Bedienung Stapler

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Bedienung eines Gabelstaplers – nichts für eben mal nebenher

Gabelstapler sind aus der betrieblichen Logistik nicht mehr wegzudenken. Mit Leichtigkeit bewegen die Kraftpakete schwere und große Lasten. Fast könnte man meinen, der Umgang mit modernen Flurförderzeugen sei kinderleicht. Ein Trugschluss. Denn einen Stapler zu bedienen, erfordert eine Menge: u.a. technisches Verständnis und Grundwissen, räumliches Vorstellungsvermögen, Sorgfalt und Disziplin.

Diesel-Gabelstapler fahren
Diesel-Gabelstapler fahren © Linde Material Handling

Eine verantwortungsvolle Tätigkeit

Das alles aus gutem Grund. Wer einen Stapler bedient, übernimmt eine hohe Verantwortung. Für Gesundheit und Leben Anderer und für sich selbst. Für das Transportgut. Und für das Transportmittel.

Daher gibt es eine Reihe von Vorschriften, die den Betrieb und das Bedienen regeln: beispielsweise Betriebliche Anweisungen, Bedienungsanleitungen und Regelwerke, das Regelwerk der Berufsgenossenschaften sowie Gesetze, Verordnungen und Richtlinien.

Wer darf Stapler selbstständig führen?

In der Unfallverhütungsvorschrift DGUV V 68 – Flurförderzeuge findet sich eine Präzisierung der Eigenschaften, die der Bediener von Gabelstaplern zwingend mitbringen muss:

  • Ein Mindestalter von 18 Jahren
  • Eignung und Ausbildung für das selbstständige Führen
  • Einen Nachweis der Befähigung
  • Eine schriftliche Beauftragung des Unternehmers

Die Ausbildung kann durch den Betrieb, durch Prüforganisationen und zertifizierte Privatunternehmen erfolgen. Nach bestandener Prüfung winkt der so genannte Staplerschein oder „Führerschein für Fahrer/-innen von Flurförderzeugen im innerbetrieblichen Werkverkehr“, wie offiziell heißt. Wer die Möglichkeit zum Erwerb vom Arbeitgeber angeboten bekommt, sollte sie auch nutzen. Jede Qualifikation zählt.

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Gewohntes und Neues

Fahrerplatz Stapler
Fahrerplatz Stapler © Linde Material Handling
Das mit den Vorschriften und der Prüfung klingt zunächst alles etwas kompliziert. Dabei ist die Bedienung eines Gabelstaplers eigentlich recht einfach. Die Fahrfunktionen sind ähnlich wie bei einem Pkw – über Lenkrad und Pedale. Das nahezu alle Stapler mit Automatikgetriebe haben, entfällt das manuelle Kuppeln und Schalten. Es gibt ein rechtes Fahrpedal und ein linkes Bremspedal. Zur Wahl der Vorwärts- oder Rückwärtsfahrt ist ein Handhebel zuständig. Bei bestimmten Fabrikaten gibt es auch zwei getrennte Fahrpedale für Vorwärts- oder Rückwärtsfahrt. Auch die anderen Einrichtungen sind ähnlich wie beim Pkw. Es gibt eine komplette Beleuchtung, Fahrtrichtungsanzeiger, Hupe und Feststellbremse.

Die Bedienung der eigentlichen Staplerfunktion erfolgt über Handhebel für das Heben und Senken des Gabelträgers und für das Neigen des Hubgerüstes. Es können weitere Hebel vorhanden sein, die die Funktionalität des Staplers erweitern Beispielsweise für eine Verstellung der Gabelbreite oder andere an die Hydraulik angeschlossene Systeme. Manche Staplermodelle verfügen auch über Joysticks für die Funktionen der Handhebel und sogar des Lenkrades.

Von der Theorie zur Praxis

Ist ja doch nicht so schwer. Na ja zumindest theoretisch. Wie so oft sind es die Herausforderungen der Praxis, die manche Tücke mitbringen.
Es beginnt bereits damit, dass die Lenkachse eines Staplers hinten liegt. Das macht ihn extrem wendig. Eine wichtige Eigenschaft für das Rangieren in räumlich engen Situationen. Und dadurch gleichzeitig vom Bewegungsablauf auch sehr gefährlich für andere Fahrzeuge und besonders Fußgänger, die nicht mit einer solchen Bewegung gerechnet haben.

Eine weitere Herausforderung ergibt sich dadurch, dass die zu transportierende Last vorne liegt. Dadurch verlagert sich der Schwerpunkt bei Lastaufnahme erheblich. Bei schweren Lasten, besonders wenn sie hoch angehoben sind, neigt der Stapler zum Kippen. Dies ist auch beim Rangieren mit starkem Lenkeinschlag eine Gefahr.

Lastschwerpunkt Diagramm
Lastschwerpunkt Diagramm © BGHM

Zudem kann das Ladegut die Sicht nach vorn behindern. In diesem Fall muss der Stapler rückwärts gefahren werden. Was wieder die Schwierigkeit mit sich bringt, gleichzeitig Fahrtrichtung und Transportgut im Auge zu behalten.

Stapler fahren: Ein Job nur für Aufmerksame

Neben diesen Themen müssen beim Führen eines Staplers auch viele weitere Details beachtet werden. Das Arbeitsgerät ist vor dem Einsatz auf seinen technischen Zustand zu prüfen. Bei offensichtlichen Mängeln ist eine Verwendung untersagt. Lastdiagramme sind zu beachten, um den Stapler nicht zu überlasten. Die richtige Aufnahme und Ablage von Lasten hat ihre Besonderheiten. Das Arbeiten in engen Gängen erfordert volle Konzentration. Die ist besonders angesagt, wenn man mit Gefahrgut umgeht. Und das sind nur einige der Herausforderungen im betrieblichen Alltag.

Eine gute Ausbildung, Umsicht und Praxiserfahrung – das sind die besten Grundlagen für das sichere Führen eines Staplers. Und das ist wiederum eine Notwendigkeit in jedem Unternehmen.

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