Aufbau eines Teleskopstaplers

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Aufbau eines Teleskopstaplers

Der grundsätzliche Aufbau eines Teleskopstaplers ist in der DIN EN 1459 Teil 1 geregelt. Demnach besteht ein solches Gerät aus einem Ausleger, dem Rahmen sowie den Gabelzinken, die als Anbaugerät an der Trägerplatte montiert sind. Dazu kommen, je nach konkretem Einsatzgebiet und ‑zweck, weitere Elemente, z. B. seitliche Stützen zur Erhöhung der Standsicherheit, eine Fahrerkabine sowie Aufstieghilfen für den Fahrer, um die Kabine sicher betreten und verlassen zu können.

Definition Teleskopstapler
Definition Teleskopstapler

Im Vergleich zu einem klassischen Frontstapler bietet ein Teleskopstapler aufgrund seines spezifischen Aufbaus einen erheblich weiteren Einsatzbereich. Das betrifft sowohl die Arbeitshöhe als auch den Umgang mit unterschiedlichen Lasten und Lastaufnahmemitteln. Deswegen empfiehlt sich ein Teleskopstapler besonders für Arbeiten in großer Höhe, zumal diese Baumaschinen aufgrund ihrer technischen Ausstattung vielfach auch für den Einsatz im Gelände geeignet sind.

Teleskopstapler drehbar © Magni
Teleskopstapler drehbar © Magni

Genereller Aufbau

Gemeinsam ist allen Teleskopstaplern, dass auf dem Fahrgestell mittig ein Teleskoparm angebracht ist, der hydraulisch angehoben und abgesenkt werden kann. Der Arm ist sowohl in der Höhe als auch zur Seite beweglich und kann mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Lastaufnahmemitteln versehen werden, um unterschiedliche Lastarten sicher aufzunehmen. Weit verbreitet sind auch Transportkörbe für Personen, die so mitsamt Werkzeug und Material in Höhen von bis zu 100 Metern gebracht werden können, um dort Arbeiten auszuführen.

Ein starrer Teleskopstapler zeichnet sich durch einen nicht schwenkbaren Ausleger aus und wird daher vor allem eingesetzt, um Lasten aller Art zu befördern, zu stapeln oder umzuschlagen. Um diese Geräte beim Umgang mit Lasten zu sichern, sind oft zusätzliche technische Einrichtungen zur Stabilisierung integriert, z. B. ein hydraulischer Niveauausgleich an der Vorderachse, mit der der Teleskoparm auch bei unebenem Untergrund in der Waagerechten gehalten wird.

Bei einem schwenkbaren Teleskopstapler ist der Lastarm schwenkbar. Darum werden diese Modelle in der Regel eingesetzt, um sicheres und flexibles Arbeiten in der Höhe zu ermöglichen. Gesteuert wird der Teleskoparm durch den Fahrer, der wie bei einem Frontstapler ebenerdig in einer Fahrerkabine sitzt und dort sämtliche Bedienelemente im Zugriff hat. Dazu gehören auch Monitore und Anzeigetafeln, auf denen der Fahrer wesentliche Informationen, z. B. zur Standsicherheit des Fahrzeugs, ablesen kann.

Kabine eines Teleskopladers © Merlo Deutschland
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Steuerung und Lastaufnahmemittel

Die eigentliche Steuerung ist oft sehr ähnlich wie die eines modernen Staplers: Pedale oder ein Joystick steuern die Fahrtrichtung des Staplers (vorwärts, rückwärts) und die Geschwindigkeit; Kurvenfahrten werden durch ein mittig angebrachtes Lenkrad ermöglicht, und der Teleskoparm mit sämtlichen Bewegungen wird mit einem Joystick sowie weiteren Bedienlementen wie Knöpfen, Schiebereglern u. Ä. in die gewünschten Positionen gebracht.

