Checkliste Hubwagenkauf

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Checkliste Hubwagenkauf: So vermeiden Sie Fehlkäufe

Hubwagen ermöglichen einen reibungslosen Warenfluss und sorgen dafür, dass Paletten oder Gitterboxen schnell und sicher innerbetrieblich von A nach B transportiert werden können. Im Vergleich zu einem Stapler oder anderen Flurförderzeugen mit Fahrersitz punkten Hubwagen durch geringere Anschaffungs- und Unterhaltskosten, eine höhere Flexibilität, Robustheit und einfache Bedienung. Zudem ist für Mitgänger-Modelle kein Staplerschein erforderlich, so dass eine Unterweisung ausreicht, um mit dem Gerät arbeiten zu dürfen (und zu können).

Checkliste © Andrey Popov, stock.adobe.com
Checkliste Hubwagenkauf © Andrey Popov, stock.adobe.com

Manuell angetriebene Hubwagen sind bereits für wenige hundert Euro als Neugeräte zu kaufen. Elektrische Varianten kosten deutlich mehr, sind dafür aber auch erheblich leistungsfähiger und nehmen dem Bediener Arbeit ab, indem sie ohne Muskelkraft bewegt werden können. Doch der Preis allein sollte nicht die Kaufentscheidung für oder gegen ein bestimmtes Modell bestimmen. Vielmehr kommt es darauf an, einen Hubwagen zu finden, der die aktuellen und zukünftigen Anforderungen im Betrieb gut abdeckt.

Eine kleine Hubwagen-Typenkunde

Vom Prinzip her ist ein Hubwagen ein Flurförderzeug, das zum Anheben und Transportieren von Lasten eingesetzt wird. Typische Einsatzgebiete sind Regal- und Lagergänge sowie Lagervorzonen und Versandbereiche, sowohl in der Halle als auch im Freien.

Generell werden Hubwagen in drei Klassen unterteilt: manuell betriebene Hubwagen, elektrische Nieder- und Hochhubwagen.

Handhubwagen

Handgabelhubwagen © Toyota
Handgabelhubwagen © Toyota

Handhubwagen werden ausschließlich mit Muskelkraft angetrieben und bewegt. Sie bieten je nach Modell eine Tragfähigkeit von einigen hundert Kilogramm bis zu drei Tonnen, wobei mit zunehmendem Lastgewicht auch die Belastung für den Bediener steigt. Wie alle Hubwagen verfügen sie über zwei parallele Gabelzinken, mit denen der Hubwagen unter eine Palette oder Gitterbox geschoben werden kann. Durch Pumpbewegungen der Deichsel lassen sich die Gabeln so weit anheben, dass die Last bodenfrei verfahren werden kann. In der Regel entspricht das einer Hubhöhe von maximal 115 mm.

Scherenhubwagen

Ein manuell betriebener Scherenhubwagen bietet neben den Funktionen des Hubwagens zusätzlich die Möglichkeit, die Arbeitsplattform durch eine Scherenkonstruktion auf eine ergonomische Arbeitshöhe von bis zu 800 mm anzuheben. Sie dienen damit nicht alleine zum Warentransport, sondern leisten eine wertvolle Unterstützung beim Kommissionieren oder bei Montagearbeiten.

Scheren Gabelhubwagen © Toyota
Scheren Gabelhubwagen © Toyota

Handhubwagen mit Wiegefunktion

Im Versandbereich oder Wareneingang sorgen Handhubwagen mit integrierter Waage dafür, dass Paletten und andere unterfahrbare Ladungsträger nicht nur transportiert und verladen, sondern gleichzeitig auch gewogen werden können. Die Wiegezellen sind in den Gabelzinken integriert und können je nach Modell Gewichte von 2 Tonnen oder mehr mit einer hohen Genauigkeit ermitteln. Die Waage ist batteriebetrieben und bietet oftmals zusätzliche Funktionen wie Tara, Tara-Eingabe sowie das Addieren von Gewichten beim Verladen von mehreren Ladungsträgern. Oder – bei entsprechend hoher Waageempfindlichkeit – die Stückzählung.

Hubwagen mit Waage © Jungheinrich
Hubwagen mit Waage © Jungheinrich

Elektrische Niederhubwagen

Ähnlich wie ein Handhubwagen dient auch ein elektrischer Niederhubwagen dazu, Paletten und andere Ladungsträger bodenfrei auf eine Höhe von max. 115 mm anzuheben und dann zu verfahren. Die Modelle sind mit einem elektrischen Motor ausgestattet, der seinerseits das Hubgerüst antreibt und andererseits dafür sorgt, dass der Hubwagen ohne Anstrengung vor- oder zurückbewegt werden kann.

Elektrische Niederhubwagen sind sowohl als Modelle für den Mitgängerbetrieb als auch mit Fahrerplattform erhältlich. Mitgänger-Geräte werden wie manuell angetriebene Modelle mit der Deichsel vom Bediener gesteuert, der vor oder hinter dem Gerät läuft. Bei Niederhubwagen mit Fahrerplattform kann der Bediener auf der integrierten Plattform stehen oder sitzen und das Gerät damit ermüdungsfreier steuern und bedienen.

Elektro Deichsel-Gabelhubwagen © Jungheinrich
Elektrischer Niederhubwagen © Jungheinrich

Elektrische Hochhubwagen

Hochhubwagen können Ladeeinheiten nicht nur bodennah transportieren, sondern auch stapeln, weil die Gabelzinken auf eine Höhe von bis zu 5,5 Meter angehoben werden können. Bei einer maximalen Höchstgeschwindigkeit von 6 km/h dürfen sie auch ohne Staplerschein von jeder unterwiesenen Person bedient werden, so dass sie im Lager und Versand eine Alternative zum Gabelstapler darstellen.

