Fahrwerk

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Fahrwerk eines Gabelstaplers

Hubmaststapler
Hubmaststapler © Jungheinrich
Als Fahrwerk eines Staplers wird die Gesamtheit aller Teile verstanden, die das Chassis über die Räder mit dem Boden verbinden. Es umfasst Räder mit Reifen, Radträgern, Radlagern, Radaufhängungen, Bremsen, Fahrschemel und Lenkung. Das Fahrwerk ist beim Hubstapler als Drei- oder Vierradausführung mit lenkbarer Hinterachse und starrer Vorderachse konstruiert. Aufgrund der hohen Bedeutung wird die Bereifung in einem gesonderten Artikel thematisiert.

Die hinten liegende Lenkachse verleiht dem Stapler eine außergewöhnlich hohe Wendigkeit auf engstem Raum. Autofahrer kennen diese Eigenschaft übrigens vom Rückwärtseinparken. Auch hier liegt dann die Lenkachse hinten und ein Fahrzeug lässt sich in eine deutlich kleinere Parklücke manövrieren als dies bei Vorwärtsfahrt möglich wäre. Dabei schwenkt das Fahrzeug gleichzeitig weit aus – eine mögliche Gefahrenquelle für den fließenden Verkehr. Bei einem Hubmaststapler ist der Radeinschlag jedoch deutlich größer.

Im Alltag des Staplerverkehrs bringt die Hecklenkung mit ihrem großen Lenkeinschlag ein ausgeprägtes und oft überraschendes Bewegungsmuster mit sich. Andere Fahrzeuge, vor allem aber Personen in der Nähe des ausschwenkenden Hecks sind gefährdet.

Standsicherheit

Die Unterschiede in der Standsicherheit beider Fahrwerksvarianten sind gering. Die Variante mit vier Rädern ist meist mit einer Pendelachse hinten ausgestattet, die sich um einen Punkt dreht. Beide Fahrwerkarten verleihen einem Stapler eine annähernd gleiche Wendigkeit. Durch die Pendelachse verbessert sich die Standsicherheit von vierrädrigen Staplern kaum gegenüber den Kollegen mit drei Rädern. Trotz der vier Räder liegt der Schwerpunkt des Staplers nahe an den seitlichen Kippachsen. Das Standdreieck lässt dies gut erkennen.

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Lenkung

An die Lenkung eines Staplers werden hohe Anforderungen gestellt. Besonders im Stand müssen sehr hohe Kräfte aufgewendet werden. Dabei sollen die auszuübenden Kräfte am Lenkrad gering sein. Gleichzeitig gilt es, Rückstellkräfte auf das Lenkrad zu vermeiden. Und schließlich ist ein günstiges Übersetzungsverhältnis erforderlich, damit eine große Lenkwirkung bereits bei geringem Lenkradausschlag gewährleistet ist.

Daher verfügen alle modernen Stapler über eine Lenkunterstützung, bei der Zahnradpumpen die Druckölversorgung übernehmen. Bei Staplern mit Verbrennungsmotor können die Lenkhilfspumpen permanent Öl fördern. Wenn es nicht für die Lenkbewegung benötigt wird, erfolgt eine Rückspeisung über ein Überdruckventil. Dadurch ergeben sich Energieverluste, die für akkuelektrische Stapler nicht hinnehmbar wären.

Fahrerkabine mit Lenkrad
Fahrerkabine mit Lenkrad © Toyota
Fahrerkabine mit Lenkrad
Fahrerkabine mit Lenkrad © STILL

Diese Energieverluste können dadurch vermieden werden, dass eine Impulssteuerung die Einschaltdauer und Drehzahl der Lenkhilfspumpen ständig dem tatsächlichen Ölbedarf anpasst. Wird kein Impuls gesendet, laufen auch die Pumpen nicht. Dadurch können die Lenkungen von Gabelstaplern auch auf eine mechanische Verbindung zwischen Lenkrad und den gelenkten Rädern verzichten. Bewegungen des Lenkrades lösen die erforderlichen elektrischen oder hydraulischen Impulse aus. Die Hydraulikpumpen speist dann den Lenkzylinder und dieser verstellt Achsschemel oder Lenkachse.

Federung

Eine Achsfederung und Schwingungsdämpfung wie bei so genannten Stoßdämpfern gibt es bei der Mehrzahl der Gabelstapler noch nicht. Dieser Verzicht verbessert die Standsicherheit. Ein Einfedern der Räder wäre hier kontraproduktiv. Lediglich bei Staplern mit hinterer Pendelachse können Schwingungsdämpfer verbaut werden, die einem Schwanken des Staplers entgegenwirken. Die eigentliche Federungswirkung für den Fahrer wird derzeit ausschließlich über die Staplerreifen und über einen schwingungsdämpfenden Fahrersitz erzielt.

Bremsen

Ein Stapler ist in der Regel mit zwei Bremsen ausgestattet: die Betriebsbremse und die Feststell- oder Parkbremse. Wie beim Pkw gibt es also ein Bremspedal und einen Handbremsgriff. Die Betriebsbremse ist hydraulisch ausgeführt. Bei schweren Staplern kann eine Vakuum-Hilfsbremseinrichtung die Bremswirkung unterstützten. Bei Elektrostaplern gibt es teilweise eine dritte Bremseinrichtung, die über die Umschaltung der Fahrtrichtung funktioniert.

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