Kragarmregale

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Kragarmregale sind besonders geeignet für die waagrechte Lagerung von Langgut, z. B. Kantholz, Latten und Leisten, Rohren, Schienen, Leitern und anderen langen Formteilen. Es gibt auch Spezialausführungen und Sonderlösungen, etwa Karossenregale für Autoverwerter oder das KFZ-Recycling. Als Lagersystem gehören Kragarmregale zu den Schwerlastregalen. Ihre genaue Tragfähigkeit hängt vor allem von der Länge der Kragrame ab: Je weiter diese in den Raum hinausragen, desto größer sind in beladenem Zustand die Kräfte, die auf die Regalbasis wirken.

Das Einlegen von Fachböden ist bei Kragarmregalen ohne Weiteres möglich, aber nicht unbedingt nötig. In vielen Anlagen, zum Beispiel in Baumärkten, werden lange, selbsttragende Lagergüter, Ringware, Zuschnitte u. Ä. direkt auf den Kragarmen abgelegt. Dort sind sie platzsparend und übersichtlich verstaut und können sicher entnommen werden. Im Gegensatz zur aufrechten Lagerung besteht dabei weit weniger Gefahr, dass die Teile ins Rutschen oder Kippen geraten.

Kragarmregal © sveta, fotolia.com

In anderen Bereichen, etwa im Verkauf oder in der Verwaltung, werden Kragarmregale meist mit Fachböden versehen, die auch das Lagern und Präsentieren von kleinen, nicht selbsttragenden, unterschiedlich verpackten oder empfindlichen Gütern ermöglichen. Durch das Schrägstellen der Ebenen können Waren, Verbrauchsmaterial u. Ä. ergonomischer entnommen werden.

Weil es die Kragarme in verschiedenen Tiefen bzw. Längen gibt, lassen sich bei Bedarf mehrere Lagerebenen innerhalb eines Regals einrichten. Bei klugen Aufbauten sind dann alle Ebenen gut erreichbar, und die Belastung des Regals ist optimal verteilt.

Alternativ zu Kragarmregalen können für Langgut auch Wabenregale, automatisierte Langgutlager oder Langgut-Rollaus-Regale mit Auszügen verwendet werden.

Aufbau des Kragarmregals

Ein Kragarmregal muss aus mindestens einem Grundfeld und zwei Kragarmen bestehen, damit es aufgebaut und genutzt werden kann. Das gilt nicht nur für die Schwerlastregale, um die es hier vorrangig geht, sondern auch für kleine und leichte Varianten, die z. B. in Flur, Küche oder Keller genutzt werden. Allerdings lässt sich dieser Basisaufbau bei Lagersystemen beliebig vergrößern und erweitern.

Ein Grundfeld besteht üblicherweise aus zwei Seitenteilen, zwei horizontalen und einem diagonalen Verbinder. Daran lassen sich dann weitere Anbaufelder anschließen. Für jeden Anbau werden dann ein zusätzliches Seitenteil und zwei waagrechte Verbinder gebraucht. Und bei größeren Regalsystemen muss aus Stabilitäts- und Sicherheitsgründen immer mal wieder, z. B. bei jedem fünften Feld in der Reihe, ein zusätzlicher Kreuzverband montiert werden.

Regalfelder für Kragarmregale sind in vielen verschiedenen Ausführungen, Höhen und Tiefen erhältlich. So kann je nach Einsatzbereich, Belastung, Raumangebot etc. das passende System zusammengestellt werden. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass die Grund- und Anbaufelder wegen der allgemeinen Stabilität mindestens so tief sein sollten wie die verwendeten Kragarme.

Der Abstand der Bodenstützen wird auch als Achsmaß bezeichnet und kann ebenfalls je nach Hersteller, System, Material und geplanter Belastung variieren.