Am Teleskoparm können unterschiedliche Lastaufnahmeeinrichtungen angebracht werden, die bei Bedarf auch austauschbar sind. Diese werden formschlüssig an der Auslegerspitze des Teleskopstaplers befestigt. Übliche Lastausnahmeeinrichtungen sind:

  • Gabelzinken für Paletten oder andere unterfahrbare Ladungsträger
  • Schaufeln für Schüttgut
  • Kranhaken zur Aufnahme von Gütern von oben
  • Winden für Seile, Kabel oder ähnliche Güter
  • Arbeitsbühnen für Personen und Werkzeuge
Lastaufnahmemittel für einen Teleskopstapler © SENNEBOGEN
Lastaufnahmemittel für einen Teleskopstapler © SENNEBOGEN

Für den Transport bestimmter Lasten können zudem temporär Anschlagmittel an dem jeweiligen Lastaufnahmemittel befestigt werden, an denen dann z. B. Kranhaken angebracht werden, etwa

  • Seile
  • Ketten
  • Hebebänder
  • Rundschlingen
Teleskopstapler auf der Baustelle © Bobcat
Teleskopstapler auf der Baustelle © Bobcat

Antrieb

Angetrieben werden Teleskopstapler je nach Einsatzbereich, Tragfähigkeit und Länge des Teleskoparms mit einem Elektromotor (nur bei relativ kleinen Geräten, die auch in geschlossenen Hallen eingesetzt werden sollen) oder einem Verbrennungsmotor. Geräte, die auch für extreme Einsatzbedingungen im Gelände ausgelegt sind, verfügen zudem oftmals über einen zuschaltbaren oder permanenten Allradantrieb mit Hydrostatikgetriebe.

Beide Antriebsvarianten haben spezifische Vor- und Nachteile: Während ein Elektromotor nicht nur besonders leise, sondern auch vollständig emissionsfrei arbeitet, muss bei einem Verbrenner mit Dieselmotor eine wirkungsvolle Abgasreinigung realisiert werden, um diesen in ganz oder teilweise geschlossenen Gebäuden einsetzen zu dürfen. Dazu gehört etwa, ähnlich wie beim Auto, ein Rußpartikelfilter, der allerdings heute problemlos nachgerüstet werden kann. Dafür bieten Teleskopstapler mit Verbrennungsmotor eine deutlich höhere Leistung, was sich in höheren Tragfähigkeiten und Reichweiten äußert. Zudem kann ein leerer Tank deutlich schneller wieder vollgetankt werden als ein entladener Akku.

Visualisierung des Motors eines Teleskopladers  © SENNEBOGEN
Visualisierung des Motors eines Teleskopladers © SENNEBOGEN

Inzwischen gibt es auch in diesem Segment zunehmend Modelle, die mit einem Hybridantrieb ausgestattet sind. Auf diese Art versuchen die Hersteller, die jeweiligen Vorteile der beiden Antriebsarten (Emissionsfreiheit, Leistung) miteinander zu verbinden.

Achsaufhängung

Die Achse kann in der einfachsten Ausführung eine gerade Verbindung der beiden Räder durch eine starre Achse sein:

Mögliche Achsen bei Teleskopstaple
Mögliche Achsen bei Teleskopstaple

Vermehrt setzen die Hersteller jedoch auf eine sogenannte Portalachse, bei der die Achsen in der Mittel hochgelagert sind. Diese konstruktive Weiterentwicklung sorgt für mehr Bodenfreiheit und wird daher vor allem bei Geräten eingesetzt, die im Gelände genutzt werden sollen.

