Sicheres Betanken von Staplern

Teilen:

Sicheres Betanken von Staplern: Darauf müssen Sie achten

In vielen Betrieben werden neben Elektrostaplern auch solche mit einem Diesel- oder Gasantrieb eingesetzt. Während der E-Stapler einfach nach Schichtende an das Ladegerät angeschlossen werden kann, damit sich die Batterie sich dann in den nächsten Stunden selbstständig auflädt, müssen Stapler mit Verbrennungsmotor wie andere Kraftfahrzeuge auch regelmäßig neu betankt werden. Darin liegt einer der wesentlichen Vorteile dieser Antriebstechnologie. Denn ein Tankvorgang ist immer deutlich schneller abgeschlossen als das Aufladen des Akkus, und der Stapler ist dann binnen weniger Minuten wieder für Stunden einsatzbereit.

Treibgasstapler im Einsatz © Hyster
Treibgasstapler im Einsatz © Hyster

Auf der anderen Seite gelten gerade aufgrund der Feuergefährlichkeit der Treibstoffe besondere Sicherheitsregeln beim Tanken und Betrieb von Zapfsäulen. So müssen – wie an jeder anderen Tankstelle auch – an Zapfsäulen auf dem Betriebsgelände Sicherheitsvorschriften beachtet werden, um eine Gefährdung für den Fahrer und andere Personen auszuschließen. So gilt natürlich ein striktes Rauchverbot in der unmittelbaren Umgebung der Zapfsäule. Ebenso sind der Umgang mit offenem Licht und Feuer sowie das Verwenden des Smartphones verboten. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine Zapfsäule für Dieselkraftstoff, Erd- oder Flüssiggas handelt, denn alle Kraftstoffe können sich fein in der Luft verteilen und so ein brand- oder sogar explosionsfähiges Gemisch bilden, das bereits durch einen einzelnen Funken mit der notwendigen Energie für ein gefährliches Feuerereignis versorgt werden kann. Besonders groß ist die Gefahr an heißen Tagen, doch auch im tiefsten Winter gelten diese Verbote uneingeschränkt.

Diesel-Gabelstapler fahren
Diesel-Gabelstapler im Einsatz © Linde Material Handling
Wichtig: Um Brände, Verpuffungen oder Explosionen vorzubeugen, muss jede Zündmöglichkeit ausgeschlossen werden. Motor, Fremdheizung und Rußfilternachverbrenner müssen vor Beginn des Tankvorgangs abgestellt werden. Im Umkreis von einem Meter um die Zapfsäule und einem Meter um das Fahrzeug herum dürfen keine funkenerzeugenden Betriebsmittel (z. B. Schweißgerät, Flex, Bohrmaschine) benutzt werden. Handys und Funkgeräte müssen ausgeschaltet werden und dürfen aufgrund der Gefahr durch Funkenflug nicht in Betrieb genommen werden.
Tipp: Nutzen Sie unseren kostenlosen Angebotsservice: Preise von gebrauchten oder neuen Staplern vergleichen und bis zu 30 Prozent sparen

Sichere Zapfanlage

Die Zapfanlage muss so platziert werden, dass Unfälle sicher vermieden werden, also mit Abstand zu Fahr- und Verkehrswegen oder Ein- und Ausgängen sowie ausreichendem Anfahrschutz. Eine Schutzwand aus Metall sorgt für zusätzliche Sicherheit vor Funkenflug. Zudem muss bei Diesel sichergestellt werden, dass verschütteter Kraftstoff nicht in den Untergrund eindringen kann. Optimal sind befahrbare flache Auffangwannen aus verzinktem Stahl, die eine Kontamination des Bodens verhindern. Mindestens aber muss ein geeignetes Bindemittel in ausreichender Menge vor Ort sein, um ausgelaufenen Kraftstoff sofort und vollständig aufnehmen zu können.

Ladestationen erfordern besondere Aufmerksamkeit
Ladestationen und Zapfanlagen erfordern besondere Aufmerksamkeit und Sicherheitsvorkehrungen

Tankanschlüsse, Schläuche und Zapfpistolen müssen elektrisch leitfähig sein, so dass die Funkenbildung bei statischer Aufladung verhindert wird. Zudem muss technisch sichergestellt werden, dass die Zapfeinrichtung nicht unbefugt benutzt werden kann. Jeder Mitarbeiter, der die Zapfeinrichtung nutzt, muss mindestens einmal im Jahr unterwiesen werden, um die Anlage sicher bedienen zu können.