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Befestigung der Kragarme

Kragarmregale sind in aller Regel als Stecksystem ausgeführt. Die separat erhältlichen Kragarme werden ohne Schrauben in die Ständer des Regals eingehängt und z. B. mit Sicherungsstiften gesichert. Wie schon erwähnt, brauchen Sie mindestens zwei Kragarme pro Grundfeld und mindestens einen weiteren für jedes Anbaufeld. Wollen Sie zusätzliche Ebenen einrichten und zur Lagerung nutzen, können Sie dafür einfach weitere Kragarme in die Regalständer einhängen. Damit das Lagergut darauf sicher liegt und nicht seitlich verrutschen kann, müssen natürlich alle zusammengehörenden Arme auf derselben Ebene eingehängt sein.

Einseitig nutzbare Kragarmregale

Kragarmregale, die für die einseitige Nutzung vorgesehen sind, haben einen L-förmigen Regalständer, der mit Bodenankern fest im Untergrund verschraubt werden muss. In aller Regel werden die passenden Bodenanker gleich mitgeliefert; sie sind unbedingt erforderlich für die Stabilität und Sicherheit der Anlage. Das Regal kann entweder direkt an der Wand oder an der Rückseite eines anderen Regals montiert werden. Die einseitig nutzbare Variante des Kragarmregals kann nur von vorn mit Lagergut bestückt werden; auch die Entnahme der gelagerten Teile ist nur von der Vorderseite aus möglich.

Kragarmregal © LBL GmbH
Einseitig nutzbares Kragarmregal © LBL GmbH

Beidseitig nutzbare Kragarmregale

Für die beidseitige Nutzung vorgesehene Kragarmregale sind am T-förmigen Ständer zu erkennen. Bei dieser Variante lassen sich die Kragarme sowohl auf der Vorder- als auch auf der Hinterseite einhängen. Beide Seiten können dann mit Langgütern bestückt und zur Entnahme genutzt werden. Auch die beidseitigen T-Ständer müssen mit Bodenankern und Schrauben sicher im Untergrund befestigt sein; die Fixierung ist eine wichtige Voraussetzung für die Stabilität des Regalsystems.

Kragarmregal © LBL GmbH
Beidseitig nutzbares Kragarmregal © LBL GmbH

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Fachlast und Feldlast bei Kragarmregalen

Die maximale, also höchstens zulässige Tragkraft eines Kragarms hängt vor allem von dessen Länge bzw. Tiefe ab, sie kann also ebenfalls stark variieren. Und aus der Anzahl aller für eine Ebene eingesetzten Kragarme ergibt sich wiederum die maximale Fachlast. Hier ist eine kleine Beispielrechnung:

Angenommen, Sie verwenden 400 mm tiefe Kragarme, von denen jeder eine maximal zulässige Tragkraft von 200 kg hat. Verbauen Sie davon drei bei einem einseitig genutzten Regal, beträgt die maximale Fachlast des so entstandenen Regalfelds 3 x 200 kg = 600 kg. Damit die Rechnung in der Praxis genau stimmt, muss das Gewicht des Lagerguts allerdings gleichmäßig auf alle drei Kragarme verteilt sein.

Lagerregale: Fachlast und Feldlast
Lagerregale: Fachlast und Feldlast

Die Feldlast ist die Last, die ein gesamtes Regalfeld, bestehend aus einer oder mehreren Lagerebenen mit Kragarmen, maximal tragen kann und darf. Der entsprechende Wert ist sowohl von der Höhe der Ständer als auch von der Tiefe des Regals abhängig. Wird das Regalsystem beidseitig genutzt, darf jede Seite höchstens bis zur Hälfte der maximal zulässigen Feldlast mit Gütern bestückt werden.

Ausführung als Fachbodenregal

Wie eingangs beschrieben, brauchen Kragarmregale nicht unbedingt Fachböden. In den meisten Fällen liegt das Langgut, z. B. Balken, Träger oder Stangen, direkt auf den Kragarmen. Trotzdem sind auch für dieses Regalsystem Fachböden erhältlich. Sie werden entweder auf die Kragarme oder auf dem Fuß des Regalständers gelegt, so dass eine durchgehende Ablagefläche entsteht. Die geschlossene, plane Oberfläche schützt empfindliche, lange Teile vor Verformung, etwa dem Durchbiegen. Ein weiterer Vorteil ist, dass Sie ein Kragarmregal mit Fachböden auch zum Lagern von KLT, Kartonagen und anderen Behältern nutzen können. Die Regalböden werden aus verschiedenen Materialien, z. B. Spanplatte, Stahl oder Kunststoff, gefertigt und stehen in unterschiedlichen Breiten und Tiefen zur Auswahl.