Eine dritte Ausführung ist die bei klassischen Frontstaplern oft zu findende Pendelachse:

Eine hinten befindliche Lenkachse wird hierbei in der Mitte aufgehängt, was zum einen die Wendigkeit des Gerätes deutlich verbessert, allerdings die Kippgefahr im Vergleich zu einer starren Achskonstruktion erhöht. Auch deswegen ist die Hinterachslenkung bei einem Teleskopstapler nicht so verbreitet. Sehr viel häufiger kommen die folgenden Lenkungen zur Anwendung:

  1. Vorderradlenkung/Vorderachslenkung: Diese Lenkungsvariante kommt vor allem auf befestigten Straßen und Wegen zur Anwendung, etwa im öffentlichen Straßenverkehr.
  2. Rundlenkung: Um Kurven enger, also mit einem kleineren Radius fahren zu können, werden bei dieser Lenkung die Räder der Vorder- und Hinterachse einander entgegengesetzt eingeschlagen. So kann der Teleskopstapler bei beengten Platzverhältnissen einfacher rangiert werden.
  3. Hundegang: Bei dieser auch „Krabbenlenkung“ genannte Lenkungsvariante weisen alle vier Räder in die gleiche Richtung. Dies führt dazu, dass das Gerät seitlich versetzt werden kann, z. B. um den Teleskopstapler parallel an eine Wand heranzufahren.
Mögliche Lekungsarten eines Teleskopstaplers
Mögliche Lekungsarten eines Teleskopstaplers

Weitere Beschaffenheitsanforderungen an Teleskopstapler

Wie andere technische Geräte auch, muss jeder Teleskopstapler mit einem Fabrikschild gekennzeichnet werden. Darauf müssen mindestens die folgenden Angaben erkennbar sein, wobei es auch zulässig ist, die Informationen auf mehrere Fabrikschilder am gleichen Gerät zu verteilen:

  • Name und Firmierung des Herstellers bzw. des Bevollmächtigten
  • Genaue Bezeichnung des Teleskopstaplers
  • CE-Zeichen
  • Typenbezeichnung
  • Seriennummer
  • Nenntragfähigkeit
  • Motorleistung in Kilowatt (KW)
  • Masse in Kilogramm (kg)
  • Maximal zulässige Kräfte der Kupplungseinrichtung, sofern vorhanden

Das Fabrikschild dient nicht nur der Information des Fahrers, sondern auch der eindeutigen Identifizierung der Maschine. Das ist unter anderem wichtig, um die Versorgung mit passenden Ersatzteilen sowie die Wartung und Reparatur zu gewährleisten.

Wie das Fabrikschild erfüllen auch die vorgeschriebenen Sicherheitskennzeichen keine technischen Funktionen. Sie sind jedoch trotzdem unverzichtbar, um Benutzer und unbeteiligte Dritte auf mögliche Gefahrenstellen und Gefahrensituationen hinzuweisen. An technisch nicht vermeidbaren Gefahrstellen (z. B. am Ausleger, an dem die Gefahr der Quetschung oder des Abscherens von Extremitäten besteht) sowie an Gefahrenquellen (z. B. dem Auspuff eines Dieselmotors) sind Gefahrenwarnhinweise in Form eines gelb-schwarzen Dreiecks vorgeschrieben.

Runde Verbotszeichen in weiß-roter Farbe an der Maschine sowie im Betriebshandbuch informieren den Fahrer über sicherheitswidriges Verhalten. Und wenn an bestimmten Stellen und Einrichtungen auf ein sicherheitsgerechtes Verhalten hingewiesen werden soll, kommen runde Gebotszeichen in blau-weißer Farbe zum Einsatz.

Zeichen für Verbote, Gebote und Gefahr
Zeichen für Verbote, Gebote und Gefahr

Zusätzlich finden sich weitere Symbole am Gerät sowie in der Betriebsanleitung, die den Fahrer zum sicheren Umgang mit dem Gerät informieren. Sie können beispielsweise den erforderlichen Reifendruck darstellen, den korrekten Hebe-, Zurr- oder Schlepp- und Ziehpunkt markieren oder über wichtige technische Einrichtungen wie den Tankstutzen oder den Einfüllstutzen für Hydrauliköl informieren. Diese nicht einheitlich genormten und daher von Hersteller zu Hersteller teilweise unterschiedlich gestalteten Symbole und Piktogramme werden im Betriebshandbuch des Gerätes erläutert und müssen dem Fahrer bekannt und vertraut sein.

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