Die 10 häufigsten Fehler beim Staplerfahren

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Die 10 häufigsten Fehler beim Staplerfahren und wie man sie vermeidet

Statistisch passiert in Deutschland alle sechs Minuten ein Unfall beim Lagern sowie beim Be- und Entladen. Die meisten dieser Unfälle geschehen im Zusammenhang mit Flurförderzeugen wie Staplern oder Hubwagen. Daran lässt sich deutlich ablesen, dass der Umgang mit diesen Geräten erhebliche Risiken birgt, sowohl für den Fahrer als auch für andere Mitarbeiter.

Daher stellen wir Ihnen hier die 10 häufigsten Fehler beim Staplerfahren vor, die immer wieder zu gefährlichen Situationen und Unfällen führen:

1. Zu schnell fahren

In der Logistik herrscht oft Zeitdruck, was manche Staplerfahrer dazu verleitet, das Gaspedal tiefer durchzudrücken, um schneller von A nach B zu gelangen. Moderne Dieselstapler können Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 20 km/h erreichen. Damit sind sie erheblich schneller als Flurförderzeuge mit Mitgängerbedienung, die ohne Ladung höchstens mit 6 km/h unterwegs sind, oder Fußgänger (3,6 km/h). Elektrostapler für den internen Transport fahren mit 12 km/h Höchstgeschwindigkeit ebenfalls deutlich schneller als andere Verkehrsteilnehmer.

Vorausschauend fahren
So gehts richtig: Vorausschauend fahren und nicht rasen

Was bei freier und gerader Fahrbahn relativ sicher ist, wird im innerbetrieblichen Transport mit Fußgänger- und Gegenverkehr schnell zum Risiko. Denn wenn plötzlich ein Fußgänger oder ein Kollege mit einem Handhubwagen auftaucht, hilft oft nur noch eine Vollbremsung, um einen Zusammenstoß zu verhindern.

Daher gilt: Staplerfahrer müssen ihre Fahrgeschwindigkeit immer an die jeweiligen Verhältnisse vor Ort anpassen und vorrausschauend fahren. Im Zweifelsfall besser etwas langsamer, dafür aber sicherer unterwegs, als wegen einiger Sekunden einen Unfall zu riskieren!

2. Rückwärtsfahren, ohne hinzuschauen

Oft ist beim Transport von hohen Paletten oder anderen Lasten der Blick nach vorne verstellt. Für den Staplerfahrer bleibt dann nur noch die Option, den Rückwärtsgang einzulegen. Damit dabei nichts passiert, sollte der Fahrer nicht nur das Lenken des rückwärtsfahrenden Staplers sicher beherrschen, sondern auch die ganze Zeit über in Fahrtrichtung blicken.

Besondere Vorsicht beim rückwärts fahren
Besondere Vorsicht ist beim rückwärts fahren geboten

Moderne Stapler verfügen über einen drehbaren Fahrersitz, der es für den Staplerfahrer deutlich angenehmer und leichter macht, auch rückwärts in Fahrtrichtung zu schauen. Damit werden Nackenschmerzen und Verspannungen im Nacken-/Schulterbereich vermieden, und die Arbeitsergonomie ist besser. Doch auch bei älteren Geräten mit festem Fahrersitz gilt: Fahren bitte nur, wenn der Blick in Fahrtrichtung frei ist, und zwar egal, ob der Stapler vor- oder rückwärts fährt!

Sinnvolles Extra: Ein drehbarer Sitz
Sinnvolles Extra: Ein drehbarer Sitz
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3. Lasten zu hoch transportieren

Wenn der Stapler beim Fahren ins Kippen gerät, besteht Lebensgefahr für den Staplerfahrer und alle Personen, die sich in unmittelbarer Nähe des Staplers aufhalten. Während beim Fahren ohne Last selbst in Kurven das Kipprisiko nur gering ist, steigt es mit Last deutlich an. Denn durch die Last verändert sich der Schwerpunkt des Gabelstaplers, und das umso stärker, je schwerer die Last ist und je höher sie angehoben ist.

