Tragfähigkeit

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Auswahlkriterium: Tragfähigkeit

Welche Lasten soll das Flurförderzeug bewegen? Es macht wenig Sinn, einen Stapler ständig an den Grenzen seiner Tragfähigkeit zu betreiben und ihn damit praktisch „auf Verschleiß“ zu fahren. Andererseits ist es nicht wirtschaftlich, einen überdimensionierten Stapler vorzuhalten, wenn nur selten besonders schwere Lasten zu stemmen sind. Eine realistische Einschätzung trägt dazu bei, spätere Enttäuschungen schon im Vorfeld zu vermeiden.

Gefahrenstelle Hallentor Gabelstapler
Maximale Tragfähigkeit bei Last beachten © Toyota

Von der Theorie…

Welche Lasten zu transportieren sind, weiß jedes Unternehmen selbst am besten. Eine Abschätzung der vom Hersteller angegebenen Tragfähigkeit eines bestimmten Staplermodells für die Arbeit in einem Betrieb ist nicht ohne Weiteres möglich. Um verschiedene Stapler miteinander vergleichen zu können, wird auf dem Typenschild die so genannte Nenntragfähigkeit angegeben. Dieser Wert gilt jeweils für eine konkrete Hubhöhe und einen konkreten Abstand zwischen Lastschwerpunkt und Gabelrücken.

Zwischen der Nenntragfähigkeit und der tatsächlichen Tragfähigkeit in einem konkreten Anwendungsfall gibt es große Unterschiede. Das System aus Stapler und Last verhält sich dabei im Prinzip wie eine Wippe und folgt dem Hebelgesetz. Mit zunehmender Hubhöhe und zunehmendem Lastschwerpunktabstand nimmt daher die Tragkraft ab.

…zur Praxis

Eine grafische Darstellung, das so genannten Traglastdiagramm, veranschaulicht die tatsächliche Tragfähigkeit für einen Einsatzfall. Anhand dieses Diagramms lässt sich leicht feststellen, ob eine bestimmte Last in eine bestimmte Höhe sicher bewegt werden kann. Das Traglastdiagramm ist als Schild an jedem Stapler angebracht und ebenfalls im zugehörigen Datenblatt enthalten.

Lastschwerpunkt Diagramm
Lastschwerpunkt Diagramm © BGHM

Die Angaben im Diagramm beziehen sich auf einen Stapler mit serienmäßiger Gabel und Lastschwerpunkt in der Mitte der Stapler-Längsachse. Das Gewicht der Gabel ist darin also bereits berücksichtigt.

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Achtung Anbaugeräte!

Kommt ein Anbaugerät zum Einsatz, verändert dies auch die tatsächliche Tragfähigkeit. Dabei spielen das Gewicht und die Vorbaumaße des jeweiligen Anbaugerätes eine Rolle. Schon eine Gabelverlängerung verringert durch ihr Eigengewicht und die Verlagerung des Lastschwerpunktes die so genannte Rest-Tragfähigkeit. Wird beispielsweise ein Kranausleger, ein Sicherheitskorb oder ein Behälter angebaut, sinkt die Tragfähigkeit teilweise erheblich. Besonders Anbaugeräte mit Eigenbewegung, wie Seitenschieber, Drehgeräte, Kippschaufel oder Greifer verringern die nutzbare Resttragfähigkeit weiter.

Kippbehälter Anbaugerät Gabelstapler
Anbaugeräte mit Eigenbewegung verringern die nutzbare Resttragfähigkeit © BAUER GmbH

Belastungsprobe

Die Tragfähigkeit eines Staplers geht einher mit seinem Eigengewicht. Je tragfähiger der Stapler des schwerer. Und das setzt wieder eine entsprechende Tragfähigkeit des Untergrundes voraus. Wählt man ein Flurförderzeug mit einem Eigengewicht von 3 Tonnen und transportiert damit eine Last von 2 Tonnen, muss der Boden mit 5 Tonnen klarkommen. In ebenerdigen Gebäuden wird beim Kauf eines Staplers beispielsweise die Druckfestigkeit des Hallenbodens zu beachten sein. Sind Rampen oder mobile Überfahrbrücken vorhanden, limitiert dies natürlich die Tragfähigkeit. Und bei mehrstöckigen Gebäuden ist die gesamte Statik zu berücksichtigen, wenn der Stapler beispielsweise im ersten Stock betrieben werden soll. Sind mehrere Stapler in Betrieb, erhöht sich die natürlich Belastung des Bodens beim Begegnungsverkehr. Bei der Entscheidung bezüglich der Tragfähigkeit eines Staplers sind auch diese Überlegungen von Anfang an einzubeziehen.

Heavy Metal

Containerstapler
Containerstapler © Jeanette Dietl, fotolia.com

Spätestens ab einer Tragfähigkeit von mehr als 10 Tonnen nehmen die Dimensionen von Gabelstaplern drastisch zu. Und auch das Eigengewicht steigt gerade bei den Gegengewichtsstaplern enorm. Als ausgesprochene Schwerlaststapler bewältigen die stärksten Exemplare mehr als 60 Tonnen. Da kommen mit Ladung schon einmal über 120 Tonnen zusammen. Das erfordert nicht nur massive Maschinenkonstruktionen, sondern auch kräftige Antriebe. Die Staplerhersteller bedienen sich dabei gerne bei den großen Anbietern von Lkw- und Industriemotoren wie Volvo, Deutz, Iveco, Cummins oder GM. Je nach Hersteller und Staplermodell bewegen sich die Motorleistungen zwischen 75 kW für den Bereich um 10 Tonnen und rund 300 kW in der Klasse bis 50 Tonnen. Verständlich, dass sich solche Kräfte fast ausschließlich im Außenbereich ausleben können.

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