Reifen

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Reifen eines Gabelstaplers

Reifen eines Gabelstaplers
Reifen eines Gabelstaplers

Die Reifen sind das Verbindungsglied von Stapler und Untergrund. Sie sorgen für den Kontakt und ermöglichen damit, das Fahrzeug auch unter Last sicher zu beschleunigen und abzubremsen, es vor- und zurückzubewegen und Lenkbewegungen unmittelbar und vollständig umzusetzen. Dazu müssen die Reifen auch das Gewicht des Staplers und der aufgenommenen Last aushalten und möglichst kompakt und stabil konstruiert sein, um enge Kurvenradien zu ermöglichen, die das Fahrzeug auch unter beengten Platzbedingungen flexibel einsetzbar machen.

Die Einsatzbedingungen entscheiden

Den idealen Reifen für jede Situation gibt es nicht. Vielmehr müssen die jeweiligen Einsatzbedingungen betrachtet werden, um aus der Vielzahl von Modellen und Materialien die am besten geeigneten Reifen auszuwählen.

Die Hauptgesichtspunkte für eine Entscheidung sind dabei:

  • die Tragfähigkeit des Staplers,
  • das erforderliche Federungs- und Dämpfungsvermögen der Reifen,
  • der Abrieb und die Schnittfestigkeit,
  • der Rollwiderstand sowie
  • die Beständigkeit gegenüber äußeren Einflüssen wie Wärme oder Chemikalien.

Reifenwerkstoffe

Die üblichen Reifenwerkstoffe sind sogenannte Polymere, also Kunststoffe mit Makromolekülen, entweder in Form von Elastomeren oder Thermoplasten. Bei Elastomeren sind die Moleküle weitmaschig vernetzt, Beispiele dafür sind Natur-, Synthese- oder Polyurethangummi. Sie bieten eine hohe Festigkeit und Elastizität bei geringer Plastizität, was bedeutet, dass diese Reifen auch bei hoher Krafteinwirkung nicht dauerhaft verformen, sondern immer wieder ihre ursprüngliche Form einnehmen.

Für Rollen und Reifen mit kleinen Abmessungen werden häufig Thermoplaste verwendet, die press- und gießbar und damit einfacher herzustellen sind. Typische Vertreter sind die Polyamide PA 6 und PA 66 sowie thermoplastische Elastomere auf Urethanbasis (TPU).

Die folgende Tabelle zeigt die wesentlichen Unterschiede der verschiedenen Reifenwerkstoffe wie ihr Elastizitätsmodul E (es gibt Auskunft über die Dämpfungs- und Federungseigenschaften) und den möglichen Temperaturbereich, in dem die Reifen eingesetzt werden können. Das ist besonders bei Tiefkühllagern oder in manchen Schwerindustriebereichen wichtig.

Bezeichnung Kurzzeichen Elastizitätsmodul E (N/mm²) Temperatureinsatzbereich (°C)
Naturgummi NR 1-20 -60 bis +65
Styrol-Butadiengummi SBR 1-20 -60 bis +90
Polyurethan, vernetzt PUR 40-130 -30 bis +100
Polyamid 6 PA 6 1.000-1.400 -30 bis +90
Polyamid 6.6 PA 66 1.600-2.000 -45 bis +90
Polyurethan, linear TPU 200-700 -40 bis +100

Luftreifen

Luftreifen bieten bei den Staplerreifen die besten Federungseigenschaften und damit den höchsten Fahrkomfort. Ihre Bodenpressung ist gering, daher sind Luftreifen vor allem im Außenbereich und auf unebenen Fahrbahnen sinnvoll.

Luftreifen sind in Diagonal- oder Radialausführung erhältlich. Die robusten Diagonalreifen bringen gute Traktionswerte bei gemischten Untergründen, und selbst auf unbefestigten Böden erreichen sie gute Laufleistungen. Konstruktionsbedingt verfügen Diagonalreifen aufgrund der verstärkten Seitenwände über eine hohe Seitenstabilität, was sie robuster und besonders standsicher macht. Auf wechselnden und schwierigen Untergründen sind Diagonalreifen technisch und wirtschaftlich eine gute Wahl.

