während Umbau- oder Sanierungsarbeiten genutzt und bietet nur geringen Schutz vor Diebstahl oder unbefugtem Zutritt.

Eine Sonderform sind Silos oder Bunker, die ebenfalls zu den geschlossenen Lagern gezählt werden, jedoch zur Lagerung von Schüttgütern, Flüssigkeiten oder Gasen eingesetzt werden. Sie sind damit im Gegensatz zu anderen geschlossenen Lagern jeweils nur mit einem einzigen Lagergut bestückt, das in großen Mengen gelagert wird.

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