Zubehör für Kragarmregale

Wenn Sie ein Kragarmregal kaufen wollen, können Sie auf Modelle und Systeme verschiedener Hersteller zurückgreifen. Manche lassen sich auch miteinander kombinieren, doch gerade bei umfangreichen Anlagen, geplanten Erweiterungen oder wenn Sie jederzeit schnell passende Ersatzteile brauchen, ist es sinnvoll, alles vom selben Hersteller bzw. System zu haben. Das gilt auch für gebrauchte Regale und Regalteile – gerade im gewerblichen und industriellen Bereich werden robuste Lagerregale häufig gebraucht angeboten und gekauft.

Grundsätzlich brauchen Sie für jedes Regal mindestens zwei Kragarme in den gewünschten Tiefen, für jedes Feld zwei Horizontalverbinder und bei größeren Anlagen die zusätzlichen Diagonal- bzw. Kreuzverbinder, die Sie alle paar Felder zusätzlich zum Grundfeld anbauen müssen, um das Regal zu stabilisieren. Im Lieferumfang ist oft erst mal nur ein solcher Verbund enthalten, nämlich der für das Grundfeld. Verbinder für weitere Anbauten können Sie dann als Zubehör extra bestellen.

Zum weiteren Zubehör für Kragarmregale zählen zudem Fachböden, Nivellierplatten aus Kunststoff für unebene Untergründe und Abrollsicherungen, die verhindern, dass Lagergut aus dem Regal rollen oder rutschen kann. Vor allem bei geneigten Lagerebenen ist das wichtig und für jeden Kragarm wird dann eine Abrollsicherung benötigt.

Kragarmregal im Freien © LBL GmbH
Kragarmregal im Freien © LBL GmbH

Kragarmregale – Sicherheit

Fast alle Kragarmregale werden aus pulverbeschichtetem oder verzinktem Stahlblech hergestellt. Die Regale werden zerlegt geliefert und dann vor Ort aufgebaut. Berücksichtigen Sie bei der Montage und Nutzung die folgenden Sicherheitshinweise, um sich vor Pannen und Schäden zu schützen:

  1. Der Stützrahmen der Regale muss beim Aufstellen senkrecht stehen und genau ausgerichtet werden. Nur eine kleine Abweichung (um ein Dreihundertfünfzigstel der Regalhöhe) ist tolerierbar, da sie die Standsicherheit des Regals noch nicht negativ beeinflusst.
  2. Verwenden Sie passende Unterleg- bzw. Nivellierplatten aus Kunststoff, um größere Abweichungen auszugleichen. Bei unebenem Boden werden die Platten unter die Regalständer gelegt.
  3. Für die Montage, den Aufbau und die Nutzung von Kragarmregalen gelten die berufsgenossenschaftlichen Regeln (BGR), in diesem Fall die BGR 234. Laut den Vorschriften muss bei zusammenhängenden Regalsystemen jedes fünfte Feld mit angeschraubten Kreuzstreben zusätzlich gesichert werden.
  4. Verwenden Sie die optional erhältlichen Abrollsicherungen für Ständerfüße und Kragarme, um die Sicherheit im Lager zu erhöhen. Die Abrollsicherungen werden mit Schrauben an der Oberseite befestigt und sorgen dafür, dass nichts aus dem Regal rollt, rutscht oder fällt. Sie sind aus verzinktem Metall und in zwei Höhen (6 cm und 15 cm) erhältlich.
  5. Kragarmregale sind sowohl für Innen- als auch Außenbereiche erhältlich. Regalsysteme für den Außenbereich (z. B. mit einer zusätzlich feuerverzinkten Oberfläche) können auch in geschlossenen Räumen genutzt werden, Systeme für den Innenbereich jedoch nicht in Außenbereichen, wo sie Witterungseinflüssen ungeschützt ausgesetzt sind.
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