Radialreifen haben einen niedrigeren Rollwiderstand und eine höhere Laufleistung als Diagonalreifen. Auch ihre Traktion und der Fahrkomfort sind damit höher. Radialreifen können für Geschwindigkeiten bis 50 km/h zugelassen werden, was sie vor allem für den Transport über größere Strecken prädestiniert, bei dem es vor allem um Schnelligkeit geht. So sind die Gelände von Seehäfen und die Vorfelder von Flughäfen ideale Einsatzgebiete für Radialreifen.

Regelmäßige Wartung muss sein

Bei allen Luftreifentypen ist jedoch ein relativ hoher Wartungsaufwand erforderlich. Einerseits muss der Reifenfülldruck ständig überwacht und konstant gehalten werden. Und andererseits können selbst kleine Beschädigungen zu einem Plattfuß und so zu einem Ausfall des Gerätes führen, etwa durch einen spitzen Stein oder ein scharfkantiges Metallstück. Robuster und weniger anfällig für Pannen sind hingegen Vollreifen, da hier keine luftgefüllte Kammer vorhanden ist, die beschädigt werden kann.

Super-Elastik-Reifen

Ein Beispiel für Vollreifen sind Super-Elastik-Reifen, die aus einem mehrschichtigen Aufbau bestehen, bei dem die Funktion der Luftkammer durch Einlagen aus Gummi oder anderen elastischen Materialien übernommen wird. Die auch als SE-Reifen bezeichneten Modelle sind weitgehend pannensicher und hoch tragfähig. Sie erreichen damit eine höhere Laufleistung als Luftreifen. Durch ihren Aufbau sind sie etwas härter als Luftreifen, jedoch deutlich weicher als Vollgummireifen. Sie können also Stöße von Fahrbahnunebenheiten teilweise abfedern, sind jedoch nicht so komfortabel wie luftgefüllte Reifen.

Durch unterschiedliche Materialien, die Art des Aufbaus und der Profile lassen sich SE-Reifen in vielen verschiedenen Ausführungen herstellen, die individuell für die Einsatzbedingungen und Fahrbahnoberflächen ausgewählt werden können.

Polyurethanreifen

Eine besondere Stellung innerhalb der SE-Reifen nehmen Polyurethanreifen ein. Sie bestehen aus feinporigem Polyurethan, und ihre Oberfläche wird im Herstellungsprozess so weit verdichtet, dass sie eine verschleißfeste Schicht bildet. Auch PU-Reifen sind pannensicher und wartungsfrei, und der Fahrkomfort reicht fast an den von Luftreifen heran. Ihr Rollwiderstand ist relativ hoch, dafür sind sie erheblich leichter als andere Vollreifen.

Ein weiterer Vorteil von Polyurethanreifen ist die Tatsache, dass sie nicht „kreiden“ – sie hinterlassen auf der Fahrbahn beim Fahren, Bremsen oder Beschleunigen keine Spuren. Allerdings kann sich das Material unter dem Eigengewicht des Staplers bei längerem Stillstand verformen, was jedoch reversibel ist.

Vollgummireifen

Antistatischer, spurfreier Vollgummireifen © Blickle
Antistatischer, spurfreier Vollgummireifen © Blickle

Reifen aus Vollgummi sind pannensicher, wartungsfrei und hoch tragfähig. Sie sind sehr widerstandsfähig gegen einen Aufprall (etwa an der Bordsteinkante) oder gegen Schnitte, zudem sind sie sehr langlebig und haltbar. Auf der anderen Seite bieten sie kaum Federungseigenschaften, worunter der Fahrkomfort deutlich leidet. Fahrer und Fahrzeug, Transportgut und Fahrbahn werden mit Vollgummireifen stärker beansprucht als bei anderen Reifenmodellen. Dieser Reifentyp wird daher bevorzugt auf ebenen Hallenböden eingesetzt, wie sie beispielsweise in Logistikzentren oder in Produktionsbetrieben anzutreffen sind. Vollgummireifen ermöglichen Fahrgeschwindigkeiten von bis zu 25 km/h.

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