Anheben der Last verschiebt den Schwerpunkt nach oben
Anheben der Last verschiebt den Schwerpunkt nach oben

Daher müssen Lasten immer bodennah transportiert werden, mit nur leicht angehobener Gabel. Das gilt auch bei kurzen Fahrten, etwa zum Rangieren. Bei Kurvenfahrten mit Last muss zudem die Geschwindigkeit angepasst werden, um zu verhindern, dass Last und Stapler den Fliehkräften nachgeben und ins Kippen geraten.

Last bodennah führen und Hubmast nach hinten kippen
So gehts richtig: Last bodennah führen und Hubmast nach hinten kippen

4. Gabeln bei Leerfahrten nicht absenken

Fußgänger sind im Lager und Versand besonders gefährdet, denn sie sind langsamer als jedes FFZ und zudem vollkommen ungeschützt. Daher müssen Staplerfahrer besondere Rücksicht auf Fußgänger nehmen, um Unfälle mit Personen zu vermeiden. Das gilt sowohl bei Last- als auch bei Leerfahrten! Um das Risiko zu begrenzen, müssen Staplerfahrer aufmerksam und vorausschauend fahren und außerdem ein besonderes Augenmerk auf die Gabelzinken richten: Um Gefährdungen für Dritte zu vermeiden, müssen diese auch bei Leerfahrten auf ein bodennahes Niveau abgesenkt werden!

Besondere Vorsicht an Kreuzungen und bei Gegenverkehr
So gehts richtig: Gabeln bei Leerfahrten immer absenken

5. Schlüssel stecken lassen

Jeder Staplerfahrer trägt für „sein“ Gerät Verantwortung. Das schließt nicht nur die Zeit ein, in der der Fahrer auf dem Bock sitzt und den Stapler durch Gänge, Verladetore oder auf dem Betriebsgelände manövriert, sondern auch in den Pausen und nach Feierabend. Denn wer den Stapler einfach abstellt und keine geeigneten Vorkehrungen trifft, um eine Nutzung durch Unbefugte zu vermeiden, handelt grob fahrlässig und kann bei einem Unfall belangt werden.

Stapler sichern gegen Unbefugte
Stapler sichern gegen Unbefugte: Schlüssel ziehen beim Verlassen

Daher gilt: Bei jedem Verlassen des Staplers muss der Schlüssel oder die ID-Card abgezogen und mitgenommen werden. Nur so wird verhindert, dass ein Kollege oder Betriebsfremder den abgestellten Stapler nutzt.

6. Wartungsarbeiten ohne Arbeitsbühne mit Palette

Bei Arbeiten in der Höhe besteht immer ein erhöhtes Unfallrisiko. Bereits ein unkontrollierter Sturz aus zwei Metern Höhe kann tödlich enden, und das Risiko steigt mit jedem zusätzlichen Zentimeter an. Wer also etwa am Hallendach oder auf der obersten Palettenebene etwas reparieren oder austauschen muss, sollte auf keinen Fall auf einen sicheren Stand verzichten. Einfach eine Palette auf die Gabel zu schieben und sich dann von einem Staplerfahrer in die Höhe fahren zu lassen, ist deutlich zu unsicher und nicht zulässig.

Lasten richtig transportieren
So gehts richtig: Bei Arbeiten in der Höhe zugelassenen Transportkorb oder Arbeitsbühne verwenden

Wird ein Stapler genutzt, um Personen in die Höhe zu bewegen, muss dafür ein zugelassener Transportkorb mit Handlauf und Absturzsicherung eingesetzt werden – oder besser noch eine höhenverstellbare Arbeitsbühne.

7. Ohne Sicherheitsgurt starten

Fahrerrückhaltesysteme sind im Auto schon lange Pflicht, und auch bei Staplern mit Fahrersitz sind sie inzwischen vorgeschrieben. Dennoch verzichten vor allem erfahrene Staplerfahrer zu oft darauf, den Gurt zu schließen, etwa bei kurzen Fahrten oder auf dem Weg in die Pause. Das ist gefährlich, denn auch auf diesen Strecken kann unvermittelt ein Hindernis auftauchen, das zur Vollbremsung zwingt. Und dann wirkt auch bei geringer Fahrgeschwindigkeit die Masseträgheit, sprich: Der Fahrer wird beim abrupt bremsenden Fahrzeug nach vorne geschleudert. Je höher die Fahrgeschwindigkeit, desto stärker wirken die Kräfte auf den Fahrer.

Sicherheitsgurt anlegen
So gehts richtig: Vor der Fahrt Sicherheitsgurt anlegen

Es obliegt bei solchen Szenarien alleine dem Staplerfahrer, sich zu schützen: Sicherheitsgurt oder andere Rückhalteeinrichtungen müssen vor jeder Fahrt angelegt werden! Nur dann können sie tatsächlich den Fahrer vor Schaden bewahren.

8. Fahren abseits von Verkehrswegen

Im Betrieb gelten ähnliche Voraussetzungen wie im Straßenverkehr: Um Unfälle zu verhindern, sind bestimmte Verkehrswege für schwerere Fahrzeuge eingerichtet und ebenso geschützte Bereiche für Fußgänger oder andere Verkehrsteilnehmer. Verkehrswege für Stapler müssen sowohl von der Oberfläche so beschaffen sein, dass die Staplerreifen darauf sicher Halt finden, als auch die erforderliche Tragfähigkeit bieten, um das Gewicht von Stapler, Fahrer und Last sicher aufzunehmen.

Stapler dürfen nur auf freigegebenen Verkehrswegen fahren
So gehts richtig: Stapler dürfen nur auf freigegebenen Verkehrswegen fahren

Daher dürfen Stapler und andere FFZ nur auf zugelassenen Verkehrswegen gefahren werden. Das gilt sowohl für innerbetriebliche Transportwege als auch außerhalb des Unternehmens, etwa im Straßenverkehr oder beim Rangieren auf dem Verladehof.

9. Nur eine Gabel für den Transport nutzen

Im Standard verfügt jeder Stapler über zwei Gabeln, die parallel angeordnet sind. Alle Werte aus dem Resttragfähigkeitsdiagramm beziehen sich immer darauf, dass die Last mit beiden Gabeln gleichmäßig aufgenommen wird. Das bedeutet, dass sich die Tragfähigkeit deutlich reduziert, wenn nur eine der beiden Gabeln genutzt wird, um eine Last anzuheben und zu transportieren. Des Weiteren lässt sich mit nur einer Gabel nicht sicherstellen, dass die Last sicher transportiert werden kann, da ständig die Gefahr besteht, dass die Last ins Ungleichgewicht gerät und kippt.

Zwei Gabeln sorgen für Stabilität
Zu instabil: Nur eine Gabel für den Transport nutzen

Um Lasten sicher zu transportieren, muss daher immer das gesamte Lastaufnahmemittel genutzt werden, bei Gabeln also beide Zinken. Das gilt für Paletten ebenso wie für flüssige oder hängende Lasten.

10. Stapler nicht gesichert beim Abstellen

Jeder Autofahrer lernt in der Fahrschule, wie er sein Fahrzeug sicher abstellt: Motor aus, Handbremse ziehen, Gang einlegen, Schlüssel abziehen. Beim Stapler ist es nicht anders: Auch ein kurzfristig oder dauerhaft abgestellter Stapler muss stets gesichert werden, sowohl vor unbefugter Nutzung durch Dritte als auch vor dem Wegrollen.

Stapler nur auf ausgewiesenen Parkplätzen abstellen
Sofern vorhanden: Stapler nur auf ausgewiesenen Parkplätzen abstellen

Daher muss bei jedem Abstellen und Verlassen des Fahrzeuges auch die Feststellbremse angezogen werden. Das gilt nicht nur bei Abstellorten mit Gefälle, sondern auch beim Laden, während der Pause oder auf ebenem Untergrund. Denn selbst wenn der Stapler sich nicht selber in Bewegung setzen kann, besteht dennoch immer die Gefahr, dass andere Mitarbeiter den Stapler unabsichtlich bewegen, etwa durch eine Berührung mit einer auf einem Handhubwagen transportierten Palette.

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