Lenkungsarten

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Auswahlkriterium: Lenkungsarten

An die Lenkung eines Staplers werden hohe Anforderungen gestellt. Besonders im Stand müssen sehr hohe Kräfte aufgewendet werden. Dabei sollen die auszuübenden Kräfte am Lenkrad gering sein. Gleichzeitig gilt es, Rückstellkräfte auf das Lenkrad zu vermeiden. Und schließlich ist ein günstiges Übersetzungsverhältnis erforderlich, damit eine große Lenkwirkung bereits bei geringem Lenkradausschlag gewährleistet ist.

Fahrerkabine mit Lenkrad
Fahrerkabine mit Lenkrad © Toyota

Daher verfügen alle modernen Stapler über eine Lenkunterstützung, bei der Zahnradpumpen die Druckölversorgung übernehmen. Bei Staplern mit Verbrennungsmotor können die Lenkhilfspumpen permanent Öl fördern. Wenn es nicht für die Lenkbewegung benötigt wird, erfolgt eine Rückspeisung über ein Überdruckventil. Dadurch ergeben sich Energieverluste, die für akkuelektrische Stapler nicht hinnehmbar wären.

Diese Energieverluste können dadurch vermieden werden, dass eine Impulssteuerung die Einschaltdauer und Drehzahl der Lenkhilfspumpen ständig dem tatsächlichen Ölbedarf anpasst. Wird kein Impuls gesendet, laufen auch die Pumpen nicht. Dadurch können die Lenkungen von Gabelstaplern auch auf eine mechanische Verbindung zwischen Lenkrad und den gelenkten Rädern verzichten. Bewegungen des Lenkrades lösen die erforderlichen elektrischen oder hydraulischen Impulse aus. Die Hydraulikpumpen speist dann den Lenkzylinder und dieser verstellt Achsschemel oder Lenkachse.

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Hecklenkung

Das Fahrwerk eines Gabelstaplers ist in der Regel als Drei- oder Vierradausführung mit lenkbarer Hinterachse und starrer Vorderachse konstruiert. Die hinten liegende Lenkachse verleiht dem Stapler eine außergewöhnlich hohe Wendigkeit auf engstem Raum. Ein normaler Stapler dreht bei maximalem Lenkeinschlag um die Vorderachse und benötigt daher zum Wenden kaum mehr als die eigene Fahrzeuglänge. Bei Staplern mit drei Rädern wird das gelenkte Rad direkt gedreht, während die Vierradausführungen über eine Pendelachse verfügen, die um den Aufhängepunkt gedreht wird.

Elektrostapler mit drei und vier Rädern
Elektrostapler mit vier und drei Rädern © Toyota

Autofahrer kennen diese Eigenschaft übrigens vom Rückwärtseinparken. Auch hier liegt dann die Lenkachse hinten und ein Fahrzeug lässt sich in eine deutlich kleinere Parklücke manövrieren als dies bei Vorwärtsfahrt möglich wäre. Dabei schwenkt das Fahrzeug gleichzeitig weit aus – eine mögliche Gefahrenquelle für den fließenden Verkehr. Bei einem Hubmaststapler ist der Radeinschlag jedoch deutlich größer.

Die Unterschiede in der Standsicherheit beider Fahrwerksvarianten sind gering. Beide Fahrwerkarten verleihen einem Stapler eine annähernd gleiche Wendigkeit. Durch die Pendelachse verbessert sich die Standsicherheit von vierrädrigen Staplern kaum gegenüber den Kollegen mit drei Rädern. Trotz der vier Räder liegt der Schwerpunkt des Staplers nahe an den seitlichen Kippachsen. So ergibt sich lediglich bei geringem Lenkeinschlag ein leichter Vorteil der Vierradausführung.

Vierwegelenkung

Die übliche Hecklenkung verleiht einem Stapler zwar eine sehr hohe Wendigkeit, in bestimmten Situationen reicht sie jedoch nicht aus. Beispielsweise bei der Regalarbeit. Vor allem in Schmalgängen und dort, wo Lasten zu transportieren sind, deren Länge größer ist als die Staplerbreite, müssen besonders Platz sparende Lösungen her.

Eine solche Lösung liegt in einer Vierwegelenkung. Dabei können die Lastrollen des Staplers um 90 ° verstellt werden, während die Lenkrollen die Feinjustierung der Richtung gestatten. Dadurch kann der Stapler auch seitlich fahren. Er ist also in vier Grundrichtungen zu bewegen.

Vierwegestapler
Vierwegestapler © Toyota

Mehrwegelenkung

Noch beweglicher sind Stapler mit Mehrwegelenkung. Hier sind alle Räder lenkbar. Daher kann ein solcher Stapler auch diagonal fahren. Eine Eigenschaft, die auch beim Be- und Entladen von Fahrzeugen geschätzt wird. Zur Lenkung eines Mehrwege-Staplers wird häufig ein Joystick eingesetzt. Eine Richtungsanzeige im Cockpit für die Räder erlaubt dem Fahrer eine ständige Kontrolle der Radstellungen. Neben Anwendungen bei der Regalarbeit, sind Stapler mit Mehrwegelenkung u.a. auch als Containerstapler verfügbar. So genannte Seitenstapler sind ebenfalls typische Beispiele für eine Anwendung der Vierwege- oder Mehrwegelenkung.

Teleskopstapler sind häufig mit einer umstellbaren Lenkung ausgestattet. Mit der Vorderradlenkung fahren sich die Stapler wie ein Lkw. Für Fahrten zwischen verschiedenen Einsatzorten können sie sich mit einer Geschwindigkeit bis 50 km/h bewegen. Durch ein zweistufiges Getriebe mit Transport und Arbeitsgang ist ebenfalls ein Geschwindigkeitsbereich bis 10 km/h verfügbar. Hier geht es an das Bewegen der Lasten. In der Betriebsart Gleichlauflenkung haben beide Achsen einen gleich großen, entgegengesetzten Radeinschlag. Der Stapler kann dann mit kleinstem Wendekreis fahren. Die Betriebsart Krabbenlenkung oder Hundegang sind alle vier Räder auf den gleichen Radeinschlag einstellbar. Dadurch kann das Fahrzeug in jede beliebige Richtung bewegt werden, also auch seitwärts oder diagonal. Ideal für das präzise Manövrieren auf engstem Raum.

Beweglichkeit birgt Gefahren

Ob Hecklenkung, Vierwege- oder Mehrwegelenkung – der Alltag des Staplerverkehrs bringt ein ausgeprägtes und oft überraschendes Bewegungsmuster mit sich. Andere Fahrzeuge, vor allem aber Personen in der Nähe sind gefährdet.

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