Auch elektrische Hochhubwagen sind in zwei Varianten erhältlich: Mitgänger-Hochhubwagen werden mit der Deichsel gelenkt und gesteuert. Die Hubbewegung wird über einen Bedienhebel an der Deichsel oder am Hubwagen selbst initiiert, wobei die Fahrgeschwindigkeit und die maximale Tragfähigkeit mit zunehmender Höhe der Gabelzinken automatisch reduziert werden. Sitz-Hochhubwagen bieten eine Plattform für den Bediener. Das erhöht ihre Ergonomie und ermöglicht ein weitgehend ermüdungsfreies Arbeiten auch bei hohem Durchsatz.

Doosan Elektrohochhubwagen © Doosan
Doosan Elektrohochhubwagen © Doosan
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Kriterien für die Auswahl des richtigen Hubwagen-Modells

  • Anschaffungs- und Unterhaltskosten

    Entsprechend ihrer technischen Ausstattung sind elektrische Modelle nicht nur in der Anschaffung teurer, sondern erfordern auch zusätzliche Einrichtungen, z. B. eine Ladestation, an der die Batterie über Nacht aufgeladen werden kann.

    Hubwagen Preise © krapivin, fotolia.com
    Hubwagen Preise © krapivin, fotolia.com

    Moderne Lithium-Ionen-Batterien sind teurer in der Anschaffung, sparen jedoch Zeit und Geld, da sie im Vergleich zu Blei-Säure-Batterien weniger wartungsintensiv sind und sich zudem schneller aufladen lassen. Sie eignen sich damit besonders für Unternehmen, in denen die Hubwagen im Mehrschichtbetrieb eingesetzt werden sollen.

    Wichtig: Manuelle Hubwagen sind zwar erheblich billiger in Anschaffung und Unterhalt, allerdings bieten sie nur eine marginale Unterstützung bei logistischen Prozessen. Je mehr Ladeeinheiten pro Tag transportiert werden müssen oder je länger die Transportstrecken sind, desto günstiger sind elektrisch angetriebene Modelle, da sie die Arbeit in kürzerer Zeit und mit weniger körperlicher Belastung für den Bediener verrichten.
  • Leitungsdaten (Tragfähigkeit, Hubhöhe, Zusatzfunktionen)

    Manuelle Niederhubwagen können auch sehr schwere Paletten mit mehreren Tonnen Gewicht anheben und verfahren. Bei elektrischen Modellen steigt mit zunehmender Tragfähigkeit auch der Preis. Sollen allerdings die Ladeeinheiten nicht nur bodennah verfahren, sondern auch gestapelt werden, gibt es zum elektrischen Hochhubwagen nur die Alternative des Frontstaplers, der allerdings deutlich höhere Kosten aufmacht.

    Müssen Packstücke und Ladeeinheiten vor dem Verladen gewogen werden, empfiehlt sich ein Hubwagen mit Wiegefunktion, durch den der Weg zur Bodenwaage eingespart werden kann. Und soll der Hubwagen nicht nur im Versand, sondern auch im Wareneingang oder in der Kommissionierung eingesetzt werden, ist ein Scherenhubwagen die beste Wahl.

  • Länge und Tragfähigkeit der Transportwege

    Müssen Paletten nur auf kurzen Wegen innerbetrieblich transportiert werden, etwa vom Lkw auf die Verladerampe, ist ein manueller Handhubwagen in aller Regel völlig ausreichend. Je länger die Transportwege sind, desto günstiger sind elektrisch angetriebene Modelle, weil sie schneller sind und den Bediener nicht so stark ermüden.

    Elektro Niederhubwagen im Einsatz © Toyota
    Bei langen Transportwegen sinnvoll: Elektro Niederhubwage © Toyota

    Handhubwagen weisen zudem das geringste Eigengewicht auf und können daher auch problemlos auf einer Lkw-Ladefläche genutzt werden. Elektrische Modelle sind dagegen deutlich schwerer und deswegen auch nicht für alle Untergründe geeignet.

  • Qualifikation des Bedieners

    Handhubwagen und elektrische Hubwagen mit einer Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 6 km/h dürfen von unterwiesenen Personen bedient werden. Bei schnelleren Geräten ist ein Staplerschein erforderlich. Dafür lassen sich mit ihnen auch längere Transportwege schneller zurücklegen.

  • Arbeitssicherheit

    Elektrische Hubwagen besitzen eine Totmann-Schaltung. Sie lassen sich nur bewegen, wenn der Bediener die Deichsel zu sich hinzieht. Andernfalls wirkt der Motor als Bremse und sorgt auch auf schrägen Ebenen dafür, dass der Hubwagen anhält bzw. stillsteht. Wird die Deichsel losgelassen und geht automatisch in die vertikale Ausgangsposition, bremst ein elektrischer Hubwagen automatisch ab. Manuelle Geräte müssen dagegen vom Bediener gebremst werden und können ein wenig nachrollen. Darum besteht bei ihnen eine größere Gefahr für Verletzungen, insbesondere der Füße.

    Elektrische Hubwagen mit Blei-Säure-Batterien bergen ein zusätzliches Risiko beim Laden, da die Batterie Wasserstoff emittiert, der sich unter der Batterieabdeckung sammelt. Daher muss beim Laden und bei der Batteriepflege eine ausreichende Belüftung gewährleistet sein. Rauchen, offenes Feuer, Funken und Licht sind unbedingt zu vermeiden, da die Gefahr einer Knallgasexplosion besteht. Zudem kann austretende Säure Verätzungen zur Folge haben. Aus diesem Grund müssen alle Mitarbeiter in diesem Bereich über die Risiken und Gefahren aufgeklärt und regelmäßig unterwiesen werden.

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