Wenn Schleif-, Schneid- oder Schweißarbeiten durchgeführt werden, müssen mindestens 10 Meter Abstand zur Zapfsäule eingehalten werden. Noch besser und sicherer ist ein Sicherheitsabstand von 15 bis 20 Metern. Bei diesen Tätigkeiten können zündfähige Funken über große Distanzen verteilt werden, daher gilt hier: Je weiter weg, desto sicherer.

Sicher zapfen

Beim Betanken des Staplers und generell bei jedem Umgang mit dem Treibstoff müssen Schutzhandschuhe getragen werden: für Diesel solche aus säure- und laugenfesten Materialien, für Flüssiggas Handschuhe aus Leder. Denn Diesel trocknet die Haut stark aus, besonders bei häufigem Kontakt, wodurch sie zunehmend rissig wird und schlecht heilen kann. Flüssiggas wird unter starkem Druck komprimiert und so verflüssigt, dabei reduziert sich seine Temperatur massiv. Tritt es aus und gleicht seinen Druck schlagartig aus, friert es seine unmittelbare Umgebung ein. Es besteht daher erhebliche Verletzungsgefahr.

Das ist sonst noch beim Betanken von Staplern mit Verbrennungsmotoren zu beachten:

  • Treibstoff nicht verschütten. Falls doch einmal etwas verschüttet wurde, sofort mit Bindemittel binden, aufnehmen und ordnungsgemäß entsorgen.
  • Treibstoff nicht auf heiße Teile des Staplers (Motorraum, Heizung) gelangen lassen, Brandgefahr!
  • Haut- und Augenkontakt mit Treibstoffen unbedingt vermeiden. Im Notfall mit viel klarem Wasser nachspülen und einen Arzt aufsuchen.
  • Nach dem Betanken den Tankstutzen/Füllanschluss sicher verschließen.
  • Bei Beschädigungen die Zapfanlage sofort stilllegen und erst nach der Reparatur durch einen Fachmann wieder in Betrieb nehmen.

Besonderheiten beim Betanken von gasbetriebenen Staplern:

  • Vor jedem Flaschenwechsel das Ventil der leeren Gasflasche schließen und die Gasleitung zum Motor im Leerlauf leer fahren.
  • Die Schutzmutter an der Gasflasche immer aufsetzen und festschrauben.
  • Gasflaschen nur aufrecht stehend transportieren und dabei vor dem Umstürzen sichern.
  • Gasflaschen nur am dafür vorgesehenen Stellplatz bereitstellen und lagern.
  • Flüssiggasflaschen mit der Kragenöffnung nach unten anschließen und festspannen (Ausnahme: Bei der Entnahme aus der Gasphase).
  • Gasschläuche dürfen nicht über das Profil des Staplers hinausragen.
  • Flüssiggasflaschen nicht unter der Erdgleiche (tiefer als 1 Meter) wechseln.
  • Beim Flaschenwechsel muss der Abstand zu Abflussrinnen, Gullys, Öffnungen, Zugängen und Fenstern zu tiefergelegenen Räumen mindestens 3 Meter betragen.

Alles sauber, alles sicher

Treibstoffreste und Verunreinigungen am Motor können schnell mit einem Putzlappen aufgenommen werden, um etwa den Stapler beim Schichtwechsel ordentlich zu übergeben. Allerdings sind sich nicht alle Staplerfahrer dessen bewusst, dass mit Öl, Fett, Diesel oder Benzin durchtränkte Putzlappen eine große Brandgefahr darstellen und sich unter ungünstigen Umständen sogar selbst entzünden können. Denn das Stoffgewebe vergrößert die Oberfläche des Lappens, wodurch er saugfähiger wird. Gleichzeitig gelangt dadurch jedoch auch viel Sauerstoff an die Oberfläche, so dass bereits eine kleine Zündquelle in der Nähe ausreichen kann, um den Lappen lichterloh in Flammen aufgehen zu lassen. Bei Diesel liegt dieser Flammpunkt etwa bei 60 °C, während flüssiges Dieselöl einen erheblich höheren Flammpunkt von 350 °C aufweist.

Wichtig: Gebrauchte Putzlappen, die mit Treibstoffen oder anderen feuergefährlichen Stoffen in Kontakt gekommen sind, müssen in Behälter aus nicht brennbaren Materialien gesammelt und mit einem dicht schließenden Deckel gesichert werden.

Tipp: Jetzt zum Newsletter anmelden

Erhalten Sie die wichtigsten News monatlich aktuell und kostenlos direkt in Ihr Postfach
Ihre Daten werden nicht weitergegeben. Datenschutzerklärung
bis zu 30% sparen

Angebote für Gabelstapler
und Hubwagen

Unverbindlich
Qualifizierte Anbieter
Kostenlos

Artikel teilen: